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Die Landnahme der Ungarn in der Historiographie
Sebastian Stumpf
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Deutsch UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg.
Betreuer*in
Walter Pohl
DOI
10.25365/thesis.54039
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14557.45837.201865-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die sogenannte ungarische Landnahme erfolgte gegen Ende des 9. Jahrhunderts und nimmt in der Geschichtsschreibung und im kollektiven Gedächtnis der Ungarn einen zentralen Platz ein. Mit der Eroberung des Karpatenbeckens tauchen erste schriftliche Quellen über das ungarische Volk auf, und dementsprechend markiert dieses Geschehnis eine Zäsur in der ungarischen Geschichte. Die ersten zeitgenössischen und schriftlichen Überlieferungen erfolgten durch nicht-ungarische Gelehrte. Zu diesen zählen muslimische, byzantinische und westeuropäische Quellen. Erste ungarische Chroniken über die Besiedlung des Karpatenbeckens erschienen erst etwa 300 Jahre später, sprich ab dem 13. Jahrhundert.
Die zeitgemäßen schriftlichen Quellen geben uns bloß sporadische Informationen über den historischen Verlauf der Ereignisse. Neben unterschiedlichen Aspekten, die bezüglich der auslösenden Momente und der Chronologie des Bewegungsraumes in Frage kommen, führen auch Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Quellen zu mitunter divergierenden Rekonstruktionsversuchen unter den Geschichtsforscherinnen und Geschichtsforschern. Vor der Etablierung der historischen Quellenkritik wurden von Historiographen auch Mythen, Legenden und Sagen rund um das Geschehen der ungarischen Landnahme konstruiert bzw. tradiert. Zahlreiche Elemente dieser fiktiven Überlieferungen fanden aber Eingang in das kollektive Gedächtnis der Ungarn. Die Grenze zwischen Mythos und Geschichte erweist sich aufgrund der sporadischen Quellen als schwammig, und in der Historiographie stößt man dementsprechend öfters auf Ungereimtheiten, Verzweigungen oder auch Widersprüche. Durch einen chronologischen Überblick der historischen Darstellungen lassen sich aber auch gewisse Kontinuitäten festhalten. Die Brüche und Kontinuitäten der Geschichtsschreibung werden in der vorliegenden Arbeit durch die Analyse bedeutender historiographischer Werke untersucht. Dabei wird aufgezeigt, inwiefern das Wissen um die ungarische Vergangenheit erwiesen und vergewissert werden konnte. Die unterschiedlichen Deutungen sind oft auf gewisse Kausalzusammenhänge bzw. auf Funktionen der Nationalgeschichtsschreibung zurückführbar. Diese wesentlichen Momente werden in erster Linie durch den analytischen Vergleich der Forschungsliteratur veranschaulicht, und in zweiter Linie anhand diverser theoretischer Zugänge über die Problematik der Geschichtsschreibung angepeilt.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Historiographie Ungarn honfoglalás Landnahme ungarische Geschichtsschreibung
Autor*innen
Sebastian Stumpf
Haupttitel (Deutsch)
Die Landnahme der Ungarn in der Historiographie
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
101 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Walter Pohl
AC Nummer
AC15165131
Utheses ID
47748
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 313 |
