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Filmische Distributionspraktiken in Nigeria
eine Entwicklung hin zu multiplen Trägern
Angie Schaul
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Andrea Seier
DOI
10.25365/thesis.56599
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22751.71944.490364-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Eine Industrie erfindet sich neu. Nach einer scheinbar aussichtlosen kinematografischen Situation ohne Perspektive für die Zukunft wagt eine neue Generation von Filmemacher_innen in Nigeria den Schritt Richtung unbekanntes Neuland, fernab von den veralteten Regulierungen der Vergangenheit und der sogenannten westlichen Welt.
Um diesen Werdegang von einer nicht vorhandenen Filmindustrie hin zu einer Massenvideofilmproduktionsstätte nachvollziehen zu können, werden mit einer Einführung in das sozio-politische Umfeld Nigerias die grundlegenden Rahmenbedingungen abgesteckt. Die darauffolgende Thematisierung der Distribution im sogenannten Westen dient ebenfalls der Schaffung einer Wissensgrundlage, um die anschließenden Kapitel über das Kino in Nigeria besser verstehen und kontextualisieren zu können. Die Entwicklung des sozialen sowie politischen Status des Kinos werden ausgiebig beleuchtet, da die Geschichte des Filmes, der Kinos und der Filmerfahrung in Nigeria eng mit der sozialen Politik des Landes verstrickt sind. Die chronologische Schilderung des Fortschreitens der nigerianischen Filmindustrie beginnt mit der Unabhängigkeit 1960 und endet in den 2010er Jahren. Zuerst geht es um die Unmöglichkeit des Zelluloidfilmes und dem zunehmenden Sterben der Kinos in dem westafrikanischen Land. Die Kinos sterben jedoch nicht vollständig aus, sondern tauchen unter neuer Form wieder auf und diese Tatsache allein kann schon als Triumph der kulturellen Medien gesehen werden. Mit den Kinos evolvieren auch die Gewohnheiten des Schauens in der Bevölkerung. Diese transformativen Entwicklungen gehen Hand in Hand miteinander. Das Resultat besteht im Aufkommen des Videos samt einer ganzen Videofilmindustrie namens Nollywood. Das Marketing unter dem neuen Namen bringt einen solch großen Erfolg mit sich, dass die Industrie zum zweitgrößten Filmproduzenten weltweit aufsteigt.
Alleine die Produktion von Filmen reicht jedoch nicht, um Geld zu generieren, es werden Zuschauer_innen benötigt. Die nichtexistierenden Kinos in dem von Armut geprägten Land werden zu einem Problem, dem mit dem Videofilm Abhilfe geleistet wird. Raubkopien und die kartellartige Organisation der Distribution des Kino-Kleinformates werden die gängigsten und beliebtesten Konsumpraktiken des Publikums. Diese informelle Ökonomie ist eine der großen Schattenseiten des Marktes. Legale Systeme sind in Nigeria eine Seltenheit, wobei die Kinowelt keine Ausnahme bildet. Das charakterisierende Element von Nollywood sind die Unmengen an Raubkopien und das informelle Umfeld, in welchem sich ein Großteil abspielt. Die Nigerianer_innen kennen die Filmindustrie kaum anders und haben gezeigt, zu was sie auch unter solch erschwerten Bedingungen fähig sind. In den 2010er Jahren hat sich die Distribution besagter informeller Filme vermehrt in die Richtung des Fernsehens verschoben, so dass nach nunmehr 20 Jahren Korruption und Ungezwungenheit eine gewisse Formalität Einzug in die nigerianische Medienindustrie hält.
Abstract
(Englisch)
This Master’s Thesis is about the growth and the changes of the video-film-industry in Nigeria. In order to trace the evolution of foremost the distribution networks, the socio-political environment in Nigeria is clarified throughout the historical depiction of the film industry. The first chapter describes the most common distribution patterns in the so-called west, that is mainly the USA and Europe. This serves both the purpose of a descriptive analysis and as a comparison point with the main chapters about the film industry in Nigeria. The following chapters evolve around the social and the political state of film and cinema in Nigeria as well as around the possibilities of accessing, experiencing and consuming them. The approach taken here is chronological, starting with Nigeria’s independence in 1960, characterized by the impossibility of local celluloid film creations and the ongoing reduction of cinema halls in Western Africa. However, the motion-picture theatres manage not to disappear altogether, but, on the contrary, their number increases after continuous adjustments to newer consumer tendencies. One of the outcomes of this shift in preference is the emergence of the video film as a new mode of production and distribution. Its immediate economic success leads to the creation of a whole industry based on the video film format, which is called Nollywood. The downside of this industry consists in the informality and the systematic piracy it is built on. Nevertheless, that has not been stopping the industry in becoming the second largest movie producer in the world. The chronological depiction ends in the 2010s, outlining the rising tendency towards television as a distribution/consumer mode. After about 20 years of corruption and informality, the film industry is changing towards a more regulated and formal economy mode.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Nigeria Nollywood Distribution Videofilm
Autor*innen
Angie Schaul
Haupttitel (Deutsch)
Filmische Distributionspraktiken in Nigeria
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Entwicklung hin zu multiplen Trägern
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
90 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Andrea Seier
Klassifikationen
AC Nummer
AC15361747
Utheses ID
49997
Studienkennzahl
UA | 066 | 583 | |
