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Chancen und Grenzen von Rettungshundeeinsätzen nach Katastrophen durch Massenbewegungen und Lawinen
Dieter Horn
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Risikoprävention und Katastrophenmanagement
Betreuer*in
Johannes Hübl
DOI
10.25365/thesis.56634
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20549.94827.100474-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Nach Massenbewegungen und Lawinenabgängen ist die unmittelbare Suche nach verschütteten Personen rasch sicherzustellen. Nach wie vor kommen dabei Rettungshunde zum Einsatz. Diese orten die Personen mit ihrem Geruchsorgan, wobei die Beschaffenheit des Geländes sowie die Lagerungsdichte eine wesentliche Rolle spielt. Nach langjähriger Tätigkeit als Rettungshundeführer habe ich mich dazu entschlossen, im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit die Erfolgsaussichten solcher Einsätze zu überprüfen. Mittels eines Online-Fragebogens mit 282 Fragen wurden die Erfahrungswerte aus Training und Einsätzen und daraus resultierend die Einschätzung abgefragt. Die Einladung zur Teilnahme an der Umfrage wurde an die Mitgliedsorganisationen der Internationalen Rettungshundeorganisation und an weitere rettungshundeführende Einsatzorganisationen und Dachverbände übermittelt. Gleichzeitig wurde die Umfrage in den sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook ebenso unter Rettungshundeführern und Rettungshundeführerinnen verteilt. Insgesamt haben 237 Personen teilgenommen.
Viele Ergebnisse spiegelten die eigene Erfahrung aus Training und Einsätzen wider, manches wiederum überraschte. So wurde die Geländetauglichkeit als Kompetenz von Rettungshundeführern und Rettungshundeführerinnen groß geschrieben, im Gegenzug, die für solche Einsatzgebiete notwendige alpine Erfahrung, gering geachtet. Auch die Werte für die physische Belastbarkeit erreichten nicht das Niveau, welches man auf einem Lawinenkegel oder einer Geröllhalde als nötig erwarten könnte. Als Resultat bezüglich der erachteten Eigenschaften der Hunde war zum Beispiel eine gute Ausdauer, Geländegängigkeit und Trittsicherheit, auch die Gewöhnung an diverse Transportmittel inklusive Hubschrauberflug wurde als sehr bedeutend gesehen. Sämtlichen Witterungseinflüssen wie Regen und Wind sollte getrotzt werden, jedoch die Kälteunempfindlichkeit bei der Suche nach Lawinenabgängen oder Massenbewegungen in alpinen Lagen wurde nur minder bewertet. Die Erfolgsaussichten eine im Lawinenkegel verschüttete Person aufzufinden, wurde bei den meisten Lawinentypen als sehr hoch, nur bei der Nassschneelawine mit hoher Lagerungsdichte wurden die Chance gering gesehen, da wenig Geruchsmoleküle an die Oberfläche dringen. Die Erfolgsaussichten bei Massenbewegungen verschüttete Personen zu finden wurden nur mehr mit hoch benotet, bei der Schlammlawine wegen des hohen Wassergehalts sogar nur mittelmäßig. Die höchsten geschätzten Auffindungstiefen lagen sowohl bei der Lawine, als auch den Massenbewegungen zwischen zwei und fünf Metern.
Für die Umsetzung der erforschten Ergebnisse in meiner Funktion als Hundeführer und Trainer von Rettungshundeführern und Rettungshundeführerinnen ergeben sich somit interessante Aspekte, wobei sowohl Mensch und Tier durchaus reichlich Potential haben um die Erfolgsaussichten eines Einsatzes weiter zu optimieren.
Abstract
(Englisch)
After mass movements and avalanches, the immediate search for buried people must be ensured quickly. Rescue dogs are used up to today for this task. They locate the persons with their olfactory organ, whereby the condition of the terrain as well as the storage density plays an essential role. After many years working as a rescue dog handler, I have decided to review the chances of success of such missions as part of a scientific work. Using an online questionnaire with 282 questions, the empirical values from training and assignments as well as the herefrom resulting assessment were queried. The invitation to participate in the survey was sent to the member organizations of the International Rescue Dog Organization and to other rescue dog operating organizations and umbrella associations. At the same time the survey was also distributed in social networks such as Facebook as well as among rescue dog handlers. In total, 237 people participated in the survey.
Many results reflected the own experience from training and missions, however some surprised. The off-road capability of rescue dog handlers was emphasized as a competence, in return, the alpine experience necessary for such areas of application, considered minor. Also, the values for physical resilience did not reach the level that one might expect necessary on an avalanche cone or a scree slope. As result of the qualities of the dogs considered very important, for example, was a good endurance, off-road ability and sure-footedness, even the habituation to various means of transport including helicopter flight. All weather conditions such as rain and wind should be defied, but the insensitivity to cold in the search for avalanches or mass movements in alpine situations was rated minor. The chance of finding a person buried in an avalanche cone was found to be very high in most types of avalanches; only the wet snow avalanche with a high storage density was rated low in chance of finding as only very few odor molecules reach the surface. The chances of success of finding people buried in mass movements were graded only as high, and in the case of a mudslide the success rating was only mediocre due to the high water content. The highest estimated depths of detection were between two and five meters in both avalanche and mass movements.
Thus, in my function as a dog handler and trainer of rescue dog guides and rescue dog handlers, interesting aspects arise for the implementation of the researched findings, giving both humans and animals quite some potential to further optimize the chances of success of a mission.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Massenbewegung Lawine Rettungshund
Autor*innen
Dieter Horn
Haupttitel (Deutsch)
Chancen und Grenzen von Rettungshundeeinsätzen nach Katastrophen durch Massenbewegungen und Lawinen
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
VIII, 105 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johannes Hübl
Klassifikation
38 Geowissenschaften > 38.00 Geowissenschaften: Allgemeines
AC Nummer
AC15343108
Utheses ID
50026
Studienkennzahl
UA | 992 | 242 | |
