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Glaubensdifferenzen in der frühen höfischen Literatur
Christina Feichtmair
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) UF Deutsch UF Russisch
Betreuer*in
Stephan Müller
DOI
10.25365/thesis.58154
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13411.54179.174373-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Hauptmotivation dieser Arbeit ergibt sich aus der Tatsache, dass die Thematik der Glaubensdifferenzen von Christentum und Islam in Forschungsarbeiten zur frühen höfischen Literatur bisher nur unzureichend behandelt wurde. Oft liegt der Schwerpunkt bereits vorhandener Arbeiten in der isolierten Darstellung einer dieser Religionen. Daraus ergibt sich wiederum das Fehlen von Forschungsergebnissen zu den Fragestellungen wann in der frühen höfischen Literatur überhaupt eine Differenzierung der Glaubensanhänger vorgenommen wird, ob eine Reflexion über die Glaubenszugehörigkeit stattfindet, aus welcher Perspektive die Religionen dargestellt werden, welche Funktionen der Glaube überhaupt einnimmt, in welcher Beziehung Glaube und Minne zueinander stehen.
Unter der Forschungsfrage Wie werden Glaubensdifferenzen in der frühen höfischen Literatur gehandhabt? und durch die Analyse, den Vergleich sowie die Interpretation der Werke Herzog Ernst, St. Oswald, Graf Rudolf, Salman und Morolf und König Rother sollen obige Fragestellungen beantwortet werden.
Zusammengefasst lässt sich der Umgang mit dem Sarazenentum in obigen Werken als stark von Vorurteilen geprägt beschreiben. Dies steht auch im Zusammenhang mit der durchwegs christlichen Beobachtungsperspektive, welche im Rahmen der Erzählung eingenommen wird. Auch das vorhandene Bewusstsein über die eigene religiöse Zugehörigkeit beziehungsweise die Zugehörigkeit anderer spielt in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle. In ihrer Darstellung erhalten die Sarazenen überwiegend negative Zuschreibungen, was seitens der Christen im Hinblick auf eine Legitimation des Kampfes gegen die Sarazenen durchaus auch mit vollem Bewusstsein über die Fehlerhaftigkeit dieses Sarazenenbildes geschehen kann. - Im Allgemeinen handelt es sich beim Kampf gegen die Sarazenen um eine zentrale, in ihrer Bedeutung nicht zu vernachlässigende Thematik, welche auch der Anlass zur Differenzierung zwischen den Religionszugehörigkeiten ist. Konträr zur Darstellung der Sarazenen wird überwiegend ein sehr positives Bild der Christen vermittelt. Ein gegensätzliches Selbst- und Fremdbild erzeugen hingegen die realitätsnahe, eher nüchterne Schilderung der Sarazenen sowie auch kritische Äußerungen hinsichtlich der christlichen Figuren im Graf Rudolf.
Außerdem stellte sich im Rahmen der Analyse heraus, dass die interreligiöse Minne beziehungsweise Ehe stets mit der Konversion der Frau verbunden ist; von einer Zwangsmissionierung ist aus Perspektive der Christen niemals die Rede. Ein gegensätzliches Bild dazu wird im Salman aus Sicht der Sarazenen vermittelt, für welche die Ehe der sarazenischen Prinzessin auf einer Zwangsehe und Zwangsmissionierung beruht.
Abstract
(Englisch)
The main motivation for this master thesis arises from the gap in research regarding the differences of faith in Christianity and Islam which has been treated insufficiently in works that focus on early courtly literature. In many scholarly works, the focus lies on an isolated view on either one of these religions. This results in a lack concerning questions such as, when does it come to a differentiation of religious followers; whether a contemplation about religious affiliation takes place; from which perspective are the religions represented; which functions takes faith in general and how do faith and “Minne” relate to each other.
With the research question "How are differences of faith handled in early courtly literature?", and by means of analysis, comparison and interpretation of Herzog Ernst, St. Oswald, Graf Rudolf, Salman and Morolf, and König Rother, the questions above are to be answered.
In summary, the handling of Saracenism in these narratives can be described as strongly influenced by prejudices which are also associated with the consistent Christian perspective of observation that is taken on during the narratives. The presence of awareness of one's own religious affiliation also plays an important role in this context. In their portrayal, the Saracens receive predominantly negative attributions – in some cases even with the Christians’ awareness of the inaccuracy of this Saracen picture with the intention of a legitimization of war against the Saracens. In general, the fight against the Saracens is a central, not negligible issue, which is also a main reason for the differentiation between the religious affiliations. In contrary to the representation of the Saracens, a predominantly positive image of the Christians is conveyed. In Graf Rudolf, however, a contradictory self-image and perception by others are produced through a realistic and rational portrayal of the Saracens, as well as by critical statements regarding the Christian figures in Graf Rudolf.
Furthermore, my analysis revealed that interfaith “Minne” or marriage are always associated with the conversion of women. Forced missionary is never thematized at all from a Christians’ point of view. An oppositional image is conveyed in the Salman: From the Saracens’ perspective, the marriage of their princess is based on a forced marriage and the accompanying forced conversion.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Glaubensdifferenzen Herzog Ernst St. Oswald Münchner Oswald Graf Rudolf Salman und Morolf König Rother
Autor*innen
Christina Feichtmair
Haupttitel (Deutsch)
Glaubensdifferenzen in der frühen höfischen Literatur
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
96 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Stephan Müller
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.74 Literaturwissenschaftliche Richtungen
AC Nummer
AC15427448
Utheses ID
51357
Studienkennzahl
UA | 199 | 506 | 526 |
