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Migration im Kontext von Schule -wie chancengerecht ist Bildung in Wien?
eine Analyse schulischer Chancengerechtigkeit in einer Migrationsgesellschaft
Rifat Zejno
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Geographie und Wirtschaftskunde UF Physik
Betreuer*in
Karl Husa
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20427.58319.550053-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Wien ist im internationalen Vergleich mit einer äußerst hohen Dominanz an Zuwanderung gekennzeichnet. Mit der hohen Zuwanderung, die in Wien in den letzten 20 Jahren verzeichnet wurde, steigt gleichzeitig auch die Zahl an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Damit einhergehend treten Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebenen auf. Im Angesicht dieser Tatsache erfährt auch die Schule einen Wandel. Ein kurzes Zahlenbeispiel hierzu: Die Zahl an Schülerinnen und Schülern mit anderen Erstsprachen als Deutsch erfuhr vom Schuljahr 2009/10 bis zum Schuljahr 2015/16 einen prozentuellen Anstieg von 7,8 Prozent. Ausgedrückt in absoluten Zahlen bedeutet dies eine Zunahme an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund von 19.528. Im Schuljahr 2015/16 machten die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund einen Anteil von rund 50 Prozent an der Gesamtschüler/innenzahl Wiens aus (siehe Kapitel 5). (vgl. BMB 201718) Im Zuge der Schaffung einer Chancengerechtigkeit für Schülerinnen und Schüler sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund haben diverse Institutionen diesbezüglich Maßnahmen ergriffen. So hat beispielsweise die Stadt Wien das Projekt „Förderung 2.0 – VHS Lernhilfe an Wiener Schulen“, welches von der Volkshochschule Wien durchgeführt wird, ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projektes werden allen Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I unter anderem (u.a.) kostenlose Lernhilfekurse in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch und Englisch angeboten. Jede Schülerin und jeder Schüler aus einer Neuen Mittelschule (NMS), einer Hauptschule (HS) oder einer allgemein bildenden Schule (AHS) der Unterstufe kann auf freiwilliger Basis, die an den Schulen selbst stattfindenden und kostenfreien Lernhilfekurse der VHS Wien teilnehmen. Mit Projekten wie diesen, haben auch Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen bzw. sozioökonomisch benachteiligten Familien die Möglichkeit ihre Lerndefizite kostenlos nachzuholen. Nicht zuletzt ist die Fortführung bzw. Weiterfinanzierung dieser Lernhilfekurse der Erfolgsquote der Schülerinnen und Schülern geschuldet (siehe Kapitel 8). Das übergeordnete Ziel in diesem Kontext lautet wohl zweifelsohne – trotz hoher Vielfalt den Bildungsstandard beibehalten oder gar verbessern. Neben den Herausforderungen eröffnen sich auch viele Möglichkeiten für den Bildungsstandort Wien. Mit einer zunehmenden Zahl an Schülerinnen und Schülern, besteht im Grunde genommen gleichzeitig die Chance auf einen höheren Bildungsstandard hierzulande. Dies kann sich im Weiteren positiv auf den Arbeitsmarkt und den Wirtschaftsstandort Wien selbst ausüben, wobei diese beiden Aspekte im Rahmen der humangeographischen Analyse in der vorliegenden Arbeit nicht explizit bearbeitet wurden. Im Zuge einer bevölkerungsgeographischen Analyse zur chancengerechten Bildung in einer Migrationsgesellschaft stellen sich zentrale Fragen wie – Was ist eigentlich unter dem Terminus chancengerechte Bildung zu verstehen?, - Von welchen Faktoren hängt Bildung überhaupt ab? - Wie lässt sich Bildung eigentlich messen? - Haben im Fallbeispiel Wien alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Chancen am Bildungskonsum?. (vgl. Wisbauer 2006: 17) „Alle Menschen sind von Geburt an gleich, aber nicht alle haben von Geburt an die gleichen Chancen.“ (OECD 2018: 11) Dies ist der erste Satz der Studie „Bildung auf einen Blick: OECD-Indikatoren“. Das Ziel der Organisation OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) ist es, das Leben der Menschen weltweit zu verbessern, sowohl in wirtschaftlicher als auch in sozialer Hinsicht. So führt die OECD auch Studien zur Bildung durch, in denen sie u.a. untersucht, wie es um die Bildung weltweit aussieht. Dabei wurde einer der Schwerpunkte in der aktuellsten Ausgabe der Studie vom Jahr 2018 auf die Chancengerechtigkeit gelegt. (vgl. ebd.) Durch die hohen Migrationsströme, die in den letzten Jahrzenten in Österreich verzeichnet wurden, kam der Thematik einer chancengerechten Bildung für alle eine wichtigere und präsentere Rolle zu. Sich befassend mit dieser Thematik hat das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) gemeinsam mit der OECD im Jahr 2012 die Broschüre mit dem Titel „Chancengerechtigkeit und Qualität in der Bildung – Förderung benachteiligter Schüler/innen und Schulen“ publiziert, in deren Vorwort es heißt, dass „die besten Ergebnisse jene Bildungssysteme erzielen, in denen Chancengerechtigkeit Hand in Hand mit Qualität geht“ (OECD 2012: 3). Solche Bildungssysteme bieten allen Lernenden die Chance, Bildung auf einem qualitativ hochwertigen Niveau zu konsumieren. (vgl. ebd.) Es bedarf also eines Schulsystems, dass sowohl Gerechtigkeit als auch Qualität miteinander vereint und aufweist. Dies ist nicht zuletzt eines der primärsten Ziele der österreichischen Bildungspolitik. Die aktuellen Ziele der österreichischen Bildungspolitik bilden Leitlinien für nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Ebene. Das Bundesministerium für Bildung, Wirtschaft und Forschung hat insgesamt 17 Ziele festgelegt, wobei das Ziel Nummer vier explizit den Bildungsbereich betrifft: „Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung sichern und die Möglichkeit für lebenslanges Lernen für alle fördern“. (vgl. BMBWF 2018)

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Bildung Migration Schülerinnen und Schüler Chancengerechtigkeit Bildungsstand Wien Volkshochschule Bildungssystem
Autor*innen
Rifat Zejno
Haupttitel (Deutsch)
Migration im Kontext von Schule -wie chancengerecht ist Bildung in Wien?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Analyse schulischer Chancengerechtigkeit in einer Migrationsgesellschaft
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
111 Seten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Karl Husa
Klassifikation
74 Geographie, Anthropogeographie > 74.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen
AC Nummer
AC15455688
Utheses ID
51177
Studienkennzahl
UA | 190 | 456 | 412 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1