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Nach dem Ausnahmezustand
Repräsentation, Normalisierungsprozesse und Repression im Zuge des État d’urgence in Frankreich
Eva Julia Hoffmann
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Thomas Waitz
DOI
10.25365/thesis.53679
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14556.66387.241566-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
„Der Ausnahmezustand wird angeordnet“ verkündete der französische Präsident François Hollande noch in der Nacht des 13. November 2015, in der 130 Menschen den Terroranschlägen in der Pariser Innenstadt und dem Stade de France zum Opfer fielen. Der Ausnahmezustand (franz.: État d’urgence) wurde in Folge dieser Ereignisse über zwei Jahre beibehalten und ging schließlich in Teilen im November 2017 in das neue AntiTerror-Gesetz der Regierung Emmanuel Macrons über. Weder gegen das Ausnahmeregime, noch gegen das neue Gesetz gab es nennenswerten Protest, obwohl beide Regelungen Grund- und Persönlichkeitsrechte massiv einschränken41. Aus dieser Beobachtung ergeben sich zwei Prämissen, die für diese Arbeit grundlegend sind: I Der Ausnahmezustand ist mit seiner Übernahme in das allgemeine Strafrecht zur Normalität geworden. II Mediale Dispositive sind als vermittelnde Instanzen zwischen Spezial- und Alltagsdiskurs maßgeblich an diesem Normalisierungsprozess der Ausnahme beteiligt. Infolge dieser Prämissen wird der Ausnahmezustand in Frankreich in dieser Arbeit nicht wie die meisten vorliegenden Arbeiten in seiner juristischen Einzigartigkeit, sondern in seiner diskursiven Kontinuität als Regierungstechnologie (Agamben und Müller-Schöll 2004, S.33) behandelt. Diese Kontinuität und ggf. auch die Brüche dieses dominanten Narrativs der Notwendigkeit der Ausnahme vor dem Vorwand der Sicherheit zeigt sich in immer wiederkehrenden Topoi, Stereotypen und semantischen Figuren in politischen Reden, sowie in der Tagespresse. Beide Formate werden deshalb im Zuge der medientheoretischen Analyse auf folgende Fragestellung hin untersucht:
Wie haben mediale Repräsentationen zur Normalisierung des État d’urgence in Frankreich beigetragen und welche zentralen Topoi funktionierten dabei über den Zeitraum von zwei Jahren als diskursstiftende Kategorien? Normalität wird dabei mit dem Literaturwissenschaftler Jürgen Link als „diskursives Ereignis“ verstanden (vgl. Link 1997, S.15), dessen Wirkmächtigkeit sich im Zusammenspiel vielfältiger parallel verlaufender Diskurse entfaltet. Demnach ist es unmöglich, im Zuge dieser Arbeit eine umfassende Diskursanalyse zu liefern, vielmehr werden einzelne Felder des Diskurses um den Ausnahmezustand schlaglichtartig beleuchtet, die für eine machtkritische Medienanalyse des État d’urgence in Frankreich zentral sind.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
State of Exception media France normalisation representational politics
Schlagwörter
(Deutsch)
Ausnahmezustand Medienanalyse Frankreich Normalisierung Polizeigewalt
Autor*innen
Eva Julia Hoffmann
Haupttitel (Deutsch)
Nach dem Ausnahmezustand
Hauptuntertitel (Deutsch)
Repräsentation, Normalisierungsprozesse und Repression im Zuge des État d’urgence in Frankreich
Paralleltitel (Englisch)
After the state of exception : representation, normalisation and repression resulting from the État d’urgence in France
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
105 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Waitz
Klassifikation
89 Politologie > 89.36 Autoritäre Systeme
AC Nummer
AC15451960
Utheses ID
47419
Studienkennzahl
UA | 066 | 583 | |
