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Intercultural dialogues and the creativity of knowledge
a study on Daya Krishna
Elise Coquereau-Saouma
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Philosophie)
Betreuer*innen
Georg Stenger ,
Hans Rainer Sepp
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20427.36632.567567-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit bespricht den Beitrag des Philosophen Daya Krishna (1924-2007) für den Bereich interkultureller Dialoge. Als eine maßgebliche Person akademischer indischer Philosophie hinterließ Daya Krishna ein umfangreiches und vielseitiges, jedoch hauptsächlich unentdecktes Werk. Zuerst biete ich einen Zugang zu seiner diversen Philosophie an, indem ich mich auf sein philosophisches Projekt als ganzes fokussiere. Sein Projekt versucht, die Voraussetzungen des Denkens sichtbar zu machen, was nur mittels Dialogen über philosophische Traditionen mit verschiedenen Voraussetzungen hinweg durchgeführt werden kann. In Anwendung seines Projekts auf den Bereich interkultureller Dialoge stelle ich erst einige Grenzen heraus, an welche aktuelle interkulturelle Theorien stoßen, die in Reaktion auf ihr postmodernes europäisches Erbe den Eurozentrismus zu dekonstruieren und einen globalen philosophischen Dialog zu etablieren versuchen. Als Kontrapunkt dazu stelle ich die Herausforderungen englischsprachiger indischer Philosophen in Indien vor, welche einer Entwurzelung ihrer eigenen Traditionen ausgesetzt sind. Ihrer eigenen philosophischen Vergangenheit beraubt, erfahren sie diese Entwurzelung als eine kulturelle Unterwerfung. In diesem Kontext verband Daya Krishna isolierte Gemeinschaften von Denkern, indem er mehrsprachige Dialoge (‚saṃvāda’ genannt) zwischen traditionellen paṇḍits, ulama und englischsprachigen Philosophen organisierte. Ich rekonstruiere einige dieser Experimente und betone dabei die methodologischen Einsichten, die von dieser dialogischen Praxis und dem Prozess der Organisation der Experimente gewonnen werden können. Diese intensive dialogische Tätigkeit kontrastiert jedoch mit dem Fehlen einer Theorie des Dialoges in Daya Krishnas Philosophie. Deswegen analysiere ich, was das Sichtbarmachen von Voraussetzungen bedeutet und wie es zu der Frage philosophischer Kreativität in interkulturellen Dialogen beitragen kann. Den Ursprung dieser Kreativität lokalisiere ich in der Herausforderung des Akzeptierens epistemologischer Ungewissheit in solchen Dialogen. Diese Ungewissheit wird ferner untersucht in der gefühlten Unzufriedenheit aufgrund einer Kluft zwischen der Idealität philosophischer Auffassung und deren Realisierung, sowie in der Illusion einer Ich-Zentriertheit. Diese Aspekte sollen jedoch nicht als Hemmnisse interkultureller Dialoge verstanden werden. Sie konstituieren vieleher das menschliche Dilemma, durch welches die spezifische Kreativität interkultureller Dialoge entsteht – in der Brüchigkeit von Unterschieden, die gemeinsam erkundet werden.
Abstract
(Englisch)
This work discusses the contribution of the philosopher Daya Krishna (1924-2007) to the realm of intercultural dialogues. A leading figure of academic Indian philosophy, Daya Krishna left an immense and eclectic, yet mainly unexplored, corpus. Firstly, I offer one approach to his diverse philosophy by focusing on his philosophical project as a whole. His project attempts to unveil the presuppositions of thinking, which can only be effectuated in dialoguing across philosophical traditions founded on different presuppositions. Applying his project to the realm of intercultural dialogues, I begin by questioning the limits encountered by recent intercultural theories aiming at deconstructing Eurocentrism and establishing a global philosophical dialogue while responding to their postmodern European heritages. As a counterpoint, I introduce the challenges of Anglophone Indian philosophers in India, facing an uprooting from their own traditions. They feel this uprooting as cultural subjection, deprived of their own philosophical past. Within this context, Daya Krishna connected isolated communities of thinkers by organizing multilingual dialogues (called ‘saṃvāda’) between traditional paṇḍits, ulama and Anglophone philosophers. I reconstruct some of these experiments, thereby emphasizing methodological insights gained from this dialogical practice and the process of their organization. However, this intensive dialogical practice contrasts with the lack of a theory of dialogue in Daya Krishna’s philosophy. Therefore, I analyze what unveiling presuppositions means, and how it can contribute to the question of philosophical creativity in intercultural dialogues. I locate the source of this creativity in the challenge of accepting epistemological uncertainty in the latter. This uncertainty is further explored in the dissatisfaction felt in the gap between the ideality of philosophical apprehension and its realization, as well as in the illusion of I-centricity. These, however, are not obstacles for intercultural dialogues. They rather constitute the human predicament through which the specific creativity of intercultural dialogues originates – in the fragility of differences being explored conjointly.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Dialogue Indian Philosophy Intercultural Philosophy Postcolonial Philosophy
Schlagwörter
(Deutsch)
Dialog Indische Philosophie Interkulturelle Philosophie Postkoloniale Philosophie
Autor*innen
Elise Coquereau-Saouma
Haupttitel (Englisch)
Intercultural dialogues and the creativity of knowledge
Hauptuntertitel (Englisch)
a study on Daya Krishna
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
xvi, 396 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Nalini Bhushan ,
Adluru Raghuramaraju
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.03 Grundlagen und Methoden der Philosophie ,
08 Philosophie > 08.10 Nichtwestliche Philosophie: Allgemeines
AC Nummer
AC15465718
Utheses ID
51376
Studienkennzahl
UA | 792 | 296 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1