Detailansicht
Der Staat als bessere Familie
Vorstellungen von und Praktiken der Sorge im Jugendstrafvollzug in Accra (Ghana)
Marlene Persch
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kultur- und Sozialanthropologie
Betreuer*in
Tatjana Thelen
DOI
10.25365/thesis.58880
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19653.05466.616783-8
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Konstituierung des Gefängnisses durch JustizanstaltsbeamtInnen im Jugendgefängnis in Ghana beruht auf Vorstellungen von und Praktiken der Sorge, die Bestrafung als Form der (elterlichen) Sorge und das Gefängnis als einen ‚Ort der Wandlung‘ darstellen. Die BeamtInnen verhandeln Sorge in einem institutionellen Rahmen, der von (westlichen) Konzepten des Strafvollzuges und von ‚Familie‘ sowie pfingstkirchlichen Diskursen über ‚Transformation‘ und westafrikanischen Praktiken der Kindspflegschaft beeinflusst ist. Das persönliche Engagement der BeamtInnen für das Wohl der Jugendlichen zeigt ein ambivalentes Verhältnis dieser zu ‚Staat‘ und Wohlfahrts-Aspekten des Jugendgefängnisses. Sorgebeziehungen zwischen BeamtInnen und Insassen ermöglichen ein Verständnis des Gefängnisses und folglich des Staates, wie es von den staatlichen AkteurInnen ausgehandelt wird. Eine prozessuale Perspektive erlaubt es, über die Dichotomien von Staat / Gesellschaft und Staat / Familie hinauszugehen und ‚gute Sorge‘ aus seiner Einbettung in den Bereich der Familie zu nehmen. Sorge im Jugendgefängnis in Accra basiert daher auf Vorstellungen ‚angemessener‘ elterlicher Sorge, wodurch ‚der Staat als bessere Familie‘ dargestellt wird.
Abstract
(Englisch)
The construction of the ‚prison’ by prison officers in the juvenile prison in Ghana rests on images and practices of care which represent punishment as a form of (parental) care and the prison as a ‘place of transformation’ (Ort der Wandlung). Officers negotiate care within an institutional frame influenced by (western) concepts of the penal system and ‘family’, Pentecostal discourses on ‘transformation’ and Westafrican practices of child fosterage. The personal involvement of officers in the welfare of the juveniles illustrates an ambivalent relationship of officers to the ‘state’ and welfare-aspects of the juvenile prison. Care relations between officers and inmates enable an understanding of the prison and consequently the state as negotiated by the state actors. A processual perspective allows to go beyond dichotomies of state/society and state/family and take ‘good’ care off its embeddedness in the realm of the family. Thus care in the juvenile prison in Accra is based on images of ‘proper’ parental care, thereby making ‘the state a better family’.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
prison ethnography care welfare family state juvenile prison Ghana Westafrica
Schlagwörter
(Deutsch)
Gefängnisethnographie Sorge Wohlfahrt Familie Staat Jugendstrafvollzug Ghana Westafrika
Autor*innen
Marlene Persch
Haupttitel (Deutsch)
Der Staat als bessere Familie
Hauptuntertitel (Deutsch)
Vorstellungen von und Praktiken der Sorge im Jugendstrafvollzug in Accra (Ghana)
Paralleltitel (Englisch)
The state as a better family
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
144 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Tatjana Thelen
Klassifikationen
73 Ethnologie > 73.06 Ethnographie ,
73 Ethnologie > 73.82 Ausbildung, Beruf, Organisationen
AC Nummer
AC15489991
Utheses ID
51985
Studienkennzahl
UA | 066 | 810 | |
