Detailansicht

Habitus und Resilienz im Lebenskontext sozial benachteiligter Jugendlicher
Lucia Minecan
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Psychologie)
Betreuer*in
Judith Glück
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.54504
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18500.84908.752659-0
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit geht der Frage nach, welche Möglichkeiten Jugendliche haben, die in Heimen aufwachsen, sich unter den gegebenen Lebensumständen positiv zu entwickeln. Zur Untersuchung dieser Fragestellung wurde eine Verbindung zwischen dem theoretischen Konstrukt der Resilienz (Rutter 1990, Garmezy 1991, Werner u. Smith 2001, Luthar 2003, Liebenberg u. Ungar 2009) und jenem des Habitus von Bourdieu hergestellt. Entwicklungspsychologische Theorien wie jene von Piaget (1970/2003) und Vygotsky (1978/1992) geben den Rahmen für die Darstellung individueller Entwicklungsprozesse. Was eine gelungene individuelle Entwicklung in der Jugendphase bedeuten kann, wird anhand des Umgangs mit altersadäquaten Entwicklungsaufgaben (Havighurst 1947/1973) und der Passung zwischen Individuum und seinem Umfeld (Brandstädter 1985) bewertet. Den umweltbezogenen Einfluss auf die Entwicklung von Jugendlichen wird mittels sozialökologischer Theorien von Baacke (1983/2003) und Bronfenbrenner (1981, 2005) erfasst, wobei dem einzelnen Individuum eine produktiv realitätsverarbeitende Rolle (Hurrelmann 1983) zuerkannt wird. Die Biographieforschung erwies sich als passende Herangehensweise, um Habitus und Resilienz gleichzeitig untersuchen zu können. Dieser Zugang ermöglicht es, den Standpunkt der Forschungssubjekte festzuhalten – ein wichtiges Anliegen des Forschungsvorhabens. Es wurden 34 (11 weibliche und 23 männliche) Jugendliche in fünf Einrichtungen der Jugendwohlfahrt im Kreis Sibiu/Rumänien interviewt. Neun dieser narrativ-biographischen Interviews nach Schütze (1978) wurden transkribiert und analysiert. Dafür wurde ein Auswertungsverfahren in Anlehnung an die Dokumentarische Methode von Bohnsack (1999) und deren Weiterentwicklung von Nohl (2006) ausgearbeitet. Für die Beantwortung der forschungsleitenden Fragestellung wurde der Ansatz der Rekonstruktiven Sozialforschung, eine theoriegenerierende Herangehensweise an das Soziale, herangezogen. Das Ergebnis der vorliegenden Arbeit umfasst die Entwicklung eines psychologischen, ressourcenorientierten und praxisrelevanten Evaluationsverfahrens, das Auskunft geben kann über die persönliche Bedeutung von Erfahrungen und Ereignissen im Leben der interviewten Jugendlichen und über deren Umgang mit Risiken und Ressourcen. Durch die Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des individuellen Habitus‘ der befragten Jugendlichen war es möglich, fünf allgemeine Resilienzmechanismen herauszuarbeiten. Protektive Faktoren und negative Auswirkungen eines Aufwachsens im Heim konnten aufgezeigt und daraus Überlegungen zu geeigneten Interventionsmaßnahmen bei der Fremdunterbringung von Kindern und Jugendlichen abgeleitet werden. Aus diesen Erkenntnissen ergab sich eine neue Betrachtungsweise des Phänomens Resilienz: Die subjektive Bedeutung von Erfahrungen, die eigenen Wertigkeiten, Visionen und Perspektiven einer positiven Entwicklung der Betroffenen wird in den Vordergrund gestellt. Dem Umfeld wird eine verantwortungsvolle Rolle in der resilienten Entwicklung von fremduntergebrachten Jugendlichen zugesprochen. Die Erkenntnisse aus der Arbeit zeigen auf, wie wichtig es ist, dass die Erkenntnisse der Resilienzforschung im Rahmen zeitgemäßer Interventionsmaßnahmen für die untersuchte Zielgruppe zur Anwendung kommen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Resilienz sozial benachteiligte Jugendliche Heimjugendliche Habitus Rekonstruktive Sozialforschung Biograhpieforschung
Autor*innen
Lucia Minecan
Haupttitel (Deutsch)
Habitus und Resilienz im Lebenskontext sozial benachteiligter Jugendlicher
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
377 Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Wolfgang Jantzen ,
Stephan Sting
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.21 Humanistische Psychologie ,
77 Psychologie > 77.56 Jugendpsychologie
AC Nummer
AC15531917
Utheses ID
48166
Studienkennzahl
UA | 792 | 298 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1