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Verfassungs- und Europarechtliche Schranken für die Festlegung gesetzlicher Berufsbilder im Schischulrecht
Maximilian Macho
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Bernhard Raschauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.5467
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29206.17774.402162-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit geht der Frage nach, wie weit der Gesetzgeber durch die österreichische Verfassung und das Europarecht bezüglich der Festlegung gesetzlicher Berufsbilder im Schischulrecht beschränkt wird und welche Möglichkeiten er zur Umsetzung seiner Ziele hat. Der Schischulsektor wird in Österreich durch die Landes-Schischulgesetze und Landes-Sportgesetze geregelt. Erwerbsmäßiger Unterricht im Schilaufen bedarf einer Schischulbewilligung und darf nur im Rahmen einer Schischule durchgeführt werden. Die Schischulgesetze regeln sowohl die selbständige Tätigkeit als Schischulbetreiber, als auch die unselbständige Tätigkeit als Schilehrer. Der Antritt und die Ausübung dieser Berufe sind an bestimmte Bedingungen gebunden, wodurch bestimmte, gesetzliche Berufsbilder definiert werden. Die verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechte auf Freiheit der Erwerbsausübung (Art 6 StGG), der Berufswahl- und Berufsausbildung (Art 18 StGG), und der Gleichheitssatz (Art 7 Abs 1 B-VG) beschränken die Landes-Gesetzgeber bei der Festlegung von bestimmten Berufsantritts- und Berufsausübungsvorschriften. Auch das Europarecht, vor allem die gemeinschaftsrechtlichen Grundfreiheiten des Binnenmarktes (Arbeitnehmerfreizügigkeit, Niederlassungsfreiheit, Dienstleistungsfreiheit), determiniert die Gesetzgeber. In der Arbeit werden zunächst die Berufsantritts- und Berufsausübungsregelungen für die Tätigkeit als Schischulbetreiber, Schilehrkraft, und Schibegleiter im Bundesländervergleich erläutert. Dann wird die jüngere Judikatur des Verfassungsgerichtshofes zu den Schischulgesetzen dargestellt und die geltende Rechtslage im Schischulrecht auf ihre Verfassungs- und Europarechtskonformität geprüft. Im Zuge dessen wird festgestellt, dass in allen Schischulgesetzen Regelungen bestehen, die als verfassungswidrig zu qualifizieren sind. Die Anforderungen an den Befähigungsnachweis für die festgelegten Berufe sind überschießend und beinhalten keine Ausnahmeregelungen. Die Spezialisierung auf bestimmte Sportarten, wie zB Snowboarden oder Langlaufen wird verboten. Auch die Regelungen über eine Betriebspflicht und eine Mindestgröße werden in diesem Kontext erläutert. Weiters wird die Abgrenzung des Schiunterrichts vom „Führen und Begleiten beim Schifahren“, und damit auch die Abgrenzug der Tätigkeiten des Schilehrers von jener des Bergführers, behandelt. In Vorarlberg und Tirol finden sich in diesem Bereich problematische Regelungen. Die gemeinschaftsrechtlichen Grundfreiheiten wurden in den meisten Schischulgesetzen nicht ordentlich umgesetzt. Vor allem eine vorübergehende, gelegentliche Dienstleistungserbringung im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit, wird nicht gemeinschaftsrechtskonform ermöglicht. Auch die Problematik der Anerkennung von Berufsqualifikationen bei unterschiedlichen Berufsbildern in den Mitgliedstaaten, am Beispiel des Berufes des Snowboardlehrers, wird beleuchtet. Die Arbeit bietet schließlich auch eine eigene Lösung für verfassungskonforme Berufsbilder im Schischulrecht.
Abstract
(Englisch)
The paper is about how the Austrian constitutional law and the European law are determining the legislator in defining professions in ski school laws and how the legislator could achieve his aims. The field of ski school in Austria is governed by provincial law. Professional skiing lessons must be held by licensed skiing instructors in a licensed ski school. The ski school laws rule the job of the self-employed operator of a ski school as well as the one of the employed skiing instructor. The jobs can only be practised in compliance with certain prerequisites which define the different professions. The legislators of the provinces are determined by the basic rights granted by the Austrian constitution of entrepreneurial freedom (Art 6 StGG), freedom to chose a career (Art 18 StGG) and equality before the law (Art 7 Abs 1 B-VG), as well as by the freedoms of the single European market (freedom of establishment, freedom to provide services, free movement of employed persons). At first, the prerequisites for the commencement and practice of employment as an operator of a ski school, as a skiing instructor, or as a ski guide are discussed in the paper by comparison of the different provincial ski school laws. Then the latter judicature of the Constitution Court concerning the ski school laws are described and the applicable laws are analysed in accordance with the constitutional and the European law. As a result it must be noted that all Austrian ski school laws include rules that are unconstitutional. The demanded professional qualification is too difficult and no exemption is granted. Specialising in particular sport, such as snowboarding or cross country skiing, is banned. In this context, the legal obligation to continuously operate the ski school and to hold a minimum size of the ski school has also been discussed. Furthermore, the difference between skiing lessons and the simple “accompany and guiding” of the skiers is defined, and the job describtion of a skiing instructor and a mountain guide is compared. The provinces of Vorarlberg and Tyrol have problematic rules in this field. The basic freedoms of the single European market are not properly implemented in most of the ski school laws. Especially temporary and occasional service delivery across national boundaries is not permitted in accordance with European law. Another problem is the recognition of diplomas and professional qualifications in case the member states constitute certain occupations as different professions. Finally, the paper provides its own solution of constitutional professions in the domain of ski school laws.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
ski school skiing instructor
Schlagwörter
(Deutsch)
Österreich Skischule Recht Berufsbild Schneesportlehrer Snowboardlehrer
Autor*innen
Maximilian Macho
Haupttitel (Deutsch)
Verfassungs- und Europarechtliche Schranken für die Festlegung gesetzlicher Berufsbilder im Schischulrecht
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
179 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Bernhard Raschauer ,
Christian Piska
Klassifikationen
76 Sport, Freizeit, Erholung > 76.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
86 Recht > 86.45 Grundrechte ,
86 Recht > 86.64 Besonderes Verwaltungsrecht: Sonstiges ,
86 Recht > 86.66 Wirtschaftsverfassung, Wirtschaftsverwaltung
AC Nummer
AC07869526
Utheses ID
4897
Studienkennzahl
UA | 083 | 101 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1