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Massenprodukt Panoramapostkarte
oder warum man mit zwei Sonnen am Himmel arbeitet
Alexander Heinrich O.A. Ferchenbauer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Thomas Alfred Bauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.5440
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29836.99296.465954-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
„Die Eigenart visueller Kommunikation liegt in der ihr spezifischen assoziativen Logik, die sich von der argumentativen Logik, wie sie meist in Textkommunikation anzutreffen ist, wesentlich unterscheidet.“ (Müller 2003:22) Die bunte Welt der Panoramapostkarten ist ein gutes Beispiel dafür. Welchen Sinn die Touristen den Bildinhalten beimessen, ist von der Motivgeschichte und auch von der bildlichen und textlichen Umgebung abhängig. Die Logik der Bilder ist in einem hohen Maße assoziativ. Vorgänger der heutigen Panoramapostkarten waren die mehrere hundert Leute fassenden Panoramarotunden des 19. Jhdts. Am Eingang - zwecks Orientierungshilfe für das Großpanorama - oder anschließend als Andenken an den denkwürdigen Besuch - bekamen die Besucher dann ein Souvenir in Form eines kleinen, faltbaren Panoramas mit auf den Weg. Ein überwiegender Bereich der Arbeit im theoretischen Teil ist den Zusammenhängen von Massengeschmack und dem Individuum als Konsument gewidmet. Die vielschichtigen Wirkungsweisen der Prägnanzbildung im Tourismus werden aufgezeigt. In der „psychischen Orientierung“ des Touristen ist das Schaffen von Symbolen die Art Orientierung, die er sucht. „Es entstehen wiederholbare Gestalten, die von mehreren Personen verstanden und geteilt werden“ (Schwemmer 1997: 75). Die Gehetztheit vieler Touristen unterstützt regelrecht die beschleunigte Entstehung von auffälligen Orientierungshilfen, also Visiotypen in Form von bekannten Burgen, Schlössern oder Kirchen. Ohne diese Eindeutigkeit scheinen sich viele Reisende nicht mehr zurechtfinden zu wollen. Die immer wiederkehrenden, kaum unterschiedlichen Abbildungen sind der Wegweiser zum uniformen Urlaubsziel, oder besser gesagt zum kollektiven Urlaubsglück. Nach Müller ist diese Präsenz und Direktheit der Bilder ein Faszinosum, das leicht instrumentalisiert werden kann. (vgl. Müller 2003: 83) Deshalb werden im praktischen Teil, im Rahmen einer Fallstudie, jene Manipulationsmethoden aufgezeigt, die diese Typenbildung wesentlich bekräftigen. Dabei ist das enge Zusammenspiel von bestehenden Visiotypen und deren gezielte Farbgestaltung zu erkennen. In der Studie wird anschließend anhand eines Experteninterviews aufgezeigt, inwieweit Panoramapostkarten verändert und manipuliert werden müssen, damit sie dem Bedürfnis des Massentouristen entgegenkommen. Der starke Zusammenhang zwischen den Darstellungen berühmter Sehenswürdigkeiten und einer unrealistischen Farbsättigung bestimmter Bildteile - wie Himmel, Wasser, Fassaden und Denkmäler.... - scheint dabei entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg des Postkartenverlages zu sein. Der Faktor „Kitsch“, der ebenfalls theoretisch beschrieben wird, ist aus der Gesamtbewertung der Fallstudie nicht wegzudenken.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Massenprodukt Panorama Visiotype Prägnanzbildung Kitsch Farben
Autor*innen
Alexander Heinrich O.A. Ferchenbauer
Haupttitel (Deutsch)
Massenprodukt Panoramapostkarte
Hauptuntertitel (Deutsch)
oder warum man mit zwei Sonnen am Himmel arbeitet
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
188 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Alfred Bauer
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.20 Kommunikation und Gesellschaft ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.39 Massenkommunikation, Massenmedien: Sonstiges
AC Nummer
AC07695394
Utheses ID
4871
Studienkennzahl
UA | 301 | 300 | |
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