Detailansicht

Das Objekt in der deutschen Grammatik
Gabor Fonyad
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Richard Schrodt
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.5195
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30209.36821.735064-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ein genauerer Blick auf den historischen Hintergrund der Satzgliedterminologie zeigt, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Missverständnisse und der Meinungsverschiedenheiten zwischen Sprachwissenschaftlern auf eine terminologische Unschärfe zurückgeführt werden kann. Die Begriffe ‚Akkusativ-Objekt‘ und ‚Dativ-Objekt‘ vermischen morphologische, funktionale, semantische und sogar ontologische Aspekte. Die morphologische Form einer NP reicht nicht aus, um deren syntaktischen Status zu bestimmen. Zwei Modelle werden präsentiert, um Objekte von Nicht-Objekten zu unterscheiden:(a) es gibt einen graduellen Übergang oder (b) es existiert eine klare Grenze. Sowohl die Ergebnisse dieser Arbeit als auch die zugrundegelegte theoretische Argumentation unterstützen Hypothese (b): Eine NP ist entweder ein Objekt oder es ist überhaupt kein Objekt. Das hat zweierlei Konsequenzen: Das direkte Objekt und das Verb bilden eine Einheit ([V DO]), während das indirekte Objekt auf der Nicht-Objekt-Seite anzusiedeln ist. Auch wenn das indirekte Objekt in irgendeiner Weise näher an das Verb gebunden ist als andere Ergänzungen, die keine Objekte sind ([V DO] [IO / andere Ergänzungen]), muss es noch näher definiert werden. Die Einheit von Objekt und Verb wird durch die ‚Grammatical Relations Hierarchy’ und die ‚Case Hierarchy’, durch die unmarkierte Wortstellung sowie durch Inkorporation des Nomens ins Verb belegt. Der Status des indirekten Objekts bleibt ungeklärt. Es ist jedenfalls eindeutig, dass es kein Teil der Verb-Objekt-Einheit ist, die mehr oder weniger der VP in der Generativen Grammatik und dem Prädikat in der Traditionellen Grammatik entspricht.
Abstract
(Englisch)
Deeper insight into the historical background of the terminology for syntactic relations reveals that much of the confusion and the disagreement among linguists is due to terminological inaccuracy. The German terms ‘Akkusativ-Objekt’ and ‘Dativ-Objekt’ mix morphological, relational, semantic, and also ontological aspects. The morphological form of an NP does not suffice to designate its syntactic status. Two models are presented to distinguish objects from non-objects: (a) there is a gradual transition, or (b) there is a clear-cut boundary. The results of this analysis as well as the underlying theoretical argumentation provide support for hypothesis (b): An NP is either an object or it is not an object at all. This has two consequences: The direct object and the verb form a unit ([V DO]), whereas the indirect object falls on the non-object side. Even if the indirect object is in some way more closely bound to the verb than other non-object complements ([V DO] [IO / other complements]), this issue, however, remains to be defined. Evidence for the object-verb-unit is provided by the ‘Grammatical Relations Hierarchy’ and the ‘Case Hierarchy’, from the basic word order types, and from noun incorporation. The status of the indirect object remains dubious. However, it is clear that it is not part of the verb-object-unit, which is more or less equivalent with the VP in Generative Grammar and the predicate phrase in traditional grammar.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
object direct object indirect object complements adjuncts syntax case theory of grammar
Schlagwörter
(Deutsch)
Objekt direktes Objekt indirektes Objekt Satzglieder Ergänzungen Angaben Syntax Kasus Grammatiktheorie
Autor*innen
Gabor Fonyad
Haupttitel (Deutsch)
Das Objekt in der deutschen Grammatik
Paralleltitel (Englisch)
The object in German grammar
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
125 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Richard Schrodt
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.01 Geschichte der Sprach- und Literaturwissenschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.03 Theorie und Methoden der Sprach- und Literaturwissenschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.50 Allgemeine Grammatik ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.51 Einzelne Theorien der Grammatik ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.52 Syntax ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.09 Deutsche Sprache
AC Nummer
AC07665846
Utheses ID
4645
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1