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Familiäre Informationspflichten
Daniel Pölsler
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Rechtswissenschaften
Betreuer*in
Constanze Fischer-Czermak
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.53206
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17899.27057.693366-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Es gibt Informationsgefälle, die einerseits vor allem in Familien auftreten, und andererseits die Funktion der Familie gefährden wenn sie nicht ausgeglichen werden. Die vorliegende Arbeit hat geprüft, in welchem Ausmaß Familienmitglieder in solchen Situationen zur Aufklärung verpflichtet sind. Untersucht wurden dabei vor allem Personengruppen, die unter den Familienbegriff des Privatrechts fallen. Die dafür bedeutende Abgrenzung der Familie im Rechtssinn wurde unter den Gesichtspunkten der sozialen, der rechtlichen und der abstammungsrechtlichen Familie vorgenommen. Es wurde die Pflicht zur Weitergabe vier verschiedener Arten von Information untersucht: Informationen über unterhaltsrelevante Tatsachen, pflichtteilsrelevante Informationen, Informationen über die Identität der biologischen Eltern und Informationen über das Risiko der Weitergabe nachteiliger Veränderungen des Erbguts. Wegweisend sind dabei sind vor allem Aufklärungspflichten iZm den zuletzt genannten Informationen, deren Bedeutung vor dem Hintergrund medizinisch-technischer Fortschritte im Zunehmen begriffen ist. Pflichten zur Aufklärung über nachteilige Veränderungen des Erbguts sind vor allem dann relevant, wenn die zu befürchtenden Auswirkungen bestimmter genetischer Varianten durch medizinische Maßnahmen, wie Vorsorgeuntersuchungen oder Operationen, abgewendet werden können. Tatsächlich konnten entsprechende Pflichten auf verschiedene Rechtsgrundlagen gestützt werden, worunter der allgemeine Persönlichkeitsschutz und die allgemeinen familiären Beistandspflichten besonders hervorzuheben sind. Zu den derart verpflichteten Gruppen zählen ua (rechtliche wie auch biologische) Eltern und Kinder, Geschwister, Eltern untereinander, Ehegatten, Lebensgefährten, und, in geringerem Ausmaß, Personen in einer auf den gemeinsamen Kinderwunsch beschränkten Gemeinschaft. Die vorliegende Arbeit zeigt auch, dass vergleichbare Aufklärungspflichten in Bezug auf alle vier untersuchten Informationsarten bestehen, dass entsprechende Ansprüche regelmäßig durchsetzbar sind, und dass pflichtwidriges Verhalten rechtliche Konsequenzen, wie Schadenersatzansprüche, nach sich zieht.
Abstract
(Englisch)
There are information gaps which are at once prone to arise in families, as well as a threat to the functioning of the family if they are not closed. This study has sought to show the extent of existing legal requirements for family members to close such information gaps by volunteering the necessary information. As the study’s main focus was on persons who are legally regarded as constituting a family, it also contains a review of the types of “family” recognized in Austrian law. There were four types of information analysed in the study: The kind that is relevant to (1) determining the extent of obligations to financially support family members, (2) determining the size of the reserved portion provided for by the law of succession, (3) determining the identity of one’s biological parents and (4) determining the risks associated with the inheritance of undesirable genetic variants. Among these types of information the last mentioned category is certainly the most ground-breaking, and it was the study’s core objective to show the extent to which family members can be obligated to disclose information concerning their own genetic makeup in order to facilitate the genetic testing of relatives or the birth of healthy children. Indeed, the study identified an extensive legal basis for such obligations, in particular between (legal or genetic) parents and children (including others in the line of direct descent, such as grandparents and grandchildren), as well as between siblings, parents, spouses, cohabiting couples, and, to a lesser degree, anyone endeavouring to have children together. Such obligations are especially relevant in cases in which the negative consequences of carrying certain genetic variants may be averted through medical procedures such as prophylactic check-ups or operations. The study demonstrates that similar obligations to inform family members exist for all four kinds of information previously mentioned. Finally, the study underlines the possibility to legally enforce many of the obligations examined therein, as well as the possibility to obtain compensation for financial losses and physical or mental injuries that were incurred as a consequence of neglecting such obligations.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
disclosure information inform family filial piety privacy personal data genetic personal identity hereditary
Schlagwörter
(Deutsch)
Auskunft Information Aufklärung Familie Beistand Persönlichkeitsschutz Erbgut Identität genetisch rein persönlich
Autor*innen
Daniel Pölsler
Haupttitel (Deutsch)
Familiäre Informationspflichten
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
xix, 176 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Brigitta Zöchling-Jud ,
Wolfgang Zankl
Klassifikationen
86 Recht > 86.18 Privatrecht: Allgemeines ,
86 Recht > 86.22 Familienrecht ,
86 Recht > 86.45 Grundrechte
AC Nummer
AC15230591
Utheses ID
47020
Studienkennzahl
UA | 783 | 101 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1