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Gesellschaftskritik im österreichischen Dialektrap von den 1990ern bis heute
Maxie-Renée Korotin
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Magisterstudium Publizistik-u.Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Katharine Sarikakis
DOI
10.25365/thesis.59146
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28221.59718.902355-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Bei der Betrachtung von Sprachen muss als Erstes zwischen Standardsprache als idealer Standard und dem Dialekt als regionalem Standard unterschieden werden (Vgl. Rein, 1983: 1445-1446). Sprache ist niemals wertneutral und so gilt nach Blahak (2016: 81) vor allem der Dialekt „als Sprache der Emotionalität, Affektivität und Spontaneität“. Die Codewahl im Hip Hop ist nach Androutsopoulos (2003: 120) vom soziolinguistischen Profil des Landes, der künstlerischen Orientierung sowie der Songthematik abhängig. Ein wichtiger Faktor ist auch die Positionierung zwischen Mainstream und Underground des Künstlers/der Künstlerin (vgl. Dietrich, 2016: 14-20). Die Verwendung von Dialekt grenzt die VerwenderInnen nicht nur von denen der Standardsprache ab, sondern ist in der Hip-Hop-Kultur ebenso Gruppen-stabilisierend (vgl. Hess-Lüttich, 2009: 113).
Die Sprachwahl ist zudem für die Sozialsymbolik relevant und beeinflusst nicht nur das Prestige der/des RapperIn, sondern ebenso deren Texte. So werden Non-Standardformen – also Dialekte – eher in „niedrigeren“ Gesellschaftsklassen verwendet (vgl. Eckert, 2012: 88), was eine Verbindung zu den Anfängen der Hip-Hop-Kultur in den USA und deren Anprangerungen von sozialen Missständen durch Personen „von unten“ zulässt.
Ziel der Arbeit war es, rund 30 Jahre des Dialektraps in Österreich in Bezug auf deren Gesellschaftskritik und kulturellen Bezüge zu vergleichen. Veränderungen sollten anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse aufgezeigt werden, die insgesamt 81 Songs aus drei Generationen des Dialektraps umfasste. Die KünstlerInnen stammen aus den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Kärnten und Vorarlberg.
Thematisch wurden unterschiedlichste gesellschaftskritische Problematiken angesprochen. Elementare Themen wie Politik, Gesellschaftliches Leben, Ausländer, Medien oder „aus der Vergangenheit lernen“ zogen sich durch alle drei Generationen. Primär wurde an der Politik Kritik geübt und in der dritten Generation vor allem an der ÖVP-FPÖ-Koalition. Auch die Kritik an Medien, aus der Vergangenheit lernen oder dem Gesellschaftlichen Leben waren stark mit dieser politischen Lage verbunden. Die Ereignisse, die angesprochen wurden, waren stets sehr aktuell – ebenso wie die Samples, die als kulturelle Bezüge eingebaut wurden (bspw. „We’re going to Ibiza“ der ‚Vengaboys’ in ‚Def Ill’s „Ibizagate“).
Das niedrige Prestige von Dialekt hätte – verbunden mit dem eher „schlechten Image“ des HipHop auf ein ebenso niedriges Niveau der Gesellschaftskritik schließen lassen können Dieses „Vorurteil“ konnte durch die vorliegende Untersuchung nicht bestätigt werden. Ganz im Gegenteil setzten sich die RapperInnen äußerst kritisch mit verschiedensten Themen auseinander und nutzten ihre Musik effektiv dazu Kritik in die Öffentlichkeit zu tragen, wie es auch bereits in den Anfängen der Hip-Hop-Kultur erfolgt ist.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Dialektrap Mundartrap Songinterpretation österreichische Hip-Hop-Szene Rap HipHop Gesellschaftskritik
Autor*innen
Maxie-Renée Korotin
Haupttitel (Deutsch)
Gesellschaftskritik im österreichischen Dialektrap von den 1990ern bis heute
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
185 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Katharine Sarikakis
AC Nummer
AC15689708
Utheses ID
52222
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
