Detailansicht

La capitale canadienne: bilingue - et "franglaise"?
Claudia Endrich
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Romanistik
Betreuer*in
Peter Cichon
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22005.81066.657265-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Hauptstadt des zweisprachigen Kanadas besteht in symbolträchtiger Weise aus zwei Teilen: Das englischsprachige Ottawa in Ontario und seine Zwillingsstadt Gatineau im frankophonen Québec bilden gemeinsam eine bilinguale Region, die in der Soziolinguistik seit langem für Untersuchungen des Sprachkontakts genutzt wird. Diese qualitative Recherche knüpft an die Forschungen von Shana Poplack an. Sie zeigte schon in den Achtzigerjahren, dass der Einfluss des Englischen auf das Französische häufig überschätzt wird und, dass Code-Switching in der Region meist diskursive Funktionen einnimmt. Mit Fokus auf den weitverbreiteten Begriff „Franglais“ und seine in den vergangenen 10 Jahren häufig gewordene Anwendung in der Pop-Kultur im frankophonen Kanada, vor allem in Rap- Musik und Comedy, wurden in 22 Interviews die Spracheinstellungen junger zweisprachiger Menschen unter 36 in der Region erforscht. Die Ergebnisse brachten eine Typologie hervor, die vor allem zwei Dinge zeigt: Zum einen beeinflusst die kulturelle Zugehörigkeit maßgeblich die Spracheinstellungen. So sind frankophone Québecer dem „Franglais“ gegenüber häufig weiterhin am Negativsten eingestellt, während Frankophone anderer kanadischer Provinzen es mehr akzeptieren. Die positivsten Haltungen gegenüber dem „Franglais“ finden sich bei Einwanderern in zweiter Generation, die in der Mehrsprachigkeit auch einen Identitätsmarker sehen. Zum anderen ist keine direkte Tendenz der Einstellungen im Verlauf der Generationen feststellbar. Vielmehr bildet sich in der individuellen Entwicklung mit der Zeit ein stärkeres Sprachbewusstsein aus, welches die Angemessenheit verschiedener Sprachmischungen nach Kontexten definiert. Die Anwendung von „Franglais“ in der Kultur wird meist als Stilmittel betrachtet und wird als Öffnung hin zu mehr gesellschaftlicher und individueller Zweisprachigkeit gesehen, was von der Mehrheit stark begrüßt wird. „Franglais“ über Kultur zu konsumieren beeinflusst zwar offenbar nicht direkt die Einstellungen gegenüber der Sprachmischung, führt allerdings grundlegend zu einem reflexiveren Umgang mit Sprache. In der digitalen Version dieser Arbeit sind ausführliche Interview-Transkripte aus der Forschung verfügbar.
Abstract
(Englisch)
The national capital of Canada consists in a symbolically important way of two cities: The anglophone city of Ottawa in Ontario and its twin city Gatineau in the francophone province of Québec. Together they represent a bilingual region which has been an interesting laboratory for sociolinguists examining languages in contact for a long time. This qualitative research is based on the scientific results of Shana Poplack who showed already in the 1980s that the influence of English on French language is often overestimated and that code- switching is mostly used for discursive effects in this region. Focusing on the popular term “franglais” and its newly frequent use in pop culture in the last ten years in francophone Canada, especially in comedy and rap music, I conducted 22 interviews to examine the language attitudes of young bilinguals under 36 living in the capital region. The results present a typology which clarifies two things: Cultural affiliation is a prominent influence on language attitudes, and generation is not. Francophone Quebecers still tend to have the most negative attitudes towards “franglais” and francophones of other provinces seem to accept it more. The most positive attitudes can be found amongst the second generation of immigrants who see multilingualism as a marker of identity. There is no visible tendency of a shift in attitudes throughout generations, but it appears that every individual develops a stronger language conscience over time which defines the adequacy of different degrees of language mixing to certain contexts. The use of “franglais” in pop culture is seen as a stylistic device and is interpreted as a welcoming of more societal and individual bilingualism which is supported by the majority. Consuming “franglais” culture does not seem to influence attitudes towards language mixing directly, yet it leads to a generally more reflective use of language. The digital version of this work includes detailed transcripts of the conducted interviews.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Language Attitudes Code-Switching English French Canada Ottawa Sugar Sammy Dead Obies Franglais Pop Culture Languages in contact Sociolinguistics
Schlagwörter
(Deutsch)
Spracheinstellungen Code-Switching Englisch Französisch Kanada Ottawa Sugar Sammy Dead Obies Franglais Pop-Kultur Sprachkontakt Soziolinguistik
Autor*innen
Claudia Endrich
Haupttitel (Französisch)
La capitale canadienne: bilingue - et "franglaise"?
Paralleltitel (Deutsch)
Spracheinstellungen in der kanadischen Hauptstadt: Zweisprachigkeit - und "Franglais"?
Publikationsjahr
2017
Umfangsangabe
118 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Französisch
Beurteiler*in
Peter Cichon
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.20 Soziolinguistik: Allgemeines
AC Nummer
AC13768487
Utheses ID
49690
Studienkennzahl
UA | 066 | 149 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1