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"Mein Idealismus ist längst futsch!"
das Tagebuch der Rotkreuzpflegerin Louise Valentini aus dem Ersten Weltkrieg (1915)
Sonja Gasser
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg. UF Deutsch
Betreuer*in
Christa Ehrmann-Hämmerle
DOI
10.25365/thesis.52377
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15138.53948.522054-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Kriegskrankenpflegerinnen während des Ersten Weltkrieges. Dabei wird eine frauen- und geschlechtergeschichtliche Perspektive eingenommen. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Akteuren im Krieg erschweren mangelnde Quellen sowie noch immer bestehende Forschungslücken – vor allem im deutschsprachigen Raum. Diese Tatsache untermauert die Bedeutsamkeit der intensiven Befassung damit.
Als Quelle dient ein nicht veröffentlichtes Tagebuch der 27-jährigen Pflegerin Louise Valentini. Die Österreicherin arbeitete rund vier Monate in zwei Epidemiespitälern im ehemaligen Galizien.
Es werden folgende Fragen an das Originaldokument gestellt: Was sind die Funktionen des Tagebuchschreibens für Louise Valentini? Welche Themen kommen in ihrem Tagebuch vor und wie schreibt sie über Arbeit, Freizeit, Gefühle und Beziehungen? Wie stellt sie den Krieg dar? Wie konstruiert sie ihr „Selbst“? Inwiefern nimmt sie Bezug auf durch Krieg evozierte Gewalt?
Um die Fragen bestmöglich zu beantworten, wird das Tagebuch in drei historische Kontexte eingebettet: die Entwicklung der Kriegskrankenpflege von Frauen, die Charakterisierung der Gattung Tagebuch und die Darstellung der Epidemiespitäler während des Ersten Weltkrieges.
Nach dem theoretischen Teil folgt der empirische, in welchem das Tagebuch anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring untersucht wird. Dafür wurden induktiv Kategorien gebildet. Mit diesem Werkzeug ausgerüstet wurde die Quelle im ersten Schritt allgemein analysiert und anschließend die vier Metakategorien „Arbeit“, „Freizeit“, „Beziehungen“ und „Gefühle“ einer Feinanalyse unterzogen.
Es stellte sich heraus, dass die Hauptfunktion des Tagebuchschreibens ein „governing oneself“ war, da Louise Valentini eine innere und äußere Krise erfährt. Um diese zu überwinden, wertet sie ihr Selbst gegenüber anderen auf. Dabei entsteht das Bild einer tugendhaften, klugen Frau. Abgelenkt von den inneren Befindlichkeiten, thematisiert sie den Krieg und seine gewaltvollen Konsequenzen kaum. Es ist daher kein Kriegstagebuch, sondern eine Mischung aus „Journale Intime“, Arbeitsjournal und Reisetagebuch. Im Zentrum des Schreibens stehen ihre Gefühle, wobei die negativen deutlich überwiegen. Ferner sind die Beziehungen, die sich zum größten Teil als sehr freundschaftlich und teilweise sexualisierend gestalten, und die Arbeits- und Freizeitgestaltung wichtige Bestandteile des Tagebuchs.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
First World War Nursing First World War Women's and Gender history Military History Diary Biography
Schlagwörter
(Deutsch)
Kriegskrankenpflege Kriegskrankenschwester/ Erster Weltkrieg Militärgeschichte Frauen- und Geschlechtergeschichte Biografieforschung Tagebuch
Autor*innen
Sonja Gasser
Haupttitel (Deutsch)
"Mein Idealismus ist längst futsch!"
Hauptuntertitel (Deutsch)
das Tagebuch der Rotkreuzpflegerin Louise Valentini aus dem Ersten Weltkrieg (1915)
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
2, 119 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Karte
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christa Ehrmann-Hämmerle
Klassifikation
15 Geschichte > 15.23 Erster Weltkrieg
AC Nummer
AC15060326
Utheses ID
46257
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 333 |
