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"Gastarbeiterinnen" im Spannungsverhältnis von kollektiver und individueller Erinnerung
eine Biographieanalyse zweier Lebensgeschichten von Arbeitsmigrantinnen aus dem ehemaligen Jugoslawien in Wien
Franziska Strasser
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Petra Dannecker
DOI
10.25365/thesis.51147
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10407.06959.593371-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Im Jahr 2016 jährte sich der Abschluss des Anwerbeabkommen zwischen dem ehemaligen
Jugoslawien und Österreich zum 50. Mal. Ein Blick in Schulbücher und auf die hiesige
Museenlandschaft verdeutlicht, dass die Migrationsgeschichte der Nachkriegszeit bislang
nur einen marginalen Platz in der kollektiven Erinnerung einnimmt.
Aus einer ferministisch-intersektionellen Forschungsperspektive fällt ins Auge, dass in
Bezug auf die Geschichte der ,Gastarbeit‘ insbesondere Arbeitsmigrantinnen von diesem
Ausschluss betroffen sind. Dabei machten etwa ein Drittel der Arbeitskräfte aus dem
ehemaligen Jugoslawien Frauen aus.
Anstelle des Bildes der aktiven Arbeiterin, dominiert das Bild der passiven
Familiennachzüglerin bzw. der ,Pionierin der Moderne‘ in der kollektiven Erinnerung.
In Bezug auf das ehemalige Jugoslawien sind diese eurozentrischen Zuschreibungen
besonders unzutreffend, da diese Frauen aus einem sozialistischen Land gekommen
waren. In den 60er und 70er Jahren waren sie deshalb ungleich stärker in den Arbeitsmarkt
integriert, als dies in Österreich der Fall war.
Meine Masterarbeit folgt der These, dass sich im defizitorieniterten ,Bild der Migratin‘ ein
stabiles Repräsentationsmuster erkennen lässt, das auch in aktuellen
Migrationsbewegungen beobachtbar ist. Insbesondere über das Bild ,der Migrantin‘ wird
Fremdheit konstruiert. (vgl. Huth-Hildebrandt).
Durch autobiografische Interviews mit Frauen, die als Arbeitsmigrantinnen aus dem
ehemaligen Jugoslawien in den 1970er und 1980er Jahren nach Österreich kamen, wurden
bislang wenig gehörte weibliche Stimmen in den Diskurs um Geschichte,
Arbeitsmigration und Erinnerung eingebracht, die mit den wirkmächtigen
Repräsentationen brechen. Die Analyse zeigte ebenfalls, dass die stereotypisierenden
Diskurse auch auf die persönliche Erinnerungen einwirken.
Da die Sozialwissenschaften durch ihre Forschungszugänge selbst zur Stereotypisierung
von Migrant_innen beigetragen haben, bildet die Frage der Selbstreflexion im
Forschungsprozess ebenfalls einen zentralen Aspekt der Arbeit. Zur Auswertung der Daten
wurde der biographische Zugang Dausiens (1996) mit Clarkes Situationsanalyse (2012)
verbunden, um die Reflexion machtvoller Praktiken und insbesondere meine eigene
Verortung darin, methodisch in der eigenen Arbeit zu verankern.
Abstract
(Englisch)
2016 marked the 50th anniversary of the labour recruitment treaty between Austria and
former Yugoslavia. When looking into schoolbooks and the range of museums in Austria,
it becomes obvious that work migration from 1945 until now only plays a marginal role in
the collective memory of Austria.
What catches a feminist and intersectional eye is the fact that first and foremost women
are affected by this exclusion. Although women made up one third of former work
migrants from former Yugoslavia to Austria they are remembered in a rather passive
manner: namely in terms of catch-up-development and family reunification.
These eurocentric stereotypes are particularly incorrect when it comes to women from
former Yugoslavia. Having grown up in a socialist country, they were more integrated in
the formal labour market, as it was the case for Austrian women during the 1960s and
1970s.
In my thesis I follow the observation that otherness is constructed via ,the picture of the
migrant woman‘. This is a stable pattern of representation which also applies to current
migration flows. (See Huth-Hildebrandt)
So far sparsely heard voices, exemplified by the stories of two women who came to
Austria as working migrants in the 1970 and 1980s disrupt powerful representations
regarding work migration, women and memory in the context of ,guestwork‘ migration.
Analysis of the material also showed how the stereotypical representations can affect the
individual memory of the former work migrants.
As the social sciences themselves contributed to the formation of stereotypes among
migrant women, self-reflection in the research process is an important part of this thesis.
Therefore I combined the autobiographical approach of Dausien (1996) with Clarke‘s
situational analysis (2012), in order to make reflection a methodological corner stone of
this thesis.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
workmigration "guestwork" collective memory intersectionality biographical research
Schlagwörter
(Deutsch)
Arbeitsmigration "Gastarbeit" Kollektive Gedächtnistheorie Intersektionalität Biographieforschung
Autor*innen
Franziska Strasser
Haupttitel (Deutsch)
"Gastarbeiterinnen" im Spannungsverhältnis von kollektiver und individueller Erinnerung
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Biographieanalyse zweier Lebensgeschichten von Arbeitsmigrantinnen aus dem ehemaligen Jugoslawien in Wien
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
114 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Petra Dannecker
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.03 Methoden, Techniken und Organisation der sozialwissenschaftlichen Forschung
AC Nummer
AC15025134
Utheses ID
45176
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
