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Die "sexuelle Krise" des Wiener Fin de Siècle
Geschlecht und Sexualität im nicht-fiktionalen Werk von Grete Meisel-Hess
Doris Zimmermann
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Deutsch UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg.
Betreuer*in
Gabriella Hauch
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.57279
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17275.67022.588769-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In dieser Diplomarbeit wird die Frage gestellt nach den theoretischen Konzepten zu Geschlecht und Sexualität der österreichischen Schriftstellerin und Sexualreformerin Grete Meisel-Hess (1879-1922), ihre Beziehung zu Wiener Frauenbewegungen und ihre Reflexion sozialer Umbrüche des Fin de Siècle. Dazu werden ihre Publikationen Weiberhass und Weiberverachtung (1904) und Die sexuelle Krise (1909) analysiert. Meisel-Hess‘ Positionen decken sich weitgehend mit jenen der bürgerlichen Frauenbewegung; sie kritisiert die im ABGB festgelegte Familienordnung, fordert Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten für Frauen und staatliche finanzielle Unterstützung für Mütter. Sie fokussiert expliziter als viele Zeitgenossinnen Themen wie weibliche Sexualität und „Triebhaftigkeit“, Mutterschaft und Rassenhygiene und plädiert für die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber vorehelichen sexuellen Beziehungen von bürgerlichen Frauen und unehelicher Mutterschaft. Immer wieder äußert sie Zweifel an den essentialistischen „Geschlechtscharakteren“ und postuliert die soziale Konstruktion gängiger Geschlechterkonzepte. In Weiberhass und Weiberverachtung konzentriert sich Meisel-Hess primär auf die Widerlegung misogyner Behauptungen und verteidigt die Intellektualität der Frau; fünf Jahre später in Die sexuelle Krise argumentiert sie in erster Linie für sexuelle Freiheit und Mutterschaft, die allen Frauen ermöglicht werden sollen, um die „gesunde“ Erhaltung der „Rasse“ zu garantieren. Meisel-Hess stellt die „sexuelle Krise“ über damals aktuelle nationalistische Konflikte, Antisemitismus und Differenzen sozialer Klassen. Ihre Argumente bewegen sich in heteronormen bürgerlichen Denkschemata, zeigen aber in Bezug auf Geschlechterbilder „radikale“ Züge, die Jahrzehnte später von der Frauenbewegung aufgegriffen wurden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Vienna Fin de Siècle Gender Sexuality Grete Meisel-Hess women's movement
Schlagwörter
(Deutsch)
Wien Fin de Siècle Geschlecht Sexualität Grete Meisel-Hess Frauenbewegung Wiener Moderne
Autor*innen
Doris Zimmermann
Haupttitel (Deutsch)
Die "sexuelle Krise" des Wiener Fin de Siècle
Hauptuntertitel (Deutsch)
Geschlecht und Sexualität im nicht-fiktionalen Werk von Grete Meisel-Hess
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
108 Seiten : Diagramm
Sprache
Deutsch
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.36 Europäische Geschichte 1815-1914 ,
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich
AC Nummer
AC15376631
Utheses ID
50577
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 313 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1