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Queering Goethe - ein queer reading von Johann Wolfgang von Goethes Roman "Die Wahlverwandtschaften"
Viktoria Portschy
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Englisch UF Deutsch
Betreuer*in
Susanne Hochreiter
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.52656
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29850.93669.499264-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Goethe selbst erwähnte wiederholt die systematische Vorgangsweise, nach welcher er seinen dritten Roman „Die Wahlverwandtschaften“ geschrieben und verfasst hat. Ein Beispiel für diese Geplantheit lässt sich in der sogenannten „chemischen Gleichnisrede“ finden, in welcher viele Handlungen des Romans vorausgedeutet werden. Ein nächster logischer Schritt ist es demnach, Goethes Aufforderung nachzukommen, den Roman zumindest drei Mal zu lesen, um ihn voll und ganz erfassen zu können. Auch wenn dieser Art des Lesens nachgekommen worden ist und sich die Lesenden des geplanten Charakters des Werks bewusst sind, so lässt doch jeder Plan Leerstellen offen. Die vorliegende Diplomarbeit füllt nun diese Leerstellen, mit Hilfe einer queer-theoretischen Lesart. Nicht-fixierte Identitätskonstruktionen und Gender-Pluralismen sind 1809 möglich und in literarischen Werken repräsentiert. Selbst wenn heteronormative Ansichten und Beziehungen in den „Wahlverwandtschaften“ eine Hauptrolle einnehmen, so sind alternativen Lesarten dennoch möglich. In der sogenannten „chemischen Gleichnisrede“ werden Affinitäten als fließend und sich ständig ändernd angenommen, genauso wie es auch Identitätskonstruktionen sein können. Wie Eve Kosofsky Sedgwick feststellt, kann queer ein „open mesh of possibilities“ (2013: 8–9) sein und in einer solchen Definition kommt queer reading auch im Rahmen dieser Diplomarbeit zur Anwendung. Es geht nicht darum, gegensätzliche Paare herauszulesen. Vielmehr geht es darum, offensichtliche oder versteckte Leerstellen zu füllen, wie die leeren Maschen eines Netzes. Die Ergebnisse dieses queer readings zeigen, dass die Affinitäten der wahlverwandten Protagonist_innen hochkomplex sind und sich im ständigen Wandel befinden. Zusätzlich spielt die Verteilung der Macht eine Rolle, die die Identitätskonstruktionen der Protagonist_innen nachhaltig beeinflusst.
Abstract
(Englisch)
Goethe argued himself that he planned his novel “Die Wahlverwandtschaften” (“Elective Affinities”) like on a metaphorical drafting table. An example of this high degree of planning would be the “chemical analogy”, wherein everything is foreshadowed and anticipated. It is therefore only logical to follow Goethe’s instructions for reading this novel, as the reader is advised by Goethe himself, as he put it in one of his letters, to read it at least three times in order to understand the full scope of the plot. However, any blueprint – even one diligently drafted by Goethe – leaves gaps to be filled. In this diploma thesis, these blank spaces are read from a queer perspective. In 1809 gender pluralism and multiple gender identities seem possible and out in the open. Even though heteronormativity plays a major role within the novel, discourse and interpretations within and beyond the text level are possible. It is inscribed within Goethe’s definition of the chemical elective affinities that everything seems to be fluid rather than fixed. It is therefore obvious that the protagonists and their identities – any imaginable kind – are to be perceived as something fluid rather than fixed, as well. Eve Kosofsky Sedgwick argued that queer can refer to “the open mesh of possibilities, gaps, overlaps, dissonances and resonances, lapses and excesses of meaning” (2013: 8–9). What the queer reading within this diploma thesis sets out to do is not to look at dichotomies of overt/covert, inside/outside, but much rather focus on is what lies within the empty spaces of a mesh. The queer reading of the novel unveils that the affinities among the protagonists are highly complex, corresponding directly to their identity construct in any given situation. Additionally, distribution of power turns out to be different to what it might seem at first glance, influencing ever-changing identity constructs of the protagonists.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
queer reading queer studies queer Goethe Elective Affinities literature literary criticism
Schlagwörter
(Deutsch)
queer reading queer studies queer Goethe Wahlverwandtschaften Literaturwissenschaft
Autor*innen
Viktoria Portschy
Haupttitel (Deutsch)
Queering Goethe - ein queer reading von Johann Wolfgang von Goethes Roman "Die Wahlverwandtschaften"
Paralleltitel (Englisch)
Queering Goethe : a queer reading of Johann Wolfgang von Goethes novel "Elective Affinities"
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
92 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Susanne Hochreiter
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.02 Philosophie und Theorie der Geisteswissenschaften ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.03 Theorie und Methoden der Sprach- und Literaturwissenschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.73 Literaturtheorie: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.97 Texte eines einzelnen Autors
AC Nummer
AC15072170
Utheses ID
46507
Studienkennzahl
UA | 190 | 344 | 333 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1