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Entwicklungsfaktor Tourismus - die Entstehung des Tourismus in "Engadin, St. Moritz" und im "Meraner Land"
win historischer Vergleich
Matthias Peter Jordi
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Geschichte
Betreuer*in
Peter Eigner
DOI
10.25365/thesis.57475
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26128.41120.229970-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die „Aufklärung“ und die „Industrialisierung“ veränderten die europäische Gesellschaft fundamental. Die Aufklärung weckte den Entdeckergeist, die Industrialisierung erzielte beeindruckende wirtschaftliche Erfolge, führte aber auch zu neuen ökologischen, ökonomischen, gesundheitlichen und psychischen Problemen bei den Menschen. Im Berggebiet blieben die negativen Auswirkungen der Industrialisierung aus. Es verblieb agrarisch geprägt und erhielt sich so das Potenzial, sich touristisch zu entwickeln.
Diese Arbeit stellt die endogenen und exogenen Faktoren vor, die dazu führten, dass die verarmten Orte Meran und St. Moritz im 19. Jahrhundert Kurorte wurden. In einem ersten Schritt werden der Historische Kontext und die verwendeten Methoden vorgestellt (vgl. Kapitel 2). Anschließend werden ausgehend vom aktuellen Forschungsstand, die in der Tourismusgeschichte anerkannten Begriffe erklärt und definiert (vgl. Kapitel 3). In den darauffolgenden Kapiteln vier und fünf wird die Entstehung des Tourismus in Meran und in St. Moritz erörtert. Schwerpunktmäßig wird darin auf den Begriff „Take-off“ eingegangen. Die Begrifflichkeit „Take-off“ inkludiert alle Faktoren und Prozesse, die dazu beitrugen, dass sich die Orte irreversibel veränderten und Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor wurde. Im letzten Kapitel werden die Kurorte einander gegenübergestellt. Der Vergleich zeigt auf, dass sich die zentralen Charakteristika der beiden Kurorte bereits während des „Take-off“ herausbildeten. Die Arbeit schließt mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges, der in beiden Kurorten zu dramatischen Umbrüchen führte.
Der Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entstehung und Entwicklung der Kurorte wird eine breite Kontextualisierung anbeigestellt. Geografisch liegen die beiden Orte zwar relativ nahe beieinander; eingebunden waren sie aber immer in unterschiedliche Staatsgebilde. St. Moritz war und ist Teil der Schweiz, während das heute südtirolerische Meran bis 1918 zur K.u.K Monarchie Österreich-Ungarn gehörte.
Die Schweiz war ein föderal organisiertes Land, in dem lange Zeit keine zentralstaatlichen Strukturen bestanden. Sie und ihre Berge wurden mehrheitlich von aufklärerischen Kreisen entdeckt, die das Land für seine vielen Freiheiten lobten. Politisch setzten sich anschließend relativ früh demokratische Ideen durch. Wirtschaftlich gelangen im Zuge der Industrialisierung auch sehr früh Erfolge, die sich in einer dezentralen, aber wertschöpfungsintensiven Leichtindustrie zeigten.
Die K.u.K. Monarchie war vor dem Ersten Weltkrieg als Vielvölkerstaat eines der größten Reiche Europas. Politisch prägend war bis zum Ersten Weltkrieg ein aufgeklärter Absolutismus. Für die Entdeckung der Alpen war geistesgeschichtlich die Romantik entscheidend. Durch sie entwickelte das Haus Habsburg eine alpine Disposition. In diesem Kontext reiste Kaiserin Elisabeth mehrmals nach Meran, um dort ihren Urlaub zu verbringen. Zeitweise wurde es nötig nach Meran zu reisen, um mit dem Kaiser und seinem Hofstaat in Kontakt zu kommen.
Für beide Orte gilt, dass ihre touristische Entwicklung erst durch die mit der Industrialisierung ermöglichten Verdichtung von Raum und Zeit gelang. Der Hauptfaktor war das neue Verkehrsmittel Eisenbahn, durch die das Reisen zeitlich und ökonomisch radikal verändert wurde. Sowohl in St. Moritz als auch in Meran fand die touristische Entwicklung vergleichsweise früh statt. Dies ist das Verdienst von Pionieren, die mutig, innovativ und vorausschauend agierten. Sie prägten bereits damals die zentralen Charakteristika der Kurorte. Bei beiden Kurorten stand Gesundheitstourismus am Beginn ihrer Entwicklung. Meran pries sich in der Anfangszeit als „Luftkurort“ an, St. Moritz als „Badekurort“. Danach entwickelten sich die Orte unterschiedlich weiter.
Für Meran wurden kulturelle Angebote im und um das Kurhaus bedeutend. Dieses liegt an der Passer und wird von einer Promenade gesäumt. Von dort aus hatten die Gäste eine wunderschöne Aussicht auf die Berge. An der Promenade entstand ein Musikpavillon. Die vielfältigen Angebote an der Promenade wurden sehr geschätzt und von vielen Gästen als Ausnahmeerscheinung wahrgenommen. Das Miteinander von „Bergblick“, vom Rauschen der Passer, von Theater, von Lesungen, von Vorträgen und vielen weiteren Veranstaltungen prägen den Kurort bis heute und sind – wie diese Arbeiten zeigen konnte – der „Hauptreiz“ des Ortes.
In St. Moritz wurden die damals neuen, exklusiven Sportarten prägend. Dies waren das Eislaufen, das Skijöring, das Schlitteln, das Curling-Spiel und als lokale Sensation kam der berühmte Cresta Bob-Run hinzu. Aus ökonomischen Gründen konnten nur sehr wenige Menschen diese Sportarten betreiben. Diese Zugangsbeschränkung prägt den Ort auch heute.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Tourismus Take-off Meran St. Moritz
Autor*innen
Matthias Peter Jordi
Haupttitel (Deutsch)
Entwicklungsfaktor Tourismus - die Entstehung des Tourismus in "Engadin, St. Moritz" und im "Meraner Land"
Hauptuntertitel (Deutsch)
win historischer Vergleich
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
163 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Peter Eigner
Klassifikation
15 Geschichte > 15.09 Wirtschaftsgeschichte
AC Nummer
AC15383564
Utheses ID
50746
Studienkennzahl
UA | 066 | 803 | |
