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Reused Footage und Amateurfilm-Ästhetik im Musikvideo-Clip
Peter Lindorfer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Mediengeschichte
Betreuer*in
Manfred Öhner
DOI
10.25365/thesis.52984
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19385.62742.382262-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich damit, wie und zu welchem Zweck durch die Verwendung von Reused Footage in Musikvideos eine besondere Qualität, Ästhetik und emotionale Sprache erzeugt wird. Zahlreiche international bekannte KünstlerInnen haben sich dieses Stilmittel bereits zunutze gemacht. So baut z.B. der frühe Erfolg von Star-Sängerin Lana Del Rey vor wenigen Jahren zu einem beachtlichen Grad auf ihren Videos auf, die in der Ästhetik von alten Amateurfilmen („Home Movies“) gehalten sind, und fügt sich damit in eine allgegenwärtige Retrobewegung in der Popkultur ein, die seit den Jahren nach dem Millenium vorherrscht. Der britische Kulturtheoretiker Mark Fisher erklärt diese Entwicklung mit seiner Theorie der Hauntologie, die ausführlich erläutert wird. Diese „Lehre vom Spuk“ besagt, der Glaube an eine bessere Zukunft sei in der Popkultur verloren gegangen, der als Antrieb für ihre Innovationen und Umbrüche ausschlaggebend war. Daher schwingt das Gefühl eines großen Verlustes in der Musik vieler KünstlerInnen des 21. Jahrhunderts mit, und äußert sich in einer tiefen Melancholie.
Es folgt ein allgemeiner Teil über die Gattung Musikvideo, in dem sowohl auf die Eigenart der audiovisuellen Wahrnehmung, typische Montage- und Inszenierungsstrategien im Musikvideo als auch auf seine historische Entwicklung eingegangen wird. Zentral sind dabei v.a. die Veränderungen, die eingetreten sind, seit das Internet das Fernsehen als wichtigstes Medium für Musikvideos abgelöst hat. Ein Abriss über die DIY- und Remix-Kultur auf YouTube zeigt, wie die Generation der Prosumer unsere Sehgewohnheiten mit ihren Erzeugnissen verändern und so professionelle Produktionen beeinflussen. Nachdem die unterschiedliche Traditionen und Zugänge bei der Verwendung von recycelten Bildern sowie die Besonderheiten von Home Movies und Super-8-Material dargelegt werden, folgt die detaillierte, vergleichenden Analyse von vier Musikvideos, die auf Reused Footage basieren. Lana Del Rey setzt z.B. bei „Video Games“ auf eine Kompilation von Home Movies, stereotypen Bildern der USA und des „alten Hollywood“, um sich bei den entsprechenden Imagewerten zu bedienen. In ihrer Musik spiegelt sich die Trauer, dass die großen Tage der Kultur, die sie rezitiert, schon lange gezählt und ihre Positionen überholt sind. Weiters werden die Clips zu Beiruts „Postcards from Italy“, „3 Days“ von Rhye und „Terry Nation“ von Brief Candles auf Parallelen, Unterschiede, filmisch-ästhetische Besonderheiten und zu Grunde liegende Strategien abgeklopft. Zu letzteren gehören Home Movies als Chiffré für glückliche Kindheitstage, das Spiel mit der kollektiven Erinnerung an bestimmte Zeitphasen, voyeuristische Motive, die Erzeugung von Rätselhaftigkeit durch uneindeutige Bildbezüge und andere. Wie im Resümee weiter beschrieben wird, lässt sich das wiederholte Aufgreifen von visuellen Stereotypen, sowie eine gewisse Sinnentleerung der Bilder und die Auflösung von professionellen filmischen Standards anhand dieser Clips beobachten.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Music-video Reused-Footage Retro Hauntology Homemovies Aesthetics YouTube Melancholia Super-8
Schlagwörter
(Deutsch)
Musikvideo Retro Hauntologie Amateurfilm Ästhetik YouTube Audiovisualität Melancholie Super-8
Autor*innen
Peter Lindorfer
Haupttitel (Deutsch)
Reused Footage und Amateurfilm-Ästhetik im Musikvideo-Clip
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
91 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Manfred Öhner
Klassifikationen
24 Theater > 24.33 Filmproduktion, Filmtechnik ,
24 Theater > 24.34 Filmgattungen, Filmsparten
AC Nummer
AC15146782
Utheses ID
46812
Studienkennzahl
UA | 066 | 581 | |
