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Digital business and permanent establishment
a case study on Amazon and the solution pursued by BEPS
Daniela Gschwindt
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Europäisches u. Intern. Wirtschaftsrecht
Betreuer*in
Dimitar Hristov
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.53718
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22108.52450.151367-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Digitalisierung ist ein wachsendes Phänomen unserer modernen Wirtschaft. Traditionelle Unternehmen werden mehr und mehr durch digitale Unternehmen verdrängt. Das grenzüberschreitende Verschieben von Vermögen und die Fragmentierung von Tätigkeiten erlauben multinationalen Unternehmen das Vermeiden von Betriebsstätten und somit Besteuerung. Dies erfolgt durch Ausnutzung von Rechtssystemen und Steuerverträgen. Der Hauptbestandteil der Gewinne wird Rechtsprechungen mit vorteilhaften Steuerregimen zugeschrieben. Ein gebräuchliches Beispiel ist der Staat Luxemburg. Anfang der 2000er Jahre hat das Unternehmen Amazon mithilfe Luxemburgs seine Steuerstruktur radikal reformiert. Der größte Online-Einzelhändler hat durch das Verwenden eines komplizierten Patchworks von Tochtergesellschaften große Beträge seiner Gewinne verlagert (Project Goldcrest). Obwohl die zweifelhafte Geschäftsstruktur und Steuerpolitik Amazons an die Öffentlichkeit gelang und viel Kritik hervorrief, hat es dennoch das Gerichtsverfahren gegen die Steuerbehörde der USA gewonnen und entging auch weiteren steuerlichen Verpflichtungen in Großbritannien. Im Falle Goldcrest verdächtigt die Europäische Kommission den Luxemburger Staat, Amazon unfaire Steuervorteile gewährt zu haben. Damit unterliegt Amazon diesbezüglich Untersuchungen wegen staatlicher Beihilfe. Anhand solcher Praktiken der Steuervermeidung wird es schwierig, Optionen zur steuerlichen Bemessung der digitalen Wirtschaft zu finden. Bei einer zunehmenden Digitalisierung der Gesamtwirtschaft greifen speziell entwickelte Regeln nicht. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat solche steuerlichen Herausforderungen in ihrem Projekt gegen die Aushöhlung der Bemessungsgrundlage und Gewinnverlagerung (BEPS) identifiziert und angesprochen. Das BEPS-Projekt schlägt Lösungen für die Probleme vor, die durch die digitale Wirtschaft entstehen (Handlung 1). Diese befasst sich mit den steuerlichen Herausforderungen und sieht vor, bestehende Schlupflöcher zu reduzieren. Diese ermöglichen den multinationalen digitalen Unternehmen eine Verringerung des zu versteuernden Einkommens und die Verlagerung von Gewinnen auf vorteilhafte Steuersysteme. Die Verwendung solcher neu entwickelter Geschäftsmodelle macht es nahezu unmöglich, eine ausreichende Verbindung zwischen Geschäftstätigkeit und Rechtsordnung herzustellen. Handlung 7 versucht solche internationalen Steuerprobleme zu minimieren. Sie fordert eine Modifikation der Definition von Betriebsstätten und eine Einschränkung von Ausnahmefällen. Das Ziel ist es den Gebrauch von Steuervermeidungsstrategien und den Missbrauch von Ausnahmeregelungen zu verhindern. Das Konzept von Betriebsstätten im Rahmen des OECD-Musterabkommens beruht auf einer gewissen physischen Präsenz und erfasst keine Websites oder ähnliche Online-Strukturen. In der digitalen Wirtschaft wird dieser Status oft künstlich vermieden. Multinationale Unternehmen nutzen regelmäßig die Ausnahmeregelungen gemäß Artikel 5(4) des Musterabkommens, die sich auf vorbereitende und unterstützende Funktionen beschränken. Jedoch stellen gerade solche Aktivitäten zunehmend Kerngeschäftsfunktionen von Unternehmen dar. Durch die Beschränkung von Ausnahmen dieses Kriteriums und die Einführung einer Anti-Fragmentierungsregel will die OECD die Betriebsstätten-Vermeidung bekämpfen. Die EU hat erkannt, dass es für europäische Unternehmen unerlässlich ist, die Möglichkeiten des digitalen Marktes zu nutzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Konkrete Maßnahmen wurden durch die Europäische Kommission vorgeschlagen um sicherzustellen, dass Steuern dort gezahlt werden, wo Werte geschaffen und Gewinne erwirtschaftet werden. Gleichzeitig fungiert dieses Paket zur Vermeidung von Steuerumgehung als Durchführungsmaßnahme des BEPS-Projekts. Die wichtigsten Bestandteile stellen die Richtlinie zur Bekämpfung von Steuervermeidungspraktiken und die beiden Richtlinienvorschläge über gemeinsame Körperschaftssteuer-Bemessungsgrundlagen dar. Bemerkenswerte Schritte wurden von den Ländern unternommen, die alternative Maßnahmen umgesetzt haben. Vier solcher Maßnahmen werden hier berücksichtigt: (a) Eine Ausgleichsabgabe und (b) eine neue Art der Gewinnzuweisung überzeugen als solche nicht, da Bedenken hinsichtlich völker-und EU-rechtlicher Verpflichtungen überwiegen. (c) Gleiches gilt für die vorgeschlagene Quellensteuer, die ansonsten sehr attraktiv und umsetzbar wäre, insbesondere in Kombination mit einem neuen Nexus-Ansatz. (d) Die Einführung eines neuen Nexus-Konzeptes ist nicht nur in der Praxis möglich, sondern stellt auch eine reale Lösung für das Problem der Besteuerung der digitalen Wirtschaft dar. Es stellt sich die Frage, ob diese alternativen Vorschläge den Fortschritt des BEPS-Aktionsplanes eher behindern als unterstützen. Die Forschungsarbeit befasst sich mit den Vorschlägen der OECD, insbesondere mit der Frage, ob diese tatsächlich im Stande sind, die aufgeführten Probleme zu beheben. Zuletzt wird analysiert, ob Alternativlösungen verfügbar und nützlich sind. Die Forschungen basieren auf der Fallstudie Amazons.
