Detailansicht
Das medizinische Informationsdilemma
Medizin in Fernsehen und Internet ; Wirkung der Gesundheitsberichterstattung auf den Patienten und
Vorinformation als Gratwanderung zwischen Informationsvorsprung für den Patienten und Belastung der Arzt-Patienten Kommunikation
Brigitte Nestel - Eichhausen
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Julia Wippersberg
DOI
10.25365/thesis.5855
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29737.25579.846355-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Anspruch: Die vermehrte Verbreitung medizinischer Informationen durch Medien sowie die Recherchemöglichkeiten zu medizinischen Themen im Internet beeinflussen den Patienten, dessen Vorinformation sich in Folge auf das Kommunikationsverhältnis zwischen Patient und Arzt auswirkt.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es abzuklären, inwieweit ein vorinformierter Patient aus seinem gestiegenen Informationsgrad Vorteile ziehen kann – etwa in Form eines konstruktiveren offenen Gesprächs mit dem Arzt –, oder aber ob das Wissen zu kommunikativen Problemen und einem latenten Ablehnungsverhalten des Arztes führt. Gefragt ist darüber hinaus, von welchen Faktoren die Möglichkeit, Vorinformation im positiven Sinne nutzen zu können, abhängig ist.
Methode: Darstellung der in der Literatur verbreiteten Arzt-Patienten-Modelle. Aufstellung der dem Patienten verfügbaren Quellen medizinischer Information, unterteilt in solche passiver Rezeption und aktiver Recherche. Abbildung der kommunikativen Probleme in der Beziehung zwischen Patient und Arzt.
Empirische Erhebung in einer Facharztordination für Orthopädie und orthopädische Chirurgie über das Informationsverhalten der Patienten und deren Umgang mit der Vorinformation. Überprüfung der Auswirkung der Vorinformation des Patienten auf das Kommunikationsverhältnis mit dem Arzt.
Ergebnisse: Es zeigt sich eine Abhängigkeit zwischen dem Bildungsgrad der Patienten und der Wahrscheinlichkeit, dass die passive Rezeption medizinischer Themen eine anschließende aktive Recherche auslöst. Ob sich medizinische Vorinformation positiv oder negativ auf die Kommunikation zwischen Patient und Arzt auswirkt, ist wesentlich davon abhängig, ob eine beim Patienten bestehende Erwartungshaltung im Zuge der Behandlung erfüllt wird. Für Patienten, die hinsichtlich ihrer vorgefassten Erwartung enttäuscht werden, ist das Arzt-Patienten-Verhältnis negativ besetzt. Das Zutreffen bestehender Erwartungshaltungen ist wiederum vom Bildungsgrad des Patienten und von der Quelle der Vorinformation abhängig.
Schlussfolgerungen: Da positive Auswirkungen der vom Patienten gesammelten Vorinformation auf die Kommunikation mit dem Arzt vom Eintreffen der Erwartungshaltung zusammenhängen, stellt die sachliche und fachlich korrekte Vorinformation des Patienten eine zentrale Voraussetzung dar. Dem steht entgegen, dass es dem Laien nicht möglich ist, die verfügbaren Informationen auf Seriosität und Relevanz zu prüfen. Eine Qualitätssicherung medizinischer Informationen für den medizinischen Laien könnte hier Abhilfe schaffen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Medien Patient Arzt Medizin Kommunikation Fernsehen Internet
Autor*innen
Brigitte Nestel - Eichhausen
Haupttitel (Deutsch)
Das medizinische Informationsdilemma
Hauptuntertitel (Deutsch)
Medizin in Fernsehen und Internet ; Wirkung der Gesundheitsberichterstattung auf den Patienten und
Vorinformation als Gratwanderung zwischen Informationsvorsprung für den Patienten und Belastung der Arzt-Patienten Kommunikation
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
VIII, 178, 20 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Julia Wippersberg
AC Nummer
AC07855276
Utheses ID
5253
Studienkennzahl
UA | 301 | 295 | |
