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Literarische Hinrichtungen um 1800
Magdalena Aigner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsche Philologie
Betreuer*in
Eva Horn
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.58501
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26329.59945.287253-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Kriminalerzählungen handeln nicht vom Alltag, sie berichten von ungewöhnlichen Begebenheiten, von schockierenden Ereignissen und von traurigen Schicksalen, sie erregen Neugier, Spannung, Furcht und Mitleid. Besonders öffentlichkeitswirksame Ereignisse, wie Hinrichtungen, wurden in der frühen Neuzeit von vielen Zuschauern besucht und hatten daher große Wirkung auf die Bevölkerung. Es wundert nicht, dass ein solches Phänomen auch in die Literatur Eingang gefunden hat. Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Darstellung, dem Ablauf und der Wirkung von Hinrichtungen in der Literatur des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Die Auswahl des Zeitraums fußt auf dem ersten Erscheinen sogenannter und erst später als Genre definierter ‚Kriminalliteratur‘. Anhand von ausgewählten Werken wie Friedrich Schillers „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ (1786), Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ (1808) und Clemens Brentanos „Die Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl“ (1817) wird gezeigt, wie der jeweilige Autor die Hinrichtung seiner Protagonisten in das jeweilige Werk einflicht. Die Arbeit gewährt einen Einblick in die historische Entwicklung des Strafrechts im deutschsprachigen Raum und legt die bisherige literarische Auseinandersetzung mit Hinrichtungen in der Forschungsliteratur dar. Auch die Gattungsfrage zum Genre der Kriminalliteratur wird beantwortet. Die Faktoren Ritual, Theatralität & Öffentlichkeit und Fiktionalisierung werden im Hinblick auf die Analyse definiert und dienen im Praxisteil als Leitfaden für die Behandlung der ausgewählten Primärwerke. Das Konzept der Ehre wird ebenfalls genauer unter die Lupe genommen, da es in den Primärwerken eine tragende Rolle spielt. Es wird gezeigt, wie Hinrichtungen in der Literatur geschildert werden, wie Protagonist und Bevölkerung mit dem Urteil umgeht und wie die Exekution zur Fiktionalisierung der Erzählung beiträgt. Im Fazit wird die Frage beantwortet, welche grundlegende Unterschiede zwischen realen und literarischen Hinrichtungen zu erkennen sind.
Abstract
(Englisch)
Crime stories do not portray everyday life, but rather unusual events, shocking incidents and sad fates. They arouse curiosity, tension, fear and compassion. Especially public events, such as executions, were visited by many spectators in the early modern period and, therefore, had a significant impact on the population. It is thus not surprising that such a phenomenon has also found its way into literature. This master’s thesis deals with the presentation, the process and the effect of executions in literature of the late 18th and early 19th century. This particular period was selected, as it coincides with the first appearance of so-called crime fiction, which later evolved into a separate literary genre. Based on selected works such as Friedrich Schillers „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ (1786), Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ (1808) and Clemens Brentanos „Die Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl“ (1817) can be shown, how the respective authors interwove the execution of the protagonists in their stories. This thesis provides an insight into the historical development of criminal law in German-speaking countries and illustrates the previous literary analysis of executions in research literature. Moreover, questions about the generic terminology for the genre of crime fiction are answered. The factors ritual, theatricality & publicity and fictionalization are defined with regard to the analysis, as they later serve as a guide for the treatment of selected primary works. The concept of honor, which plays a major role in the primary works, is also scrutinized. It is shown how executions are conducted in the selected works of literature, how the protagonists and the population handle the verdict, and how the execution contributes to the fictionalization of the narrative. In conclusion, this thesis undertakes to answer the question, which differences between executions in literature and reality can be recognized.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
crime literature executions scaffold gallows beheading criminal law penal law 18th century legal system death penalty sentence of death early modern period
Schlagwörter
(Deutsch)
Kriminalliteratur Hinrichtungen Exekution Schafott Galgen Enthaupten Strafrecht 18. Jahrhundert Rechtssystem Todesstrafe Todesurteil Friedrich Schiller Der Verbrecher aus verlorener Ehre Heinrich von Kleist Michael Kohlhaas Clemens Brentano Die Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl Frühe Neuzeit
Autor*innen
Magdalena Aigner
Haupttitel (Deutsch)
Literarische Hinrichtungen um 1800
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
87 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Eva Horn
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.87 Besondere Literaturkategorien ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.96 Vergleichende Literaturwissenschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC15655142
Utheses ID
51659
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1