Detailansicht

"[W]elche nicht Deutschösterreicher, welche nicht einmal Deutsche sind" - Debatten über jüdische Geflüchtete aus Galizien und der Bukowina im Wiener Gemeinderat (1919-1920)
Barbara Maria Gruber
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg. UF Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Peter Eigner
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.55986
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21472.63242.287061-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Diplomarbeit untersucht Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit gegenüber jüdischen Weltkriegsflüchtlingen aus Galizien und der Bukowina in Debatten des Wiener Gemeinderates aus den Jahren 1919 und 1920. Während des Ersten Weltkriegs flohen hunderttausende Menschen vor den Kriegshandlungen an der nordöstlichen Front, ein großer Teil der Bevölkerung wurde von der k.u.k. Armee evakuiert. Viele JüdInnen aus Galizien und der Bukowina gelangten auf diesem Wege während des Krieges nach Wien. Zu Beginn der Ersten Österreichischen Republik lebten noch etwa 25.000 jüdische Geflüchtete aus den ehemaligen Kronländern Galizien und der Bukowina in der österreichischen Hauptstadt. Nach Ende des Ersten Weltkrieges stand die Demagogie gegen „OstjüdInnen” im Zentrum der antisemitischen Agitation in Wien. Die ehemaligen BürgerInnen der Habsburgermonarchie wurden nach Ausrufung der Republik Deutschösterreich zu „AusländerInnen” gemacht. Die diskursanalytische Untersuchung der Sitzungen des Wiener Gemeinderates zeigt, wie antisemitische Hetze gegen jüdische Geflüchtete die Debatten prägte und politische Entscheidungen beeinflusste. Mit Hilfe von Methoden der kritischen Diskursanalyse nach Ruth Wodak werden antisemitische Bilder über „OstjüdInnen” und judenfeindliche Argumentationslinien in den Gemeinderatsdebatten offen gelegt. Die Arbeit beschreibt außerdem, wie antisemitisch geprägte Argumentationslinien gegen jüdische Geflüchtete in einer Zeit, in der das deutschnationale Lager im Wiener Gemeinderat kaum vertreten war und die Sozialdemokratische Partei die absolute Mehrheit hatte, die Deutungshoheit gewinnen konnte. Verantwortlich dafür war besonders die christlichsoziale Oppositionspolitik, die angesichts der antisemitisch aufgeladenen Stimmung innerhalb der Bevölkerung im Gemeinderat leichtes Spiel hatte.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Wiener Gemeinderat Erste Republik Jude Ostjude Galizien Bukowina 1919 1920 Flüchtling Antisemitismus
Autor*innen
Barbara Maria Gruber
Haupttitel (Deutsch)
"[W]elche nicht Deutschösterreicher, welche nicht einmal Deutsche sind" - Debatten über jüdische Geflüchtete aus Galizien und der Bukowina im Wiener Gemeinderat (1919-1920)
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
125 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Peter Eigner
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.00 Geschichte: Allgemeines ,
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.23 Erster Weltkrieg ,
15 Geschichte > 15.37 Europäische Geschichte 1914-1945 ,
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich ,
89 Politologie > 89.34 Republik ,
89 Politologie > 89.56 Politische Kommunikation
AC Nummer
AC15285689
Utheses ID
49463
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 299 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1