Detailansicht

Die Angst ängstigt - nicht
eine Auseinandersetzung mit Sören Kierkegaard und Nishitani Keiji zur Thematik des Selbst und des Glaubens
Sonja Meißl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Hisaki Hashi
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.5060
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29448.20507.341466-0
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Zeitalter der Postmoderne mit ihren komplexen Anforderungen scheinen immer mehr Menschen der „westlichen“ Zivilisation aus dem Phänomen der Angst heraus und in die Angst gebannt, ihr Leben sinnlos und nichtig zu empfinden. Zahlreiche Berufsgruppen beschäftigen sich mit Lösungsansätzen zur Überwindung der Angst. Dennoch sind Angstneurosen in ihren verschiedensten Formen und Ausprägungen weit verbreitete Erkrankungen des modernen Menschen. In Ostasien wird dem Phänomen der Angst bis heute eine sehr untergeordnete Stellung eingeräumt. Aus der Sicht ostasiatischer Denker wurde die Angst kaum thematisiert und steht immer als eine zusammengehörige Einheit von Angst und Nicht-Angst in einer gegenseitigen Relation und Ergänzung. Im Unterschied zur Kultur Ostasiens wurde der Furcht und der Angst in der christlich-abendländischen Tradition ein hohes Augenmerk geschenkt. Die Thematisierung der Angst hielt bei Sören Kierkegaard mit seiner Schrift: „Der Begriff der Angst“ in ausgezeichneter Weise Einzug in die Philosophie. Das Phänomen der Angst wird ab da zu einer existentiellen Frage schlechthin, die das religiöse Selbst in den Blickpunkt philosophischer Betrachtungen stellt. So bewegt sich auch die Philosophie immer wieder im Grenzbereich von Religion und Wissenschaft. Sie nimmt deren kontradiktorische Standpunkte auf, die im Problem des abendländischen Nihilismus einen Gipfelpunkt finden. Die Gegenpole von Affirmation und Negation werden auf ihre äußerste Spitze gebracht, können aber erst überwunden werden, wenn der Mensch sich selbst gewahr wird, dass die lebendigen und sterblichen Momente seines Lebens das zusammengehörige Urfaktum seiner Existenz bilden. Dieser Denkansatz eines Übereinkommens von Sein und Nichts, das es gilt zu erleben, findet sich in hervorragender Weise beim Zen-Philosophen Nishitani Keiji in seiner Schrift „Was ist Religion?“ In dieser Arbeit wird die Angst als eine Reflexionstätigkeit des menschlichen Geistes tiefer beleuchtet. Im Fokus steht das Selbst, das sich zu sich selbst verhält, sich aber erst im Zusammenspiel von Angst, Sünde und Freiheit als ein Verhältnis zu sich selbst entfaltet. Ausgehend von der Persönlichkeit eines Menschen wird die Frage gestellt, ob oder inwieweit zu unserem Menschsein ein überpersönliches Moment dazugehört, dessen wir gewahr werden sollten. Meine These wird im Laufe der Arbeit bekräftigt, dass es in jedem Selbst einen privaten Ort des Glaubens gibt, wo wir uns selbst und anderen in nicht getrennter Weise begegnen; einen Ort, wo eine nicht unterscheidende Liebe empfangen wird und als Möglichkeit in den Alltag hinein wirken kann, die vielfältigen Probleme, die sich innerweltlich beängstigend in ihren Endlichkeiten und Verschiedenheiten zeigen, zu bewältigen.
Abstract
(Englisch)
In the era of postmodernism, an increasing number of people out of the occidental civilization seem to be suffering from the phenomenon of anxiety, which causes them to feel their lives useless and futile. Numerous professional groups are looking for solutions to conquer that anxiety. Anxiety neuroses, nevertheless, in their different forms and manifestations are widespread diseases, affecting modern man. Up until today, the phenomenon of anxiety has got an inferior status in the countries of East Asia, whereas fear and anxiety are given a high position in the Christian-Western culture. Far- Eastern philosophers rarely selected anxiety as a central theme and they see it and the opposite form – non-anxiety – always as an entity in a permanent process of relationship and completion. Anxiety as an issue found its way into the world of philosophy with the outstanding text, ‘The Concept of Anxiety’ by Sören Kierkegaard. From then on the phenomenon of anxiety becomes an existential question, pushing the religious concept of the Self into the focus of philosophical consideration. Continuously swinging on the borderline between religion and science, philosophy encompasses contradictory points of view, reaching a summit in Western Nihilism. The antithesis of affirmation and negation – driven to an extreme position – can only be resolved when man himself realizes, that the living and mortal moments of his life form the fundamental parts of his existence. This approach of integrating being and non-being, which has to be experienced, is outstandingly set forth in the text of the Zen-philosopher Nishitani Keiji, ‘What is Religion?’ This work illustrates in depth, anxiety as a reflective action of the human mind. The Self is centre-staged, is related to itself, but develops only through the interaction of anxiety, sin and freedom in relationship to itself. Based on the personality of a human being, the question is postulated, ‘If, or how far one’s personhood comprises a transpersonal segment, of which we should become aware?’ My proposition will be supported in the course of my thesis: that in each of us, there lies a private place of faith – where we can encounter ourselves as well as others in a united manner; a place where undivided love is received, which can offer the possibility to overcome the various and numerous problems with their finite nature and variety – so frightening within that world.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
anxiety as a reflective action of the human mind interaction of anxiety sin and freedom in relationship to itself transpersonal segment of personhood private place of faith integrating being and non-being
Schlagwörter
(Deutsch)
Angst als eine Reflexionstätigkeit des menschlichen Geistes Sünde Schuld Karma Freiheit Selbst Glauben nicht-unterscheidende Liebe Übereinkommen von Sein und Nichts religiöses Selbst überpersönliches Moment des Menschseins
Autor*innen
Sonja Meißl
Haupttitel (Deutsch)
Die Angst ängstigt - nicht
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Auseinandersetzung mit Sören Kierkegaard und Nishitani Keiji zur Thematik des Selbst und des Glaubens
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
149 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hisaki Hashi
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.10 Nichtwestliche Philosophie: Allgemeines ,
08 Philosophie > 08.31 Metaphysik, Ontologie ,
08 Philosophie > 08.38 Ethik
AC Nummer
AC07671449
Utheses ID
4517
Studienkennzahl
UA | 296 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1