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Ökonomische, demographische und soziale Auswirkungen von Zweitwohnsitzen, dargestellt am Beispiel ausgewählter niederösterreichischer Tourismusgemeinden
Caroline Schnabel
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Bewegung und Sport UF Geographie und Wirtschaftskunde
Betreuer*in
Christian Vielhaber
DOI
10.25365/thesis.53265
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14356.40094.704160-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der wissenschaftlichen Literatur zum Zweitwohnsitzwesen werden überwiegend Begründungsfaktoren und Strukturmerkmale behandelt, weniger dessen Auswirkungen auf lokale soziodemographische und sozioökonomische Strukturen.
Ziel der Arbeit ist daher die Identifikation und Konkretisierung dieser Auswirkungen in ausgewählten niederösterreichischen Tourismusgemeinden. Nach einem Überblick über die zeitliche Entwicklung sowie die räumlichen Strukturen und Dimensionen des Zweitwohnsitzwesens in Österreich wurden gemeindebezogene Daten der Statistik Austria auf ökonomische, demographische und soziale Auswirkungen hin analysiert.
Die Analyse zeigte, dass Zweitwohnsitze für strukturschwache Abwanderungsgemeinden im südlichen Niederösterreich Nutzen bringen können ohne Schaden anzurichten. Sie stellen aber keine Lösung der grundlegenden wirtschaftlichen, demographischen und gesellschaftlichen Probleme der Gemeinden dar, deren Ursachen außerhalb der Gemeinden liegen und die daher auf dieser Ebene auch nicht lösbar sind.
Wirtschaftlicher Rückgang und Bevölkerungsrückgang als einander wechselseitig beeinflussende Faktoren haben in Mönichkirchen, Semmering, Annaberg und Mitterbach zu Abwanderung, Alterung der Gesellschaft und Geburtenbilanzdefizit geführt. Dadurch wurden preisgünstige Gebäude und Wohnungen für die Begründung von Zweitwohnsitzen verfügbar.
Als mögliche positive Auswirkungen von Zweitwohnsitzen in den genannten Gemeinden konnten die Erhaltung und Pflege bestehender Bausubstanz, die Beiträge für die Infrastruktur der Gemeinden und die Nachfrage nach Leistungen der lokalen Wirtschaft sowie die damit verbundene örtliche Beschäftigung einheimischer Erwerbstätiger konkretisiert werden. Diese Effekte vermögen den wirtschaftlichen Rückgang aber nur abzuschwächen oder hinauszuzögern, bringen aber keine Lösung der strukturellen wirtschaftlichen Probleme.
Zweitwohnsitze haben keine Auswirkung auf den zweiten für sie ursächlichen Faktor Bevölkerungsrückgang und die daraus resultierenden demographischen und sozialen Konsequenzen, wie Alterung der Gesellschaft und rückläufige Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung. Negative Auswirkungen des Zweitwohnsitzwesens konnten nicht festgestellt werden.
Es sprechen daher keine Argumente dagegen, in den betrachteten Gemeinden das Zweitwohnsitzwesen weiterhin zu handhaben wie bisher, solange die positiven Auswirkungen erhalten oder verstärkt und negative vermieden werden können.
Abstract
(Englisch)
The focus of available scientific literature dealing with second homes lies mainly on causes and structural properties. The effects of second homes on local socio-demographic and socio-economic structures, however, are less explored.
The aim of this thesis is therefore to identify and describe the effects of second homes in selected Lower Austrian tourist communities. After an overview of the temporal development of second homes and their spatial structures and dimensions in Austria, survey data from Statistik Austria were analysed with regard to economic, demographic, and social effects.
The analysis showed that second homes can be beneficial for structurally weak communities undergoing emigration and do not bring about negative effects. However, the creation and existence of second homes do not solve the economic, demographic and societal problems of the communities. Since the causes of these problems are outside the communities, they cannot be solved on the community level.
Economic and demographic decline, which reciprocally influence each other, led to emigration, an ageing population, and declining birth rates in the communities Mönichkirchen, Semmering, Annaberg, and Mitterbach. Due to these demographic changes, inexpensive buildings and flats became available for the foundation of second homes.
The analysis suggested that potential positive effects of second homes on the above-mentioned communities are the maintenance of building structure, the contribution for the infrastructure of the communities, the demand for services of the local economy, and the associated em-ployment of the local population. Even though these effects may slow down the economic decline, they do not represent a true solution for the structural economic problems.
Second homes have no impact on the decline of the local population, which is a driver for the creation of second homes, and the resulting demographic and societal changes, such as the ageing of the population, and the decline of labour market participation. Adverse effects of second homes could not be found.
Consequently, there is no reason to handle second homes in the communities studied differently than at present as long as their positive effects can be maintained or reinforced and negative ones avoided.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
second homes social effects demographic effects economic effects tourist communities Lower Austria Mönichkirchen Semmering Mitterbach Annaberg second homes in Austria
Schlagwörter
(Deutsch)
Zweitwohnsitze demographische Auswirkungen soziale Auswirkungen ökonomische Auswirkungen Tourismusgemeinden Niederösterreich Mönichkirchen Semmering Mitterbach Annaberg Zweitwohnsitzwesen Österreich
Autor*innen
Caroline Schnabel
Haupttitel (Deutsch)
Ökonomische, demographische und soziale Auswirkungen von Zweitwohnsitzen, dargestellt am Beispiel ausgewählter niederösterreichischer Tourismusgemeinden
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
XI, 151 Seiten : Diagramme, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christian Vielhaber
Klassifikation
74 Geographie > 74.80 Demographie
AC Nummer
AC15101553
Utheses ID
47072
Studienkennzahl
UA | 190 | 482 | 456 |
