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Die Global Health Care Chain an Hand der Fallstudie Malawi
Kerstin Bohner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Kirsten Rüther
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26556.93719.612367-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen für die Migration von ÄrztInnen und Pflegekräften aus dem Gesundheitssystem in Malawi. Dabei wird das Push- und Pull-Modell aus der Migrationsforschung mit dem Ansatz der Global Health Care Chain von Connell verbunden, um zu analysieren, welchen Einfluss die neoliberale Entwicklungspolitik von internationalen Organisationen auf die Abwanderung von medizinischen Fachkräften aus Malawi hat und welche Probleme dadurch für die nationale Gesundheitsversorgung entstehen. Im Rahmen der Analyse werden die Maßnahmen der Strukturanpassungsprogramme, der Poverty Reduction Strategy Papers, der Artikel IV Konsultationen und des GATS an Hand der Fallstudie Malawi untersucht um darzulegen, wie dadurch Push- und Pull-Faktoren für die Migration generiert werden. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die kreditgebenden internationalen Organisationen auf Grund der hohen finanziellen Abhängigkeit Malawis die nationale Politik stark dominieren. Deren neoliberaler Kurs fördert die Unterfinanzierung des sozialen Sektors, Privatisierungsmaßnahmen und den Fokus auf makroökonomische Stabilität, wodurch Push-Faktoren für die Migration, wie niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen, Preissteigerungen und eine schlechte Lebensqualität entstehen. Das GATS verstärkt den Handel mit medizinischen Dienstleistungen, fördert die professionelle Rekrutierung von Fachkräften in den Globalen Norden und schafft dadurch Pull-Faktoren. Der durch die Migration verursache Personalmangel wirkt sich negativ auf Qualität und Angebot der Gesundheitsversorgung der malawischen Bevölkerung aus und führt zu finanziellen Verlusten der Regierung auf Grund der verlorenen Ausbildungskosten. Aktuelle Ansätze zur Überwindung der Migration sind wenig nachhaltig und fokussieren sich zu sehr auf die Rücküberweisungen der MigrantInnen aus dem Ausland. Dennoch wird die neoliberale Politik nach wie vor als Lösung und nicht als Ursache von Migration angesehen.
Abstract
(Englisch)
This paper deals with the causes for migration of doctors and nurses from the Malawian health care system. The resulting shortage of personnel is posing an increasing problem for the provision of health care. For a complex investigation of the causes of migration, the well-established push- and pull-model will be combined with Connell's Global Health Care Chain approach to analyse the impact of neoliberal development policies by international organisations on the migration of health workers from Malawi and its impact on the national health care system. In the context of the analysis, the structural adjustment programmes, the Poverty Reduction Strategy Papers, the Article IV Consultations and the GATS will be examined on the basis of the Malawi case study in order to showcase how these measures generate push- and pull-factors for migration. The study concludes that the international donor organisations have a significant impact on national policy making due to the country’s high financial dependency. These neoliberal reforms cause push-factors for migration such as low wages, poor working conditions, price increases and a poor quality of life due to the underfunding of the social sector, privatisation measures and the focus on macroeconomic stability. The GATS fuels trade in medical services and promotes the professional recruitment of medical personnel to the Global North, thereby creating pull-factors. The shortage of personnel caused by migration has a negative impact on the quality and provision of health care to the Malawian population and leads to financial losses for the government due to the lost investments in education. Current approaches to overcoming migration are not very sustainable and focus too much on the remittances of migrants from abroad. Nevertheless, neoliberal policies are still seen as a solution rather than a cause for migration.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
medical migration healthcare-system Malawi
Schlagwörter
(Deutsch)
Migration Gesundheitssystem Malawi
Autor*innen
Kerstin Bohner
Haupttitel (Deutsch)
Die Global Health Care Chain an Hand der Fallstudie Malawi
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
99 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Kirsten Rüther
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC15717595
Utheses ID
52351
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
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