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Wo bleibt die Dankbarkeit? Ergründung ihrer fehlenden bildungswissenschaftlichen Bearbeitung und ihrer möglichen bildungswissenschaftlichen Relevanz
Caroline Vicentini
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Ines Maria Breinbauer
DOI
10.25365/thesis.53377
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14556.08328.420763-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht den Gebrauch des Begriffs der Dankbarkeit in pädagogischen Tex-ten. Zwar nimmt das Konzept der Dankbarkeit in der griechischen Antike noch einen be-deutenden Stellenwert im pädagogischen Zusammenhang ein, in neueren Schriften ist es jedoch kaum zu finden und wenn, dann wird es anders konnotiert. Dieser Befund eines Rückgangs der Thematisierung von Dankbarkeit in jüngeren Texten soll in einem Vergleich pädagogischer Texte, die Dankbarkeit thematisieren, untersucht werden. Dazu werden diese Texte hermeneutisch analysiert, um daraufhin die auf Dankbarkeit bezogenen Argumentati-onsgänge der verschiedenen Positionen miteinander zu vergleichen. Eine Gegenüberstellung von dabei herausgearbeiteten ähnlichen Argumentationsgängen in Bezug auf das Konzept der Dankbarkeit mit solchen von Vertreter_innen der Bildungswissenschaft, welche sich mit den dabei jeweils berührten Aspekten kritisch auseinandersetzen, macht zentrale Probleme in einigen Fassungen des Konzepts der Dankbarkeit aufmerksam. Damit wird es möglich die These zu stärken, dass der Begriff der Dankbarkeit deshalb immer weniger behandelt wurde und wird, weil dessen traditioneller Gebrauch für die Disziplin problematische Konnotatio-nen und Konsequenzen aufweist, wie zum Beispiel die Sicherung von Gehorsam durch Dankbarkeit, und seine weithin ideologische, unreflektierte sowie undifferenzierte Verwen-dung neueren Standards der Disziplin als gegen normative Implikationen kritische Wissen-schaft widerspricht.
Anhand der Analyse der pädagogischen Texte über Dankbarkeit werden jedoch auch Ansatzpunkte herausgearbeitet, die auf Facetten der pädagogischen sowie bildungswissen-schaftlichen Relevanz einer Beschäftigung mit dem Dankbarkeitsbegriff verweisen. So macht die Reflexion der in den Texten vertretenen Auffassung von Dankbarkeit als einem Wert oder einer Tugend verstärkt auf die Notwendigkeit aufmerksam, die Thematisierung von Werten oder Tugenden im pädagogischen Kontext zu hinterfragen. Eine zweite erarbei-tete Facette der pädagogischen Relevanz besteht in der Betonung durch den Begriff der gegenseitigen Verwiesenheit der am pädagogischen Prozess Beteiligten und der damit ver-bundenen besonderen Auffassung von Unterricht. Ein bildungswissenschaftlich relevanter Aspekt wird in der durch Dankbarkeit markierten grundlegenden Relationalität des Subjekts gefunden. Dabei kann aufgezeigt werden, dass diese relationale Subjektivität in der Dank-barkeit bewusst wird und von der oder dem Einzelnen positiv erfahren werden kann, wes-halb Subjektivität dadurch nicht negativ durch einen Mangel an Souveränität, sondern posi-tiv durch die Anerkennung der Verwiesenheit auf den oder die andere_n definiert werden kann.
Abstract
(Englisch)
The finding that the concept of gratitude has had a considerable position in pedagogical pa-pers in ancient Greece but is only scarcely discussed in more recent German pedagogical papers leads to the aim of the theses. This is to investigate the use of the term gratitude in different pedagogical papers to find possible reasons for the scarce consideration of the top-ic. The texts are analyzed hermeneutically in order to compare the different lines of argu-ment within them and find similarities. The similar arguments are then confronted with such of proponents of the educational sciences that discuss related aspects to those arguments. Doing this, it is possible to show discrepancies between the lines of argument of the Authors working on gratitude and those of the proponents of the educational sciences. This leads to the assumption that gratitude is not being discussed more intensively by the discipline be-cause of problematic connotations of the term, like the assurance of obedience through grati-tude, and because of its ideological, not reflected and not differentiated, use.
The analysis of the texts also leads to aspects which refer to the relevance of the term gratitude for the educational sciences. First, the reflection of the concept of gratitude as a value or a virtue in the analyzed texts makes the need to reflect upon the topic of values and virtues in pedagogical contexts increasingly visible. Second, a relevant pedagogical aspect of gratitude is to be found in the accentuation of the mutual dependence of the people acting in pedagogical situations and in the opening up of possible new considerations about teaching and learning. The third important aspect concerns the relationship of the subject that is marked by gratitude and shows that gratitude can make this relationship experiential and positively connoted.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Gratitude Thankfulness Pedagogy Education
Schlagwörter
(Deutsch)
Dankbarkeit Dank Erziehung Erziehungsziel pädagogische Beziehung
Autor*innen
Caroline Vicentini
Haupttitel (Deutsch)
Wo bleibt die Dankbarkeit? Ergründung ihrer fehlenden bildungswissenschaftlichen Bearbeitung und ihrer möglichen bildungswissenschaftlichen Relevanz
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
120 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ines Maria Breinbauer
Klassifikation
80 Pädagogik > 80.02 Philosophie und Theorie der Pädagogik
AC Nummer
AC15185232
Utheses ID
47167
Studienkennzahl
UA | 066 | 848 | |
