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"Deus venator" - therio- und anthropomorphe Bilder göttlichen Handelns im Alten Testament
Johann Loinig
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Katholische Fachtheologie
Betreuer*in
Agnethe Siquans
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.55944
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22755.77408.757564-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit unternimmt es, Handlungs- und Erscheinungsweisen JHWHs – soweit sie im AT in jagdmetaphorischer Weise versprachlicht werden – einerseits zu identifizieren und andererseits diese hinsichtlich ihres Kontextes, ihrer Aussageform und Funktion zu analysieren. Entsprechend der Verwendung der Jagdmetaphorik in Bezug auf JHWH untergliedert der Hauptteil die Thematik in therio- und anthropomorphe Handlungsweisen, sohin in solche, in welchen Gott in Vergleiche mit einem jagenden Raubtier oder mit einem dem Opfer nachstellenden Jäger bzw. Fallensteller gezogen wird. In diesem Zusammenhang wird auch nach möglichen Beziehungen und Einflüssen der altorientalischen Literatur und Ikonographie auf die jagdmetaphorische Darstellung JHWHs gefragt. Es wird gezeigt, dass sich die der Jagdterminologie bedienenden JHWH-Vergleiche in verschiedenen Textgattungen, namentlich in der Weisheits- und prophetischen Literatur (insbesondere bei Jes, Jer, Ez und Hos sowie in Hi und den Ps) in unterschiedlicher Ausführlichkeit finden, oft auch nur durch wenige einschlägige Begriffe angedeutet. Das Jagdbild wird dabei regelmäßig gewählt, ein bestimmtes Milieu, eine bestimmte Situation bzw. ein bestimmtes Verhalten, aber auch äußere und/oder innere Zustände anzudeuten. Das Thema tritt in der Prophetie fast ausschließlich im Kontext von Gericht und Gerichtsankündigungen JHWHs gegenüber dem eigenen Volk Israel wie auch gegenüber Fremdvölkern oder gar der Welt auf; es ist damit auf wenige Zusammenhänge und Funktionen beschränkt. Die theriomorphen und anthropomorphen Handlungsweisen geben ein direktes oder auch indirektes Wirken JHWHs wieder und lassen in der überwiegenden Zahl der Fälle einen Selbstbezug JHWHs erkennen. Im theriomorphen Vergleich wird JHWH zumeist mit Raub- und Wildtieren, insbesondere aber mit dem Löwen, vereinzelt auch mit dem Bären oder Stier identifiziert, die gegen das Opfer mit einem dem Charakter des Raubtieres entsprechenden Angriffsverhalten vorgehen. Diese Erscheinungsweise rekurriert auf das in der Götter- und Herrscherideologie Mesopotamiens und Ägyptens ausgeformte Bildrepertoire. Ähnliches gilt auch für die anthropomorphe Variante; die Darstellung als Fallensteller jedoch knüpft zudem an eine spezifische Ausformung der – insbesondere in den Psalmen reich ausgebildeten – Feindmetaphorik an. Die auf JHWH Bezug nehmende Jagdmetaphorik evoziert Bilder seiner unbedingten Macht, seiner vernichtenden Gewalt, die unbedingt und unerwartet über die Menschen kommt und der diese nicht zu entrinnen vermögen und intensiviert und radikalisiert solcherart die prophetischen 101 Gerichtsankündigungen. Einige Textstellen schließen dem jedoch einen positiven Ausblick an, indem sie auf die Möglichkeit künftigen Heils und das Schauen göttlicher Herrlichkeit in der Zukunft verweisen. Die Intensität der Feindmetaphorik, als Teil derer die Jagdmetaphorik erscheint, wird durch ihre Anwendung auf JHWH, der gemeinhin als Beschützer und Retter aus Gefahren angerufen wird, außerordentlich gesteigert und verschärft und trägt sohin den Charakter des unbezwinglichen, machtvollen, verschiedentlich auch heimtückischen Angriffs in sich. Die Jagdmetaphorik geht oftmals – sprachlich wie bildlich – eine enge Verbindung mit der Kriegs- und der Tiermetaphorik ein; insofern werden die mit der Feindmetaphorik verbundenen Bildkreise Jagd, Krieg und wilde Tiere in Bildmischungen parallelisierend oder einander durchdringend kombiniert und solcherart in ihrer Wirkung verstärkt.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Jagd Jäger Fallensteller Gott JHWH Altes Testament Löwe
Autor*innen
Johann Loinig
Haupttitel (Deutsch)
"Deus venator" - therio- und anthropomorphe Bilder göttlichen Handelns im Alten Testament
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
102 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Agnethe Siquans
Klassifikation
11 Theologie > 11.38 Altes Testament
AC Nummer
AC15325985
Utheses ID
49425
Studienkennzahl
UA | 011 | | |
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