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"Ich habe nur nach den Weisungen des Dienststellenleiters gehandelt" - die Tätigkeit Anton Brunners in der "Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien" im Spiegel der Volksgerichtsbarkeit
David Fenzl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg. UF Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Bertrand Perz
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29132.72838.765361-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Untersuchungsgegenstand der Diplomarbeit ist der Volksgerichtsprozess gegen den Nationalsozialisten Anton Brunner. Inhalt der Arbeit ist die kontextuale Einbettung des Volksgerichtsprozesses, seiner Vorgeschichte und nachkriegsgeschichtlichen Bedeutung, sowie die Rekonstruktion der Vorerhebung, Voruntersuchung, Anklage, Hauptverhandlung und des Urteils, wobei insbesondere die Verteidigungsstrategie Anton Brunners berücksichtigt wird. Durch die Analyse des Volksgerichtsprozesses lassen sich Brunners Taten nach der Tattypologie Herbert Jägers als Mischung aus Befehls- und Initiativtaten einordnen. Weiters kann Brunner nach der Tätertypologie von Gerhard Paul und Klaus-Michael Mallmann als eine Mischung aus Weltanschauungs- und Exzesstäter klassifiziert werden. In den Jahren 1941 und 1942 leitete Anton Brunner die sogenannten Kommissionierungen in der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien“. Er beteiligte sich damit maßgeblich am Deportationsprozess und „kommissionierte“ etwa 48.000 Jüdinnen und Juden der „Ostmark“. Kurz nach dem Ende der NS-Herrschaft wurde Brunner festgenommen und ein Verfahren gegen ihn eingeleitet. Es folgten polizeiliche Ermittlungen, Vernehmungen durch den Untersuchungsrichter und im April 1946 die Anklage Anton Brunners aufgrund der §§ 3, 4 und 5a des Kriegsverbrechergesetzes. Brunner wurde beschuldigt nicht nur führend an der Deportation von Jüdinnen und Juden in den „Osten“ beteiligt gewesen zu sein, sondern diese im Zuge der „Kommissionierungen“ psychisch und physisch misshandelt sowie die Menschenwürde und Gesetze der Menschlichkeit verletzt zu haben. In der Anfang Mai 1946 abgehaltenen, viertägigen Hauptverhandlung vor dem Volksgericht Wien wurden über 40 Zeug_innen einvernommen. Am 10. Mai 1946 wurde das Urteil „Tod durch den Strang“ verkündet und zwei Wochen später exekutiert.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Volksgericht Volksgerichtsprozess Nationalsozialismus Entnazifizierung
Autor*innen
David Fenzl
Haupttitel (Deutsch)
"Ich habe nur nach den Weisungen des Dienststellenleiters gehandelt" - die Tätigkeit Anton Brunners in der "Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien" im Spiegel der Volksgerichtsbarkeit
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
122 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Bertrand Perz
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.24 Zweiter Weltkrieg ,
15 Geschichte > 15.37 Europäische Geschichte 1914-1945 ,
15 Geschichte > 15.38 Europäische Geschichte nach 1945
AC Nummer
AC15096275
Utheses ID
46897
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 299 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1