Detailansicht

Aspekte des Widerstands in der habsburgischen Lombardei
eine diskursanalytische Untersuchung
Petra Majnaric
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Rosita Schjerve-Rindler
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.5130
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29489.88011.314460-8
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, das den historischen Rahmen dieser Untersuchung bildet, war in Europa durch tief greifende, soziopolitische Veränderungen gekennzeichnet, die sich auch auf die Habsburgische Monarchie auswirkten. Die Enwicklungen brachten in weiterer Folge im von den Österreichern beherrschten Lombardisch-Venetianischen Königreich eine kritische Haltung der Bevölkerung gegenüber den österreichischen Machthabern und den konservativen Machtstrukturen, auf die sie sich stützten, mit sich. Diese kam vor allem im täglichen Leben, aber auch in unterschiedlichen Texten zum Ausdruck. Die Kritik wurde jedoch aufgrund der herrschenden Zensur meist nicht offen geäußert. Diese Untersuchung stützt sich auf Texte aus zwei Zeitspannen, die zwischen 1814/15 und 1848 (vom Wiener Kongress bis zur Revolution, die Pressefreiheit in der Lombardei mit sich brachte) und zwischen 1848 und 1859 (von der Revolution bis zur Unabhängigkeit der Lombardei von den Österreichern) veröffentlicht wurden. Die Studie soll belegen, dass alle ausgewählten expliziten und impliziten Texte Teil desselben Widerstandsdiskurses gegen die österreichischen Machthaber sind. Die Texte werden zunächst kontextualisiert, um herauszufinden, wie sich die Beziehungen zwischen der zentralistischen österreichischen Regierung und den aufkommenden liberalen Kräften in der Lombardei darstellte und welche Interessen die einzelnen Gruppen verfolgten. Mit Hilfe eines interdisziplinär ausgerichteten Verfahrens, das sich vor allem auf die methodische Herangehensweise der Kritischen Diskursanalyse stützt und die Konzepte der “Hegemonie”, der “Ideologie” und der “Identität” einbindet, soll die soziokulturelle Situation der Lombarden unter den Habsburgern beschrieben werden. Die aus dem Verfahren gewonnenen Erkenntnisse sind, dass die ausgewählten Texte sich zwar durch unterschiedliche Funktionen, Autoren und Ziele auszeichnen, dass sie jedoch Teil desselben Widerstandsdiskurses gegen die österreichischen Machthaber sind und gemeinsame politische Haltungen und Interessen sowie eine gemeinsame Identität widerspiegeln. Der größte Unterschied zwischen den Texten besteht darin, dass die transportierten Inhalte mit Hilfe unterschiedlicher Strategien realisiert werden. Die Revolutionstexte sind durch direkte und explizite Kritik an den Machthabern charakterisiert, während kritische Äußerungen in jenen Texten, die die Zensur durchlaufen haben, in versteckter und impliziter Form realisiert werden. Die Untersuchung zeigt unterschiedliche Arten des Widerstands in verschiedenen Texten aus unterschiedlichen Perioden auf und beweist, dass alle ausgewählten Diskursfragmente Teil desselben Widerstandsdiskurses gegen die österreichischen Machthaber sind. Während sich die Historiographie häufig auf Fakten stützt, die in Texten klar auszumachen sind, bereichert die historische Soziolinguistik die Wissenschaft um die Erkenntnis, dass versteckte Strategien erst mit Hilfe einer detaillierten Analyse sichtbar gemacht werden können.
Abstract
(Englisch)
The 19th century in Europe was marked by socio-political changes in the Habsburg Empire that also affected the North of Italy. After the Viennese Congress, there was a great discontent towards the Austrian reign in the two Austrian-dominated regions of Lombardy and Venice. This led to conflicts in everyday life, which were reflected in several types of texts at the time. However, due to the censorship, criticism was not always explicitly expressed. This contribution focuses on texts from two time-spans, i.e. texts published between 1814/15 – 1848 (revolution, relative freedom of the press in Lombardy) and between 1848 – 59 (prior to the independency of Lombardy). First, I will contextualise the various documents in order to find out how the relations between the dominating central power and the uprising regional forces in the Habsburg Empire are defined, and how they interact with the specific interest of the different groups. In an interdisciplinary approach, concepts relating to “hegemony”, “ideology” and “identity” will be used to describe these phenomena. Having different functions, authors and aims, the texts presented in this contribution reflect different networks of power from various levels of society (e.g. the sciences, economy, circles of intellectuals etc). A shared characteristic of all these texts is that they are part of the same discourse of resistance against the rulers, their political attitudes and interests. The main difference is that the message conveyed in the texts from the revolutionary period is direct and explicit, whereas it is of a hidden and implicit nature in those texts which passed censorship. This paper will illustrate these different “natures” of resistance in the research corpus.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Resistance Lombardy Habsburg Lombardy Critical study of discourse
Schlagwörter
(Deutsch)
Widerstand Lombardei habsburgische Lombardei diskursanalytische Untersuchung
Autor*innen
Petra Majnaric
Haupttitel (Deutsch)
Aspekte des Widerstands in der habsburgischen Lombardei
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine diskursanalytische Untersuchung
Paralleltitel (Englisch)
Aspects of the resistance in Habsburg Lombardy-a critical study of discourse
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
325 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Rosita Schjerve-Rindler ,
Rudolf de Cillia
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.15 Historische Linguistik
AC Nummer
AC05041097
Utheses ID
4582
Studienkennzahl
UA | 092 | 349 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1