Detailansicht
Vernunft der Freude – Spinozas affektiver Vernunftbegriff in der Perspektive von Deleuze
Sarah Caroline Jakobsohn
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Violetta L. Waibel
DOI
10.25365/thesis.51720
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20550.40756.591270-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht die Relation von Freude und Vernunft in Spinozas Ethik. In einem Nachvollzug der Interdependenzen von Denk- und Affektionsvermögen wird erörtert, wie die Erkenntnisfähigkeit und die Tätigkeitsbilanz eines Menschen verbessert werden können. Dabei konzentriere ich mich entgegen der gängigen Lesarten gerade nicht auf die Ermöglichungsbedingungen adäquater Erkenntnis, sondern stelle den Eigenwert der Wahrnehmung und Empfindung sowie der Erkenntnispotenziale der Imaginatio in den Vordergrund meiner Betrachtungen. Spinoza unterscheidet drei Arten der Freude, von denen eine die passive Freude ist, die in der Forschungsliteratur selten näher bedacht wurde, der aber die wesentliche Aufgabe zukommt, als Bindeglied zwischen inadäquater und adäquater Erkenntnis angesiedelt zu sein. Die Frage nach einer von Deleuze betonten Aufwertung des Unbewussten in der Ethik wird primär über die Schlüsselrolle dieser passiven Freude und dem, was ich als adäquate Empfindung oder als adäquates Affiziertwerdenkönnen bezeichne, verfolgt. Das Verhältnis von Denken und Fühlen ist dafür ebenso wesentlich wie die anti-hierarchische Konzeption der Ausdrucksebenen der Substanz. Auch wenn ich mich in meiner Lektüre nicht allein auf die deleuzesche Lesart beschränkt habe, folge ich dieser in wesentlichen Aspekten.
Während im ersten Teil der Arbeit das Verhältnis von ewigem modalem Wesen und endlichem Einzelding in der Absicht erörtert wird, das Denk- und Affektionsvermögen des Menschen von seinen metaphysischen Bedingungen in Spinozas System her zu plausibilisieren. Gehe ich im zweiten und dritten Teil dazu über, die Erkenntnisarten mit den ihnen korrespondierenden Arten von Freude zusammenzuführen und ihr Zusammenspiel in den individuellen Vermögen jedes Menschen erkennbar werden zu lassen. Die Arbeit verfolgt über unterschiedliche Fragestränge die Kernthese, dass Spinozas Vernunft wesentlich affektiv ist und Freude ein schlechterdings vernünftiger Affekt. Verstandene Affekte drücken sich in Freude aus und verbessern die Wirkbilanz eines Menschen, indem die erleidenden Anteile in ihm über aktiv hervorgebrachten Ideen in ihrer Notwendigkeit erkannt werden und sich in Folge zumindest temporär nicht mehr hemmend auf sein Tätigkeitsvermögen auswirken. So können Affekte, die sich aus dem Grundaffekt der Trauer generieren, in ihrem destruktiven Potenzial eingedämmt und von entgegengesetzten Affekten, die aus dem Grundaffekt der Freude entspringen, abgeschwächt werden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Spinoza Affekt Deleuze Vernunft Freude
Autor*innen
Sarah Caroline Jakobsohn
Haupttitel (Deutsch)
Vernunft der Freude – Spinozas affektiver Vernunftbegriff in der Perspektive von Deleuze
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
187 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Violetta L. Waibel
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.31 Metaphysik, Ontologie ,
08 Philosophie > 08.32 Erkenntnistheorie
AC Nummer
AC15105743
Utheses ID
45685
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
