Detailansicht
Staatsfeminismus in Ägypten
Perspektiven zur Manifestierung und Implementierung von Geschlechterpolitik oder Instrumentalisierung frauenbewegungsorientierter Anliegen?
Maisa Khalil
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Hannelore Eva Kreisky
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30182.33174.716565-8
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Auseinandersetzungen zwischen Frauen und Staat in Ägypten weisen eine lange Geschichte auf, die geprägt ist durch einander abwechselnde Phasen von Kooperation und Konflikten. Frauenbewegungen und ihre Forderungen stellten und stellen dabei ein wesentliches Element in der Formulierung staatlicher Politiken dar. Institutionalisierte Maßnahmen und Regelungen schaffen den Rahmen, Geschlechterpolitiken zu definieren und umzusetzen. „Staatsfeminismus“ als eine Form der Geschlechterrepräsentativität dient hierbei zur Beschreibung des manifestierten Einflusses frauenbewegter Anliegen. Unterschiedliche Auswirkungen reichen von der Identifizierung ungleichheitsgenerierender Faktoren in allen Politikfeldern über die Umsetzung frauenspezifischer Rechte bis hin zur Etablierung institutionalisierter Maßnahmen, wie bürokratische Einrichtungen oder Quotenregelungen. Die Beschäftigung mit staatlichen Strukturen, Interaktionen und Dynamiken in Ägypten, welche zu einem spezifischen Verständnis von Geschlechterpolitik und ihren Auswirkungen auf weibliche Lebensverhältnisse führen, stehen daher im Mittelpunkt dieser Arbeit. Ausgehend von einem postkolonialen Ansatz ist die primäre Zielsetzung die Darstellung der Institutionen und Felder politischer Aktivitäten in staatlichen Bereichen und die Identifikation westlicher Modelle innerhalb dieser Gefüge bzw. entsprechende alternative Formen indigener Politikgestaltung. Es gilt den Grad an westlichen Partizipationsmustern im kolonialen Erbe herauszuarbeiten. Darauf basierend wird der Frage nachgegangen, wo sich „Staatsfeminismus“ im Spannungsfeld zwischen institutionalisierter Geschlechterpolitik und der Vereinnahmung frauenbewegungsorientierter Anliegen festmachen lässt und welche Ziele mit dieser Strategie verfolgt werden. Als wichtige methodische Herangehensweisen stellen sich in diesem Zusammenhang das Historisieren (das Einbetten der Forschungsthematik in einen geschichtlichen Kontext), das Kontextualisieren (die Bedeutung von Interdependenzen und Verflechtungen auf allen Ebenen der Analyse) und das Pluralisieren (die Vermeidung vereinheitlichender Darstellungen) heraus. Staatliche Institutionen selektieren hierbei auf zwei Ebenen – auf der personellen Ebene und im Bereich der Problemwahrnehmung. Die Weise der Identifikation der Bedürfnisse und Forderungen ägyptischer Frauen und die Art der Rekrutierung weiblicher Politiker verdeutlichen staatliche Haltungen zu demokratiepolitischen Entwicklungen im Allgemeinen und frauenspezifischen Veränderungen im Besonderen. Machtstrategische Überlegungen, internationaler Einfluss und Auseinandersetzungen mit religiös-motivierten ideologischen Kräften determinieren dabei den Rahmen der Wirksamkeit frauenspezifischer Mechanismen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
state feminism egypt participation representation gender first lady postcolonial islamism state
Schlagwörter
(Deutsch)
Staatsfeminismus Ägypten Partizipation Repräsentation Geschlechterverhältnisse First Lady postkolonial Islamismus Staat
Autor*innen
Maisa Khalil
Haupttitel (Deutsch)
Staatsfeminismus in Ägypten
Hauptuntertitel (Deutsch)
Perspektiven zur Manifestierung und Implementierung von Geschlechterpolitik oder Instrumentalisierung frauenbewegungsorientierter Anliegen?
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
272, 2 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Hannelore Eva Kreisky ,
John Bunzl
AC Nummer
AC05040469
Utheses ID
5034
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