Abstract
(Englisch)
Digitalization is a growing phenomenon of our modern economy. However, the tax framework in place today was designed for the traditional economy and is unable to capture activities, which are increasingly based on intangible assets and data. The brick-and-mortar businesses have been replaced by click-and-mortar businesses. The digital economy supposes and allows a split of functions and the fragmentation of assets among different countries. This cross-border dissemination of assets and fragmentation of activities through treaty shopping allow multinational digital companies to avoid the setting up of permanent establishments and thus taxation. The main part of their profits is attributed to jurisdictions with favorable tax regimes, such as Luxembourg. In the early 2000’s, Amazon set up operations in Luxembourg to radically reshape its tax structure. The largest online retailer managed to shift vast amounts of its profits by using a complex patchwork of subsidiaries, exposed as the Project Goldcrest. As the company’s secret business success was revealed, the landmark case between the Inland Revenue Service and Amazon could have resulted in a huge fine. Although the company’s doubtful business structure and tax policy have become public and attracted much criticism, it nevertheless won the case against the IRS in the US and also escaped from further obligations in the UK. Additionally, Amazon is under state aid investigations in the EU, where the Commission suspects Luxembourg of having granted unfair tax advantages to the company. This shows that ring-fencing the digital economy is not an option. In fact, the overall economy is becoming increasingly digital, rendering specifically designed rules inappropriate. However, on the other hand, dismissing any suggestions for reform of the current system, by employing the ‘it will never happen’ attitude, cannot be accepted either. The OECD has identified and addressed such tax challenges caused by the digital economy through the Base Erosion and Profit Shifting project. The BEPS project starts with proposing solutions to tax challenges occurring due to the digital economy (Action 1). BEPS Action 1 dealing with tax challenges of the digital economy foresees to reduce the existence of gaps enabling a reduction of taxable income and the shifting of profits to favorable tax regimes by MNEs. The use of newly developing business models based on intangible assets, makes it practically impossible to establish a sufficient connection between business operations and jurisdictions. This presents an incentive for big players on the market to implement various tax avoidance practices. BEPS Action 7 tries to mitigate these international tax problem areas. Within the digital economy, the PE status is often artificially avoided. MNEs implement such tax avoidance practices by various means, such as abusing the exceptions under Article 5 OECD MTC or by adopting doubtful commissionaire arrangements. Hence, BEPS Action 7 calls for a review of the definition and qualification of a permanent establishment to prevent the use of tax avoidance strategies to circumvent this status. Moreover, the EU has acknowledged that it is vital for EU companies to take opportunities arising in the digital market to remain competitive. The Commission proposed concrete measures to ensure that taxes are paid where profits and value are created. The Anti-Tax Avoidance Package of the EU concedes that no international standard exists, but rather coexisting national interests and tax policies. As the PE concept under the OECD MTC always supposes a certain degree of physical presence, even after the introduction of the Action Plan, the proposals will probably fail to solve the tax challenges arising from the digital economy. Remarkable steps have been taken by those countries implementing alternative measures, instead of applying the classical model of PEs. Four alternatives will be taken into consideration. (a) An equalization levy and (b) a new way of attributing profits do not convince as such, since concerns of international and EU law obligations are raised. (c) The same is true for the proposed withholding tax, which would otherwise be a very attractive and feasible option, especially in combination with a new nexus approach. (d) Notwithstanding, the possibility of a new nexus concept is not only viable in practice but also renders a real and actual solution to the problem of taxing the digital economy. The question arises whether the alternative proposals, which some countries have adopted in their jurisdiction, hinder the progress of the BEPS Action Plan rather than support it. It is without doubt that all these actions will further assist the countries in preventing tax evasion and in regulating the digital economy. The paper will examine the case and investigations against Amazon in light of the proposals brought forward by the OECD. It will be determined whether these are in fact able to tackle and solve the problem, as occurred with Amazon Luxembourg. Lastly, it will be analyzed whether alternative solutions are available and useful.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
BEPS digital economy Action 1 Action 7 permanent establishment
Schlagwörter
(Deutsch)
BEPS digitale Wirtschaft Handlung 1 Handlung 7 Betriebsstätte
Autor*innen
Daniela Gschwindt
Haupttitel (Englisch)
Digital business and permanent establishment
Hauptuntertitel (Englisch)
a case study on Amazon and the solution pursued by BEPS
Paralleltitel (Deutsch)
Digitale Wirtschaft und Betriebsstätte : die Fallstudie Amazons und die von BEPS verfolgte Lösung
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
VI, 60 Seiten : Diagramme
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Dimitar Hristov
Klassifikation
86 Recht > 86.73 Steuerrecht
AC Nummer
AC15458640
Utheses ID
47453
Studienkennzahl
UA | 992 | 548 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1