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Der frühe Heintel
Leben, Werk und Lehre von 1912 bis 1949 ; mit einem kurzen Überblick über sein späteres Schaffen
Franz Weisz
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Hans Dieter Klein
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.5767
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29153.23324.126970-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Dissertation hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben und Schaffen des „jungen“ Heintel kritisch darzustellen. Sie behandelt jene Zeit, in der er seine Dissertation verfasste und sein Habilitationsverfahren abschloss sowie seine Tätigkeit als Universitätslehrer an der Universi- tät Wien in der nationalsozialistischen Ära. Die Studie beschäftigte sich auch mit seinen For- schungen und Publikationen als er vom Lehrbetrieb ausgeschlossen war und endet mit seiner Wiederanstellung als Dozent an der Wiener Universität im Wintersemester 1949/50. Schließ- lich versuchte sie noch einige Ausblicke auf seine spätere Karriere als Universitätsprofessor zu geben. Ein Hauptanliegen der Dissertation bestand darin, zu klären, inwiefern er sich mit dem NS- Regime arrangiert hat und in welcher Weise davon seine Tätigkeit als Forscher und Lehrer betroffen war. Die Dissertation kam dabei zum Ergebnis, dass Heintel nicht aus Über- zeugung, sondern zwecks Sicherung seiner universitären Karriere die Mitgliedschaft zur NSDAP angestrebt und auch erhalten hatte. Diese Mitgliedschaft ermöglichte ihm zwar, als Privatdozent bis zum Wintersemester 1944/45 zu lehren, doch eine Anstellung an der Universität Wien erhielt er darum nicht, obwohl er sich sehr darum bemühte. Hauptver- antwortlich dafür war seine hyperkritische Nietzsche-Habilitation, die der Nietzsche-Ortho- doxie der NS- Zeit zuwiderlief. Als Universitätslehrer hat er sich während der NS- Diktatur stets angepasst verhalten. Da er kaum aktuelle Themen der Tagespolitik in seinen Lehr- veranstaltungen behandelte, hat er sich auch nicht für die NS- Ideologie und ihre Propaganda einspannen lassen. Dasselbe gilt für seine Publikationen. Die Dissertation konstatierte ein ambivalentes Verhalten, dass zwar dem „Zeitgeist“ einige Zugeständnisse machte, aber an- dererseits gegen jedweder Art „biologistisch- rassistischer“ Welterklärung Stellung bezog. Seine Präferenz für die Philosophen des Deutschen Idealismus schützte ihn zwar nicht vor Angriffen beamteter „Staatsphilosophen“, wohl aber vor schärferen Sanktionen seitens der Staatsmacht.. In keiner seiner damaligen Schriften ließ er Zweifel gegen die Transzendental- philosophie aufkommen, ja er trat trotz mancher Schwierigkeiten als Propagandist für sie auf. Nach dem Ende der NS- Herrschaft in Österreich unternahm er alles, um wieder als Uni- versitätslehrer zugelassen zu werden, doch lange Zeit waren seine Anstrengungen vergebens. Dabei griff er auch zu unwahren Ausflüchten und Erklärungen, was seine Bewerbungen um die Mitgliedschaft in die NSDAP und sein Verhalten während der NS- Zeit betroffen hat. Die Dissertation konnte zwar diese Art der Rechtfertigungen, die er als Vater von vier unversorgten Kindern und einer Ehefrau ohne Einkommen versucht hat, verstehen, kritisierte aber, dass er noch bis zu seinem Lebensende an ihnen festgehalten und sie vielleicht sogar selbst geglaubt hat.
Abstract
(Englisch)
The primary intention of this dissertation is to present a critical view on the life and work of the „young“ Heintel. During the relevant timeframe, Heintel wrote his dissertation, finished his postdoctoral thesis and taught at the University of Vienna during the national socialist era. Furthermore this study deals with Heintel’s research and publications during the time of his exclusion from the teaching profession up to his reinstatement as a lecturer at the University of Vienna during the winter semester of 1949/50. Finally the dissertation provides an outlook on his later carreer as a university professor. One of the main points is to provide an answer to the question to what extent Heintel came to an arrangement with the national socialist regime and in what way this might have influenced his research and teaching. The dissertation reaches the conclusion that Heintel did not apply for (and gain) membership in the National Socialist Party because of true conviction but rather to protect his university career. His membership allowed him to continue to teach as a private lecturer up to the winter semester of 1944/45, but it did not provide him with employment as a university professor, even if he made a strong effort to achieve this. The main reason for this was his extremely critical postdoctoral thesis on Friedrich Nietzsche, which stood in stark contrast to the orthodox view on Nietzsche at the time. As a university lecturer he always maintained conformity with the NS-dictatorship but since his lectures did not touch on any current political subjects he managed to stay away from NS-ideology and it’s propaganda. The same can be said of his publications. All in all, Heintels attitude seems to have been an ambivalent one, on one hand making concessions to the „zeitgeist“, on the other hand opposing any kind of „biologistical-rascist“ worldview. Although his preference for the philosophers of German Idealism didn't protect him from attacks of official „state-philosophers“, it did protect him from harsher sanctions on the part of state powers. None of his writings from this period casts any doubt whatsoever on transcendental philosophy, which he – despite some difficulties – advocated. After the rule of the NS-regime had come to and end, Heintel tried hard to regain his position as a university teacher, but for a considerable time his efforts remained without success. In doing so, he didn't shy away from false claims concerning his membership in the National Socialist Party and his behaviour during the time of the Nazi regime. This dissertation finds it possible to understand such justifications by a man who was the father of four children who were not provided for, and the husband of a wife without employment, but it does criticize Heintels adherence to them up to the end of his life.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Ambivalentes Verhalten während der NS- Zeit weder NS- Sympatisant noch Opposition
Autor*innen
Franz Weisz
Haupttitel (Deutsch)
Der frühe Heintel
Hauptuntertitel (Deutsch)
Leben, Werk und Lehre von 1912 bis 1949 ; mit einem kurzen Überblick über sein späteres Schaffen
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
418 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Hans Dieter Klein ,
Friedrich Stadler
Klassifikation
08 Philosophie > 08.99 Philosophie: Sonstiges
AC Nummer
AC05040148
Utheses ID
5173
Studienkennzahl
UA | 092 | 296 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1