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Der moderne Pygmalion in der französischen Skulptur im 18. und 19. Jahrhundert
Strategien einer lebensnahen Darstellung des weiblichen Aktes mit besonderem Augenmerk auf die Salonkritiken
Isabella Flucher
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Ingeborg Schemper-Sparholz
DOI
10.25365/thesis.51064
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22118.58058.435060-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Im 18. Jahrhundert war in der französischen Skulptur das Ideal des weißen Marmors vorherrschend, das von den vermeintlich monochromen Statuen der Antike bestimmt war und das Winckelmann stark geprägt hatte. Auch in Frankreich wurde diese Auffassung vehement verteidigt und erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit Quatremére de Quincy ins Wanken gebracht. Der Bildhauer Antonio Canova unternahm Ende des 18. Jahrhunderts, sowie James Pradier in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert erste Versuche einer polychromen Gestaltung nach antiker Tradition, indem sie ihren Statuen eine leichte Tönung mittels eines Wachsüberzuges gaben oder sie mit goldüberzogenen Accessoires bestückten. Der Bildhauer Auguste Clésinger beschritt Mitte des 19. Jahrhunderts einen neuen Weg. Er steigerte den Naturalismus seiner Frauenstatue Femme piquée par un serpent, indem er sich der Methode des Naturabgusses bediente. Es gibt eine Reihe von Bildhauern, die in der Nachfolge Clésingers, ihre Bacchanten zunehmend naturalistisch darstellen und zugleich erotisieren. Sie treten als dionysische Pygmalion-Interpreten auf. Eine weitere Strategie, die Lebhaftigkeit von Statuen zu steigern, nahm ihren Ausgang mit dem Bildhauer Charles Henri Cordier Mitte des 19. Jahrhunderts. Er setzte hierfür eine natürliche Polychromie ein, die sich aus den verschiedenen Gesteinsfarben ergab. Die Idealvorstellung des weißen Marmors blieb aber im Verlauf des 19. Jahrhunderts weiterhin präsent. Die artifizielle Polychromie wurde nur langsam vorangetrieben und erlangte erst gegen Ende des Jahrhunderts ihren Höhepunkt mit dem Künstler Jean-Léon Gérôme. Es gab aber noch kritische Stimmen gegen Gérômes gesteigerten Naturalismus mittels Bemalung seiner Statuen, die an das Wachsfigurenkabinett erinnern würden. Der Malerbildhauer Gérôme kann als ein medienübergreifender Pygmalion bezeichnet werden, denn das Pygmalion-Motiv greift er sowohl in der Malerei als auch in der Bildhauerei auf. Das Interesse des Pygmalion-Motivs, das vor allem im aufklärerischen 18. Jahrhundert geweckt wurde, spiegelt sich auch in den Salonkritiken wieder. Die Pygmalionlegende wurde von Kunstkritikern oft als Metapher für die Beschreibung einer lebensnahen Darstellung eines weiblichen Aktes verwendet. Dabei ist bemerkenswert, dass es vor allem die monochromen, von einem klassischen Schönheitsideal geprägten Skulpturen des 18. Jahrhunderts waren, die die Kritiker zu schwärmerischen Pygmalion-Analogien veranlassten. Je naturalistischer und konkreter die Körperdarstellung wurde, desto eher rückten die Salonkritiken von einer positiven Pygmalion-Beschreibung ab.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Skulptur Frankreich Pygmalion Naturalismus Polychromie Salonkritik
Autor*innen
Isabella Flucher
Haupttitel (Deutsch)
Der moderne Pygmalion in der französischen Skulptur im 18. und 19. Jahrhundert
Hauptuntertitel (Deutsch)
Strategien einer lebensnahen Darstellung des weiblichen Aktes mit besonderem Augenmerk auf die Salonkritiken
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
133 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ingeborg Schemper-Sparholz
Klassifikation
20 Kunstwissenschaften > 20.70 Europäische Kunst: Allgemeines
AC Nummer
AC14559773
Utheses ID
45106
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
