Detailansicht
Identität und Geschichtsbewusstsein von Schülerinnen und Schülern der vierten Sekundarstufe I
in der Region Traiskirchen, Baden und Bad Vöslau
Florian Duck
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg. UF Geographie und Wirtschaftskunde
Betreuer*in
Christian Matzka
DOI
10.25365/thesis.57765
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10774.73319.103968-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Diplomarbeit widmet sich der Erschließung der österreichischen Identität und des Geschichtsbewusstseins von Schülerinnen und Schülern der achten Schulstufe im Untersuchungsgebiet Baden, Bad Vöslau und Traiskirchen. Den Identitätsbegriff, welcher im eigentlichen Sinne aus der Psychoanalyse stammt, gilt es vorweg theoretisch aufzuarbeiten. Im Kern der Identität steht ein „Ich“, welches durch dessen physische und soziale Umwelt geprägt wird. Daher erscheinen auch die Konzepte der regionalen und kulturellen Identität als sinnvoll. Der Nationsbegriff erweist sich als äußerst wichtig für die Konkretisierung der spezifischen Identität. Im Falle Österreichs gilt es den Nationsbegriff jedoch erst aufzuarbeiten. Österreich kann als relativ junge Nation gesehen werden, welche einen langen Nationsfindungsprozess durchgegangen ist. Dieser Prozess ist zu Beginn sehr vom Habsburgerhaus geprägt. Nach dessen Ende fiel Österreich zunächst in eine Identitätskrise, und die Österreicher und Österreicherinnen fühlten sich mehr zu einem Deutschtum zugehörig – in Sprache und Kultur – als zu der eben entstandenen Ersten Republik. In dieser Zeit verblieben die bekanntesten „Patrioten“ als Austrofaschisten, bevor die Regierung unter Seyss-Inquart nach dem Ermächtigungsgesetzt aus dem Jahre 1934 und unter Druck Deutschlands die Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich beschloss. Die Zweite Republik propagierte danach in ihrer Geburt, das erste Opfer des Zweiten Weltkrieges zu sein und bezog sich in dessen Identität auf jene Merkmale von vor dem Jahre 1938 zurück. Bis zur Gegenwart wurde die österreichische Identität mit den Eigenschaften wirtschaftlich erfolgreich und sozialstaatlich erweitert. Der Musik kam nach und nach immer weniger Bedeutung im österreichischen Selbstbild zu. Rückblickend zeigt sich, dass das heutige Geschichtsbewusstsein und Geschichtsbild starke Unterschiede zwischen den Generationen aufweisen. Die ältere Gesellschaft, welche den Krieg oder die Errungenschaften danach (Neutralität und Staatsvertrag) miterlebt hat, steht einer jüngeren Generation gegenüber, die sich zwar national und regional rückbesinnt, dennoch Teil der modernen und globalen Konsumgesellschaft ist und nur retrospektiv auf die Vergangenheit zurücksehen kann. Die empirische Arbeit hat festgestellt, dass die Befragten stereotypische Österreichbilder verinnerlicht haben, der Zweite Weltkrieg tief im historischen Bewusstsein sitzt aber Vergangenheitsbezüge, die darüber hinaus gehen, nicht wahrgenommen werden. Auch regionale sowie geschlechterspezifische und vor allem schultypenindividuelle Unterschiede haben sich eindeutig feststellen lassen.
Abstract
(Englisch)
This diploma thesis is dedicated to the development of the Austrian identity and the historical awareness of eighth level students in schools within the area of Baden, Bad Vöslau and Traiskirchen. At first it is essential to define the term identity, which originated from the psychoanalysis, theoretically. At the core of one’s identity is an „I“, which is shaped by one’s own physical and social environment. Therefore, including the concepts of regional and cultural identity seem to be appropriate. The term „nation“ turns out to be highly important for the development of a specific identity. However, in the case of Austria the meaning of nation needs to first be discussed. Austria could be seen as a relatively young nation, that went through a long process of finding its own identity. The early stage of this process was shaped by the House of Habsburg. Following the end of the Habsburg monarchy, Austria had fallen into an identity-crisis. Due to similarities in language and culture, the Austrians felt a much stronger sense of belonging to Germany when compared to the then established First Republic. At that time, the most well-known patriots remained as Austrian fascists. Then, after the Enabling Act of 1933 and under pressure of the Germans, the regime of Seyss-Inquart decided to reunite with Germany. Then, at its own inauguration, the Second Republic portrayed itself as the first victim of World War II and went back to characteristics it had prior to 1938 to describe its own identity. Over the years following and until today, the Austrian identity got extended with the terms economic success and social welfare. Gradually music lost its meaning in the Austrian self-perception. Today’s population show disparities between different generations regarding their awareness and perception of history. The older ones, who have lived and experienced the war or achievements afterwards (neutrality and Austrian State Treaty) face a younger generation, which shows signs of national and regional returns but at the same time is a part of the modern and global consumer society and is only able to look on the past retrospectively. The empiric work has found that the respondents internalized stereotypical images of Austria and that while historical awareness regarding the Second World War is high, references to the past beyond that are barely remembered. The work also found differences in gender, regions and especially types of schools when it comes to the forming of one’s identity.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
idenitity historical awareness
Schlagwörter
(Deutsch)
Identität Geschichtsbewusstsein
Autor*innen
Florian Duck
Haupttitel (Deutsch)
Identität und Geschichtsbewusstsein von Schülerinnen und Schülern der vierten Sekundarstufe I
Hauptuntertitel (Deutsch)
in der Region Traiskirchen, Baden und Bad Vöslau
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
112 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christian Matzka
AC Nummer
AC15403412
Utheses ID
51011
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 456 |
