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Der deutsch-türkische Gegenwartsfilm im Genre-Vergleich
Melodram, Komödie, Dokumentarfilm und deren Möglichkeiten und Grenzen in der Aufbereitung der Thematiken von Migration, Integration und multikultureller Gesellschaft
Martina Hartl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Wolfgang Duchkowitsch
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.5743
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30432.89994.479763-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Mitte der 1950er Jahre beginnt die nach Deutschland einsetzende, auf arbeitsmarktpolitischen und ökonomischen Gründen basierende Gastarbeitermigration. Die sehr offensive Anwerbung fremdländischer Arbeiternehmer fällt in die Ära des Wiederaufbaus. Während diese Anwerbung in den ersten Jahren politisch unreglementiert stattfindet und die mögliche Auswirkung, dass diese Menschen vielleicht bleiben und nicht nur am Arbeits-, sondern auch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen könnten, werden nicht angedacht. Versäumnisse in der Migrationspolitik, die damals noch mangels Weitblick unter das Ressort der Arbeitsmarktpolitik fiel, sind somit mit ausschlaggebend für die weitere Entwicklung in den Folgephasen dieser Politik. Die heutigen, nicht nur politischen, sondern auch kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Probleme des nunmehrigen Einwanderungslandes Deutschland fußen bereits in der Zeit der Anwerbephase. Diese Entwicklung wird in einem ersten großen theoretischen Abriss ausführlich dargestellt. Parallel dazu wird die deutsche Filmgeschichte seit der Nachkriegszeit beleuchtet, die besonders in den ersten eineinhalb Jahrzehnten nach dem Krieg nicht in der Lage ist, sich zu erneuern. Während in anderen europäischen Ländern neue filmische Wege eingeschlagen werden, zum Beispiel über die französische „Nouvelle Vague“ oder den italienischen „Neorealismus“, bleibt das deutsche Kino bis auf nur wenige Ausnahmen in ihren „Verdrängungsfilmen“ einer Blut- und Bodenideologie verhaftet. Erst das „Oberhausener Manifest“ Anfang der 1960er Jahre läutet die Abkehr von diesen Filmen ein und schafft Impulse für einen neuen Spielfilm. In den 1980er Jahren schlittert das Kino erneut in eine Krise der Bedeutungslosigkeit, das gegenwärtige deutsche Filmschaffen hat es hingegen erreicht, mit einigen Produktionen auch international wieder Anerkennung zu erlangen. Nicht ausschließlich, aber doch augenfällig sind dafür unter anderem die Kinder der ehemaligen Gastarbeiter verantwortlich. Stellte Anfang der 1970er Jahre Rainer Werner Fassbinder als einer der ersten das Schicksal von Einwanderern ins Zentrum einer filmischen Handlung, so ist es heute die zweite oder dritte Generation von Migranten, die abseits von einem „Betroffenheitskino“ aus einer völlig anderen Sicht heraus Geschichten erzählen, die sich von der Masse abheben und das deutsche Filmschaffen maßgeblich positiv befruchten. Wenngleich es sich beim Begriff des „deutsch-türkischen Kinos“ nach wie vor um einen Hilfsterminus handelt, kann diese als eine der dominantesten und auch international bedeutsamsten Strömungen des deutschen Gegenwartskinos betrachtet werden. Im empirischen Teil wird mittels Filmanalyse herausgearbeitet, wie in den unterschiedlichen Genres Melodram, Komödie und Dokumentarfilm inter- bzw. transkulturelle Motive im deutsch-türkischen Film verarbeitet werden. Neben dem Blick auf die dramaturgischen wie gestalterischen Merkmale stehen besonders die handlungsleitenden Themen und die Zeichnung der Figuren im Erkenntnisinteresse wie auch ihre Repräsentation im real gesellschaftspolitischen Kontext.
Abstract
(Englisch)
The migration of foreign workers to Germany started in the mid 1950s and was due to the economic situation and labour market of this era of reconstruction. Germany tried to recruit foreign employees offensively, the procedure of which remained uncontrolled from a political point of view in the first years. The option that foreigners could not only participate in working life, but also become part of social life was not considered. The shortcomings in migration politics, which were due to a lack of vision, were most influential for the development of this political style in the following periods. Today’s political, cultural, social and economic problems of Germany, country of immigration, already began in this period of recruitment. The development of these problems will be outlined in the first part of this thesis. At the same time the history of German film since the Second World War will be investigated. While in other European countries film developed in new ways such as “Nouvelle Vague” in France or “Neorealism” in Italy, German film resisted change in the first one and a half decades and remained, with few exceptions, attracted to films with an easy theme and a simple, conservative, slightly propagandist structure. It was not until the beginning of the 1960s and the “Oberhausen Manifesto” when German cinema experienced new impulses for a new feature film. While German cinema went through a period of insignificance again in the 1980s, contemporary German film managed to regain recognition also internationally with some productions. Although not exclusively, major responsibility for this success can be accredited to the children of former foreign workers. In the early 1970s it was Rainer Werner Fassbinder who was one of the first to portray the fate of migrants in films. Today it is the second and third generation of migrants who tell stories from totally different points of view not focusing on their sad destinies. This had a positive influence on German film production. Even if the expression “German-Turkish” cinema can only be considered as terminology to be improved, this current trend has become one of the most dominant and internationally relevant movements of contemporary German cinema. In the empirical part of this thesis it will be analysed how inter-and cross-cultural themes are used in German-Turkish films of the genres melodrama, comedy and documentary. The main themes, the portrayal of the central characters and their representation in a real socio-political context as well as the dramaturgical and artistic features will be investigated in a film analysis.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
German-Turkish film film analysis migration
Schlagwörter
(Deutsch)
deutsch-türkischer Film Filmanalyse Filmgeschichte Migrationsgeschichte interkulturelle Motive
Autor*innen
Martina Hartl
Haupttitel (Deutsch)
Der deutsch-türkische Gegenwartsfilm im Genre-Vergleich
Hauptuntertitel (Deutsch)
Melodram, Komödie, Dokumentarfilm und deren Möglichkeiten und Grenzen in der Aufbereitung der Thematiken von Migration, Integration und multikultureller Gesellschaft
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
322, LXXVII S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wolfgang Duchkowitsch
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.37 Film, Video ,
15 Geschichte > 15.99 Geschichte: Sonstiges ,
24 Theater, Film, Musik > 24.00 Theater, Film, Musik: Allgemeines
AC Nummer
AC08068458
Utheses ID
5150
Studienkennzahl
UA | 301 | 295 | |
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