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Die Näherinnen Bangladeschs - Opfer der internationalen Arbeitsteilung?
Julia Staritz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Otmar Höll
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.54743
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13558.21394.755665-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die heutige Bekleidungsindustrie, eingebettet in die globale Wertschöpfungsketten und Produktionsnetzwerke, wird bestimmt von der internationalen Arbeitsteilung sowie den Machtverhältnissen und -strukturen zwischen den globalen und transnationalen Unternehmen (Lead Firmen). Inzwischen gehört die Bekleidungsindustrie zu einer der wichtigsten und umsatzstärksten Industrien weltweit und ihre Produktionsschritte sind über den gesamten Globus verteilt. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch die weit verbreitete Unternehmensstrategie der Lead Firmen, durch die sog. Fast-Fashion-Strategie. Sie trug zur Beschleunigung der Modezyklen und dadurch auch zur schnelleren Produktion und Handel bei. Die gesellschaftliche und soziale Folgen dieser Entwicklungen sind in den letzten Jahrzehnten besonders in den Entwicklungs- und Niedriglohnländer zu sehen, in denen die Kleidung produziert und genäht wird. Allen voran ist Bangladesch zu nennen: als zweitgrößter Kleidungsexporteur weltweit, ist in Bangladesch inzwischen ein undurchsichtiges und intransparentes Netz aus Produktionsfirmen und Nähereien entstanden, in denen vorrangig informelle Arbeitsverhältnisse und Beschäftigungsbedingungen herrschen. Besonders sind davon die fast vier Millionen Frauen betroffen, die unter prekären Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen in den Nähereien arbeiten. Durch ihre Position am unteren Ende der globalen Wertschöpfungsketten und durch die ungleichen Machtverhältnisse in den globalen Produktionsnetzwerken, ist es ihnen kaum möglich, ihre soziale und gesellschaftlichen Position zu verbessern. Die Näherinnen bekommen vor allem die Auswirkungen der effizienteren sowie flexibleren Lieferketten und Produktionsprozesse in Form von unzureichenden Löhnen, unregulierten Arbeitszeiten oder Diskriminierung zu spüren. Darüber hinaus tragen die patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen in Bangladesch, die Regierung, aber auch die Retailer selbst dazu bei, dass sich die Näherinnen kaum gewerkschaftlich organisieren oder für ihre Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit einstehen. Die Fast-Fashion-Strategie der Lead Firmen, die aufgrund der internationalen Arbeitsteilung, der globalen Wertschöpfungsketten und Produktionsnetzwerke möglich ist, verhindert nicht nur soziale Verbesserungen der Näherinnen, sondern ist sich ein Synonym für das Kauf- und Verschwendungsverhalten der westlichen Industrienationen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
globale Bekleidungsindustrie Arbeitsbedingungen Lead Firmen globale Wertschöpfungsketten und Produktionsnetzwerke
Autor*innen
Julia Staritz
Haupttitel (Deutsch)
Die Näherinnen Bangladeschs - Opfer der internationalen Arbeitsteilung?
Publikationsjahr
2018
Umfangsangabe
103 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Otmar Höll
Klassifikationen
89 Politologie > 89.93 Nord-Süd-Verhältnis ,
89 Politologie > 89.99 Politologie: Sonstiges
AC Nummer
AC15275187
Utheses ID
48381
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
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