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'War on Terror' in der New York Times?
eine Untersuchung zu inhaltlichen Parallelen zwischen Präsident Bushs Kriegsrhetorik und Artikeln der Tageszeitung nach dem 11. September 2001
Tobias Artacker
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Magisterstudium Publizistik-u.Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Horst Pöttker
DOI
10.25365/thesis.59258
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25111.45691.891262-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der heutigen Zeit, die stark vom Aufkommen fragwürdiger Nachrichtenagenturen und „Fake-News“ gekennzeichnet ist, sollten sich MedienrezipientInnen stets die Frage stellen, ob die jeweils konsumierten Inhalte auf Fakten basieren oder gewisse Formen der Verzerrung (=„Bias“) beinhalten könnten. Insbesondere einer speziellen Form von Ereignissen, den sogenannten “Weltmedienereignissen”, kommt hierbei eine entscheidende Rolle zu, da sie aufgrund ihrer immanenten Strukturen die journalistische Objektivität auf die Probe stellen. Macht sich im Rahmen derartiger Weltmedienereignisse etwa ein internationales Qualitätsmedium der unsachlichen Berichterstattung schuldig, sind jene „Bias“ auch häufig in den Darstellungen anderer Medien aufzufinden (Koorientierungshypothese). Die wissenschaftliche Relevanz ebendieser Anschlusskommunikation erschließt sich sodann vor dem Hintergrund, dass PolitikerInnen mittels gezielter Rhetorikanwendung die öffentliche Wahrnehmung einer Situation beeinflussen („Framing“) um ihre eigene Popularität zu steigern („Priming“). Daher befasste sich die vorliegende Magisterarbeit mit der Frage, inwieweit die amerikanische Tageszeitung „New York Times“ in ihren Artikeln über die Anschläge vom 11. September 2001 die Kriegsrhetorik des einstigen Präsidenten George W. Bush reproduzierte. Zu diesem Zweck wurden nicht nur inhaltliche Merkmale – beispielsweise rhetorische Auffälligkeiten oder der Anteil kritischer Reflexion in der Tageszeitung – analysiert, sondern auch quantitative Werte in die abschließende Beurteilung miteinbezogen. Obwohl bereits zahlreiche fachliterarische Quellen zu besagtem Thema existieren, eröffnete 1.) die dem Forschungsdesign inhärente Unterscheidung zwischen redaktionellen Texten (Editorials) und „News“-Meldungen, sowie 2.) der Fokus auf drei „Address to the Nation“-Ansprachen des Präsidenten neue Perspektiven auf die damaligen Geschehnisse. Weiters umfasste die Konzeptualisierung des inhaltsanalytischen Prozesses, für den aus insgesamt über einhundert Artikeln achtzehn Stück herausgegriffen wurden, sowohl induktive als auch deduktive Elemente, was einer umfassenden Betrachtung geschuldet war. Demgemäß konnte die zentrale Erkenntnis der Untersuchung – welche die ambivalente Rolle der New York Times rund um den 11. September behandelt – detailliert herausgearbeitet werden: Obgleich die JournalistInnen der Tageszeitung ihr Staatsoberhaupt einerseits für dessen bellizistische Rhetorik rügten, übernahmen sie andererseits Teile seiner Formulierungen, ohne entsprechende Interpunktionszeichen zu verwenden. Darüber hinaus blieb die von Bush inszenierte Kriegssituation prinzipiell unhinterfragt, wodurch der folgende Afghanistankrieg eine moralische Rechtfertigung erfuhr. Es wird allerdings einschränkend darauf hingewiesen, dass die verhältnismäßig kleine Stichprobe nicht alle Facetten der Berichterstattung abdecken konnte. Angesichts der weitreichenden Folgen von 9/11 – unter anderem lagen der Fortbestand des Gefangenenlagers Guantanamo und die US-Militärinvasion im Irak in den Terroranschlägen begründet – ist die Beteiligung amerikanischer Medien an der Herausbildung eines dominanten Diskurses, der kritische Stimmen weitgehend diskreditierte, nach wie vor unzureichend erforscht.
Abstract
(Englisch)
Being confronted with dubious press agencies and ‘fake news’, it is of uttermost importance that audiences of modern media ask critically, if the very content they are consuming is based upon facts or rather biased in some ways. In this regard, the immanent structure of so-called ‘Weltmedienereignisse’ (‘global media events’) plays a vital role in testing media objectivity.
If the coverage of an international newspaper, writing about such a ‘global media event’, turns out to be distorted, their initial bias may be frequently observed within other articles too, which in turn refers to what the ‘Koorientierungshypothese’ predicts. Since politicians are able to frame situations and raise their popularity by using a certain kind of rhetoric, the examination of follow-up communication is of high scientific value and pertinence. Hence, also this study deals with a related question, to wit: To what extend did the American newspaper ‘New York Times’ reproduce its former president’s (George W. Bush’s) war talk after September 11th, 2001? In order to provide a comprehensive treatise on this issue, quantitative figures, distinctive rhetoric features, as well as evidence of critical reflection have been incorporated. Furthermore, two main aspects of the study design give us new insights into the aftermath of 9/11, which are: 1.) distinguishing between editorials and ‘news’- articles; 2.) focusing on the three most significant ‘speeches (‘Address to the nation’) of president Bush. Due to an extensive inductive and deductive approach that was applied to the basic form of Philipp Mayring’s content analysis, eighteen out of over one hundred articles have been thoroughly surveyed. As one of the main findings it was discovered that the New York Times took up a strongly ambivalent position through identifying and criticising Washington’s omnipresent pro-war rhetoric on the one hand, while one the other hand adopting Bush’s diction without using any punctuation marks. Moreover, by falling for the orchestrated war clouds of the government, the newspaper unwillingly prepared the grounds for ethical justifications after invading Afghanistan. In view of the small sample that was being elected for this master thesis, however, it could not cover all facets of the reporting, which narrows its representativeness. Notwithstanding, the terrorist attacks of September 11 caused serious changes for the whole discipline of journalism, which in large parts failed to disclose its own participation in forming a dominant discourse that successfully managed to discredit critics. As even maintaining the Guantanamo detention camp and starting the Iraq War in 2003 can be directly traced back to the ‘world media event’ of 2001, mainstream research has remained blind to confront this sensitive topic so far.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
9/11 New York Times news coverage war rhetoric news bias George W. Bush
Schlagwörter
(Deutsch)
9/11 New York Times Berichterstattung Kriegsrhetorik News Bias George W. Bush
Autor*innen
Tobias Artacker
Haupttitel (Deutsch)
'War on Terror' in der New York Times?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Untersuchung zu inhaltlichen Parallelen zwischen Präsident Bushs Kriegsrhetorik und Artikeln der Tageszeitung nach dem 11. September 2001
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
89 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Horst Pöttker
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.12 Kommunikationsprozesse ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.20 Kommunikation und Gesellschaft ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.30 Massenkommunikation, Massenmedien: Allgemeines ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.32 Öffentliche Meinung ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.33 Pressewesen
AC Nummer
AC15722261
Utheses ID
52322
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
