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"..., denn sie wissen nicht, was sie tun" - natürliches Bewusstsein und philosophische Erkenntnis in Hegels Dialektik
Noëlle Miller
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Andreas Gelhard
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.54289
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13102.05617.532160-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Wenn das Verhältnis von natürlichem Bewusstsein und wissenschaftlicher Erkenntnis behandelt wird, dann fragen wir implizit nach der klassisch skeptischen Frage, wie ein adäquates Wissen von der Welt möglich ist: durch unmittelbaren Gegenstandsbezug oder einer Wissenschaft, die uns dieses Wissen von der Unmittelbarkeit erst vermittelt? In der „sinnlichen Gewissheit“ versucht das natürliche Bewusstsein die Welt durch Anschauung, Fühlen, Zeigen, also in der direkten sinnlichen Wechselwirkung mit der Wirklichkeit, zu erkennen. Nun wird uns Hegel zeigen, dass wir wohl die Wirklichkeit unmittelbar zu sehen haben, allerdings nach dem Nachvollzug einer begrifflichen Auseinandersetzung. Anders ausgedrückt: wir sind immer schon zu nahe an den wirklichen Dingen, um sie direkt zu begreifen, wie sie an und für sich sind. Der Geist stößt sich an die Härte der Dinge und wird so genötigt umzukehren und sich weiter zu entwickeln. Ziel ist es aber gerade nicht, sich den Kopf zu zerbrechen, sondern sich zu einer Geläufigkeit und Natürlichkeit emporzuarbeiten, das heißt, ein philosophisches Bewusstsein zu erreichen, das zur zweiten Natur geworden sein wird. So versöhnen sich natürliches Bewusstsein und philosophische Erkenntnis wieder. Deswegen ist der Satz "sie wissen nicht was sie tun", nicht nur eine Tatsache in der Erfahrung (wir verhalten uns spontan und lebendig, also natürlich), sondern auch das letzte Ziel. Die Reflexionspraxis hat ein Ende, ist aber auch der Neubeginn eines neuen und unbefangenen, d. h. freieren Umgangs mit und in der Welt. Die hegelsche Philosophie entfaltet diese Unmittelbarkeit, zerschneidet gleichsam die Realität und macht sie, wie wir finden, zu einer reicheren, gehaltvolleren und bunteren. Die aufgehobene Unmittelbarkeit ist nicht die reine Unmittelbarkeit, aber sie bleibt doch eine. Wenn wir nachvollziehen, wie das natürliche Bewusstsein seine eigenen Voraussetzungen setzt, wird die Unmittelbarkeit auch nicht mehr als etwas selbstverständlich Gegebenes hingenommen. Das Leben wird als das, was es ist und auch nicht ist, ermessen und durch die philosophische Auseinandersetzung um Potenzen lebendiger: Die hegelsche Philosophie entfaltet letztendlich eine Tiefe für diejenigen, die sie gerne sehen wollen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Hegel Philosophie des Geistes Metaphysik Ontologie Erkenntnistheorie Phänomenologie des Geistes
Autor*innen
Noëlle Miller
Haupttitel (Deutsch)
"..., denn sie wissen nicht, was sie tun" - natürliches Bewusstsein und philosophische Erkenntnis in Hegels Dialektik
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
92 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Andreas Gelhard
Klassifikation
08 Philosophie > 08.31 Metaphysik, Ontologie
AC Nummer
AC15183505
Utheses ID
47967
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1