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Genealogisches Erzählen als Instrument zur historischen Analyse und zur Suche nach Identität in ausgewählten literarischen Werken deutschsprachiger MigrantInnen
Anna Mwangi: "Die Kinder des Genossen Rákosi". Wien: edition exil 2015. Julya Rabinowich: "Spaltkopf" (2008). Wien: Deuticke 2011. Dimitré Dinev: "Engelszungen". Wien: Deuticke 2003
Karin Schroeder
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsche Philologie
Betreuer*in
Günther Stocker
DOI
10.25365/thesis.53890
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26055.43808.839452-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Inspiriert von ihren eigenen Lebensgeschichten entwerfen die aus Ungarn, Russland und Bulgarien nach Österreich zugewanderten AutorInnen Anna Mwangi, Julya Rabinowich und Dimitré Dinev in ihren Romanen Die Kinder des Genossen Rákosi (2015), Spaltkopf (2008) und Engelszungen (2003) Familienerzählungen, die sich über mehrere Generationen und große Teile des 20. Jahrhunderts erstrecken. Es wird untersucht, in welcher Form sich die Texte mit der Geschichte der Herkunfts-länder der AutorInnen auseinandersetzen, sie verarbeiten und inszenieren. Dabei wird die Ent-wicklungsgeschichte bzw. Biographie eines Landes, welche Azade Seyan als „unauthorized biography of the nation“ bezeichnet, durch subjektive, emotionale und individuelle Aspekte angereichert und der offiziellen Geschichtsschreibung gegenüber gestellt. Erzählt wird entlang einer Generationenfolge, wobei der familiäre Mikrokosmos beispielhaft für die Gegenwartsgeschichte ausgelegt wird.
Die ProtagonistInnen sind in den Romanen Reisende, Suchende und Heimatlose, die die Erfahrung der Migration teilen. Oft sind es traumatische Ereignisse wie die Verhaftung des Vaters (bei Mwangi), die Erschießung des Großvaters im Zuge eines Pogroms (bei Rabinowich) oder die Entdeckung, dass der eigene Vater politische Häftlinge folterte (bei Dinev), welche im kommuni-kativen Gedächtnis der Familie weiterleben und zum Problem bei der Identitätssuche werden. Die Identitäten der zentralen Romanfiguren erscheinen durch die Grenzüberschreitungen und die zunehmende Globalisierung hybride und losgelöst von territorialen und kulturellen Begrenzungen.
Die AutorInnen tragen mit ihren Romanen zu einem besseren historischen und zwischen-menschlichen Verständnis bei, agieren sie doch selbst in einem sog. „Dritten Raum“ (Homi K. Bhabha), in dem sich kulturelle und politische Räume überlappen und die Präsenz zweier oder mehrerer Kulturen ermöglicht wird.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
MigrantInnenliteratur
Autor*innen
Karin Schroeder
Haupttitel (Deutsch)
Genealogisches Erzählen als Instrument zur historischen Analyse und zur Suche nach Identität in ausgewählten literarischen Werken deutschsprachiger MigrantInnen
Hauptuntertitel (Deutsch)
Anna Mwangi: "Die Kinder des Genossen Rákosi". Wien: edition exil 2015. Julya Rabinowich: "Spaltkopf" (2008). Wien: Deuticke 2011. Dimitré Dinev: "Engelszungen". Wien: Deuticke 2003
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
129 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Günther Stocker
Klassifikation
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.10 Deutsche Literatur
AC Nummer
AC15166161
Utheses ID
47609
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
