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Kompensation der Sinneswahrnehmung, speziell des olfaktorischen Sinnes, bei langzeitiger, visueller Deprivation
Barbara Kalaus
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Ernährungswissenschaften
Betreuer*in
Dorota Majchrzak
DOI
10.25365/thesis.58549
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25372.87501.195262-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das potenzielle Vorhandensein von Sinneskompensation bei blinden Menschen hat Wissenschaftler seit Jahrzehnten interessiert. Viele Studien, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden, beschäftigten sich mit diesem Thema, obwohl die Ergebnisse hinsichtlich der Kompensation nicht eindeutig belegt wurden. Zweck der vorliegenden Masterarbeit war es die bisherigen Studien zum Thema Kompensa-tion der Sinneswahrnehmung zusammenzufassen und durch eigene Evaluierung der Geruchswahrnehmungsfähigkeit, mittels Sniffin‘ Sticks (Geruchsidentifikation und Geruchsdiskrimination) und empirischem Fragebogen (Fragen bezüglich Geschlecht, Alter, Beruf, Rauchgewohnheiten, Alkoholkonsum, Medikamenteneinnahme), die Erfahrungen im Bereich der olfaktorischen Wahrnehmung von Blinden zu erweitern.
Hierfür wurden im Zuge einer Fall-Kontroll-Studie 76 Langzeit-Blinde Erwachsene (38 Männer und 38 Frauen) im Alter zwischen 18 und 55 Jahren (n = 38,84 ± 9,83 Jahre) getestet, die seit mindestens 10 Jahren (n = 24,26 ± 12,85 Jahre der Blindheit), wenn nicht sogar seit Geburt an, blind waren (max. Sehrest von 2% auf dem besseren Au-ge) und mit 76 Sehenden (38 Männern und 38 Frauen) im gleichen Altersfenster (n = 38,84 ± 10,48 Jahre) verglichen.
Wie in vielen vorherigen Studien zeigte sich auch in der vorliegenden Erläuterung kein eindeutiges Ergebnis über die sensorische Kompensation bei Blinden. So konn-te kein signifikanter Unterschied zwischen Sehenden und Blinden in Bezug auf die Geruchswahrnehmung festgestellt werden. Es wurde jedoch beobachtet, dass sich in der Gruppe der Frühblinden (seit Geburt an oder innerhalb des ersten Lebensjahres erblindet) ein signifikanter (p = 0,018) Unterschied zu spätblinden Probanden, in der Geruchsdiskrimination ergab. In der Geruchsidentifikation wurde kein signifikanter Unterschied bei den Resultaten von Früh- und Spätblinden festgestellt. Interessan-terweise korrelierten Alter, die Dauer der Erblindung, der Grund der Erblindung so-wie die Rauchgewohnheiten nicht mit der Geruchswahrnehmung, gemessen anhand der durchgeführten Tests. Ein geringer Alkoholkonsum (p = 0,028), sowie die Ein-nahme von Medikamenten (p = 0,019) wirkte sich signifikant auf die Resultate der Blinden aus, jedoch ist dies aufgrund der untergleichen Gruppengrößen zu hinter-fragen und es kann dadurch keine allgemein gültige Aussage in Bezug auf diese Er-gebnisse getroffen werden. Weitere Forschung ist notwendig.
Abstract
(Englisch)
The potential presence of sensory compensation in blind people has interested sci-entists for decades. The aim of the present master's thesis was to summarize the previous studies on the possible sensory superiority of the blind, especially in the perception of odors and to expand the knowledge of this topic.
For this purpose, a case-control study was conducted testing 76 long-term blind adults (38 men and 38 women) between the ages of 18 and 55 (n = 38,84 ± 9,83 years) who have been blind for at least 10 years (n = 24,26 ± 12,85 years of blind-ness) (with a residual vision of at most 2% on the better eye), or even since birth and compared with 76 sighted people (38 men and 38 women) in the same age range (n = 38,84 ± 10,48 years). The participants were evaluated by sniffin’sticks odor identification and discrimination test. Additionally, all subjects completed an empirical questionnaire costiting of questions regarding sex, age, occupation, smok-ing habits, alcohol consumption and medication.
As documented in some previous studies, we could not find significant difference in the olfactory perception between sighted and blind people. However, in the group of early blind (blinded after birth or within the first year of life) there was a signifi-cant difference (p = 0,018) to late-blind subjects, but only in odor discrimination. The results of the odor identification showed no significant difference between early and late blind people. Interestingly, age, duration of blindness, cause of blindness and smoking did not correlate with odor identification and discrimination. Low con-sumption of alcohol (p = 0,028) and the intake of medication (p = 0,019) showed a significant effect on the test results for blind people, but this statement has to be drawn into question due to the different group sizes. Thus, further research is need-ed.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
blind odor discrimination odor identification olfactory perception
Schlagwörter
(Deutsch)
Blind Geruchsdiskrimination Geruchsidentifikation Geruchswahrnehmung
Autor*innen
Barbara Kalaus
Haupttitel (Deutsch)
Kompensation der Sinneswahrnehmung, speziell des olfaktorischen Sinnes, bei langzeitiger, visueller Deprivation
Paralleltitel (Englisch)
Compensation of sensory perception, especially of the olfactory sense, with long-term, visual deprivation
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
100 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Dorota Majchrzak
Klassifikation
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.00 Naturwissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC15473823
Utheses ID
51695
Studienkennzahl
UA | 066 | 838 | |
