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Die Ablehnungsfront gegenüber der EU in Österreich
Philipp Decker
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Johann Wimmer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.5270
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30088.53159.994459-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Europäische Integration stellt für die Nationalstaaten und deren BürgerInnen einschneidende Veränderungen dar. Durch die Europäisierung von immer mehr Politikfeldern kommt es zu einem Machtverlust der Nationalstaaten und zu Veränderungen in den Einflussbereichen vormals national kontrollierter Felder. Dies beschränkt sich nicht nur auf die Wirtschaft, die nationale Gesetzgebung und staatliche Sozialsysteme, sondern beinhaltet auch Veränderungen in der sozialen Lebenswelt der BürgerInnen. Diese Diplomarbeit bearbeitet die Frage, weshalb gerade die Bevölkerung in Österreich einen so hohen Anteil an EU-KritikerInnen aufweist. Mit Hilfe von modernen Nationalismustheorien und sozialpsychologischen Erkenntnissen wird eine Theorie entwickelt, anhand derer man, am Beispiel Österreichs, die Bedeutung der spezifischen Konstruktion von nationaler Identität für die Akzeptanz der EU erklären kann. Die Gründung eines „neuen“ Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den politischen Eliten als Stunde null interpretiert und die Bevölkerung Österreichs wurde mit Hilfe des „Opfermythos“ von kollektiver Mitschuld an den Verbrechen des Nationalsozialismus frei gesprochen. Doch die kollektive Identität ist keine Tabula rasa, bei der die historischen Erfahrungen einer Gesellschaft von heute auf morgen durch eine Politik des Vergessens ausgelöscht werden können. Die nationale Identität Österreichs ist geprägt vom Umgang mit der Vergangenheit und deren Mythen sowie gesellschaftlichen Mustern. Die empirischen Daten in dieser Arbeit deuten darauf, dass die österreichische Bevölkerung von einem außergewöhnlich starken Nationalstolz geprägt ist. Ähnlich wie bei neuen Nationen ehemaliger Kolonien, weist Österreich eine von der politischen Elite konstruierte, nationale Identität auf. Die Konstruktion dieser Identität beinhaltet sowohl inklusive als auch exklusive Elemente. Im Rahmen von Populismus können exklusive Elemente nationaler Identität politisiert werden. Durch Nationalismus und Rechtspopulismus werden die emotionalen Bindungen dieser kollektiven Identität für politische Ziele missbraucht und EU-Ablehnung gefördert.
Abstract
(Englisch)
The process of European integration gives rise to a number of deep going changes which influence not only the nation-states but also their citizens. As a cause of Europeanization, further policy-fields are now ruled by the European Union instead of the nation-states. The nation-states’ loss of power includes not only the spheres of economy, national legislation and welfare, but also has a huge impact on the social world of their citizenries. This thesis deals with the question of how it comes, that especially Austrians are exceedingly critical regarding the European Union. By using modern theories on nationalism, national identity and social-psychology, this thesis tries to analyse the linkage between the specific construction of national Identity and opposition to the European Union. The foundation of a “new” Austria after the end of the 2nd World War has been interpreted by many Austrians as the zero hour. By using the myth of having been the first victim of Hitler Germany, the so called “Opfermythos”, many Austrians felt relieved of their collective guilt. However, it is examined that Austria’s national Identity is drawn by its history. In fact, there has never been a zero hour, but the national Identity is based on elements of its past as of Austria’s new epoch after WWII. Hence the way of dealing with its history has a great influence on society and the construction of national Identity. The empirical findings of the thesis show that Austrians have an extremely strong national pride. Similar to identity politics in ex-colonial countries, Austria’s political Elite has constructed a new national identity based on older ethno-symbols. This national identity includes some elements of exclusiveness. Nowadays rightwing populist leaders and others can use these patterns of collective identity to stir up Nationalism and opposition to the EU among the population.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
identity Europe Austria nationalism
Schlagwörter
(Deutsch)
Nationalismus EU Europa Identität
Autor*innen
Philipp Decker
Haupttitel (Deutsch)
Die Ablehnungsfront gegenüber der EU in Österreich
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
VI, 170 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johann Wimmer
Klassifikation
89 Politologie > 89.73 Europapolitik, Europäische Union
AC Nummer
AC07690742
Utheses ID
4712
Studienkennzahl
UA | 300 | | |
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