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Zivilisten, Kombattanten und Blauhelme
das Mandat zum Schutz von Zivilisten in Friedenserhaltenden Operationen der Vereinten Nationen im Kontext heutiger nicht-internationaler bewaffneter Konflikte
Nadine Enke
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Irene Etzersdorfer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.52413
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19385.43679.967464-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Jahr 1999 wurde das Mandat zum Schutz von Zivilisten (Protection of Civilians, PoC) in bewaffneten Konflikten geschaffen, das in Friedenserhaltenden Operationen der Vereinten Nationen zum Einsatz gelangt. Seither wurden fast alle Friedenserhaltenden Operationen der Vereinten Nationen mit diesem Mandat ausgestattet. Das Mandat zum Schutz von Zivilisten baut auf dem Prinzip der Trennung zwischen Kombattanten und Zivilisten in Kriegen und bewaffneten Konflikten auf, das im Zentrum des Humanitären Völkerrechts steht. Es dient vor allem dem Zweck, Schaden an Zivilisten im Fall bewaffneter Auseinandersetzungen möglichst gering zu halten. Der Schutz von Zivilisten in diesem Sinne ist also keineswegs erst mit dem PoC-Mandat festgelegt worden, sondern schon lange ein Grundpfeiler des ius in bello (Recht im Krieg). Unser Verständnis von Krieg, aber auch die Art, wie wir (staatliche) kollektive Gewaltanwendung verstehen und organisieren ist von dieser Trennung geprägt. Die rechtliche und konzeptionelle Unterscheidbarkeit stimmt jedoch oft nicht mit der empirischen Wirklichkeit heutiger nicht-internationaler bewaffneter Konflikt- und Gewaltszenarien überein. Zivilisten, die durch ebendiese Trennung im Humanitären Völkerrecht in bewaffneten Auseinandersetzungen geschützt werden sollen, sind in heutigen Konfliktsituationen wieder die häufigsten Leidtragenden. Kämpfer in solchen hochkomplexen Konflikten nutzen das Aufheben dieser Unterscheidung bewusst als zentrale Konfliktstrategie und ziehen Zivilisten damit in den Konflikt. Eines der großen Probleme beim Schutz von Zivilisten in nicht-internationalen bewaffneten Konflikten liegt in der großen Diskrepanz zwischen der Konfliktrealität einerseits sowie der wissenschaftlichen, rechtlichen und militärischen Instrumenten zur Erfassung und Bewältigung dieser Aufgabe andererseits. Die vorliegende Master-Abschlussarbeit befasst sich mit den neuesten Erkenntnissen, Studien und Berichten über die Herausforderungen bei der Umsetzung des PoC-Mandats. Sie setzt vor allem bei der Frage an, ob das Grundprinzip der Trennung zwischen Zivilisten und Kombattanten, das einen Grundpfeiler unseres rechtlichen Kriegsverständnisses und des Konzepts des Schutzes von Zivilisten darstellt, in dieser Form von Konflikten, denen wir uns heute gegenüber sehen, überhaupt gewährleistet werden kann. Gleichzeitig werden die Erwartungen, die an friedenserhaltende Einsätze gestellt werden, hinterfragt.
Abstract
(Englisch)
In 1999, the United Nations (UN) created the Protection of Civilians Mandate (PoC) for their Peacekeeping Operations in armed conflicts. Ever since, almost all of such Peacekeeping Operations of the UN have been equipped with this mandate. The PoC-mandate is based upon the principle of separation of combatants and civilians in wars and armed conflicts, which is a crucial cornerstone of Humanitarian International Law. The principle aims to limit the damages suffered by civilians when armed confrontations break out. In this regard, protecting civilians is not a new concept introduced by the PoC-mandate, but has a long tradition in the ius in bello (the law in war). Our understanding and organization of war as well as the art of conduct of collective use of force (by the state) is shaped by this principle of separation. Nevertheless, the legal and conceptual separation in many cases does not match the reality on the ground of non-international armed conflicts. Civilians, who should be protected by the Humanitarian International Law, are once again the prime victims in armed conflicts. Fighters in these highly complex conflicts destroy the separation deliberately, pull civilians into the conflict and use this to their advantage. The large discrepancy between the reality on the ground and the scientific, legal and military instruments to grasp and resolve this phenomenon, is one of the biggest issues when protecting civilians in non-international armed conflicts. This Master-Thesis focuses on the latest research, studies and reports regarding the challenges of implementing the PoC-mandate. It critically reviews, whether civilians can be protected at all in these forms of non-international armed conflicts and the expectations towards Peacekeeping Operations of the UN as such.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
War Armed Conflict Protection of Civilians United Nations Peacekeeping Humanitarian International Law New Wars Asymmetric Warfare War Theory
Schlagwörter
(Deutsch)
Krieg Bewaffneter Konflikt Schutz von Zivilisten Vereinte Nationen Friedenserhaltende Operationen Blauhelme Humanitäres Völkerrecht Neue Kriege Asymmetrische Kriegsführung Kriegstheorie
Autor*innen
Nadine Enke
Haupttitel (Deutsch)
Zivilisten, Kombattanten und Blauhelme
Hauptuntertitel (Deutsch)
das Mandat zum Schutz von Zivilisten in Friedenserhaltenden Operationen der Vereinten Nationen im Kontext heutiger nicht-internationaler bewaffneter Konflikte
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
127 Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Irene Etzersdorfer
Klassifikation
89 Politologie > 89.83 Kriegführung
AC Nummer
AC15072627
Utheses ID
46285
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1