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Das AIDS-Drama in Libyen in der bulgarischen und österreichischen Berichterstattung
Vergleich der Berichterstattung anhand einer Inhaltsanalyse ausgewählter Tageszeitungen mittels Nachrichtenfaktoren
Milena Marinova
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Hannes Haas
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29831.86309.365764-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In Libyen wurden am 7. März 1999 sechs Bulgaren offiziell verhaftet. Ungefähr ein Jahr später, im Februar 2000, begann das Gerichtsverfahren gegen den bulgarischen Krankenschwestern und den palästinensischen Arzt. Sie wurden zum Tode verurteilt, da sie angeblich mehr als 400 Kindern vorsätzlich Infusionen mit AIDS- und Hepatitis C-Erregern verabreicht haben sollen. Das Verfahren hat acht Jahre gedauert. In der Zwischenzeit wurden sie grauenvoll gefoltert, wodurch der Fall weltweit Schlagzeilen machte. Am 24. Juli 2007 kehrten die Krankenschwestern und der Arzt nach Bulgarien zurück und wurden vom Präsidenten begnadigt. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage ob und in wieweit die Berichterstattung über das AIDS Drama in Libyen an den Gesetzmässigkeiten der Nachrichtenfaktoren erfolgt. Zusätzlich wird noch nach den Merkmalen der Boulevard- und Qualitätspresse geforscht, da in der Arbeit beide Arten von Zeitungen als Untersuchungsobjekte vorkommen. Speziell wurde auch erforscht, ob es signifikante Unterschiede in der Berichterstattung beider Länder zum AIDS-Fall gibt. Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht ist es interessant zu erfahren, wie die Tagespresse über dieses Ereignis berichtet hat. Wie sind die Einstellungen der beiden Länder zur Thematik und vor allem wie konstruieren Journalisten die Nachrichten zum Thema AIDS-Prozess? Um die Forschungsfragen zu beantworten wurden einerseits in der theoretischen Aufarbeitung geeignete Kommunikationstheorien im Bereich Nachrichtenselektionsforschung, Merkmale der Qualitäts- und Boulevardpresse, und Qualitätssicherung im Journalismus umfassend beleuchtet. Darüber hinaus wurden Experteninterviews durchgeführt und in der Arbeit miteinbezogen. In der inhaltsanalytischen Auswertung der Berichte in den vier untersuchten Zeitungen wurde qualitativ gearbeitet, um zu den Ergebnissen zu gelangen. Bei den Interviewpartnern handelt es sich um Experten im Bereich Journalismus, die sich insbesondere mit diesem Fall befasst haben – in Bulgarien: Georgi Milkov (Korrespondenten in Libyen und Experte des Nahen Ostens von der Zeitung “24 Stunden”), Ekaterina Nikolova vom “Standard” (Stellv. Redakteurin in der Zeitung) die sich mit der Kampagne “Ihr seid nicht allein” zur Unterstützung der Bulgarischen Krankenschwestern beschäftigt hat, Kurt Seinitz vom Kronenzeitung und Frank Stier von Die Presse durchgeführt. Die Interpretation der Erhobenen Daten erfolgt nach der Systematisierung und Definition der Nachrichtenfaktoren nach Schulz. Die Ergebnisse der Untersuchung haben gezeigt, dass es in der Aufmachung und Platzierung der Beiträge zum AIDS-Prozess in beiden Länder signifikante Unterschiede gibt, weiters auch zwischen Qualitäts- und Boulevardpresse, die im Rahmen dieser Arbeit näher erläutert sind. Ausserdem wurden im Rahmen dieser Arbeit die Mechanismen der Nachrichtenselektion sichtbar gemacht und anhand dieses Falls bestätigt sich, dass die Nachrichtenfaktoren bei der Konstruktion von Nachrichten eine erhebliche Rolle spielen. Dessen Aufgabe ist es, die Nachricht beachtenswert zu machen, interessant, lesenswert und spannend. Und somit sind sie Kriterien der Selektion und Verarbeitung von Nachrichten. Die theoretischen Ansätze der Nachrichtenselektionsforschung, die Schulz aufstellt, werden im Rahmen dieser Arbeit untersucht. Die wesentlichsten Merkmale, die ein Ereigniss aufweisen muss, um berichtenswert zu sein, weist der AIDS-Fall auch auf.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Inhaltsanalyse Nachrichtenfaktoren Berichterstattung Tageszeitung Bulgarien Österreich
Autor*innen
Milena Marinova
Haupttitel (Deutsch)
Das AIDS-Drama in Libyen in der bulgarischen und österreichischen Berichterstattung
Hauptuntertitel (Deutsch)
Vergleich der Berichterstattung anhand einer Inhaltsanalyse ausgewählter Tageszeitungen mittels Nachrichtenfaktoren
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
197 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hannes Haas
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.33 Pressewesen ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.40 Nachrichtenwesen
AC Nummer
AC07833778
Utheses ID
4974
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1