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Fine-scale spatial behavior in female poison frogs
Marie-Therese Fischer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Verhaltens-, Neuro- und Kognitionsbiologie
Betreuer*in
Walter Hödl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.59529
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25117.32671.170271-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Spektakuläre Phänomene wie die kilometerweite Massenwanderung von Amphibien zu ihren Paarungsgebieten ziehen seit jeher die Aufmerksamkeit von Forschern auf sich. Vergleichsweise wenig Beachtung fanden bislang komplexe Bewegungsmuster auf verhältnismäßig kleinem Raum, wie sie zum Beispiel bei Anuren auftreten, die über längere Zeit standorttreu sind. Neotropische Pfeilgiftfrösche (Dendrobatidae) fallen unter diese Kategorie und sind insbesondere für die Komplexität und Diversität ihres Fortpflanzungs- und Brutpflege-Verhalten bekannt. Um kleinräumige Bewegungsabläufe zu untersuchen müssen Methoden angewendet werden, die eine ausreichende spatio-temporale Auflösung zulassen, ohne das Verhalten der Tiere wesentlich zu beeinträchtigen. In dieser Studie bedienen wir uns der Telemetrie um erstmals die Raumnutzung von optisch und verhaltensmäßig unauffälligen Weibchen des gut untersuchten Goldschenkel Baumsteigers (Allobates femoralis, BOULENGER 1883) aufzuzeigen. Wir haben insgesamt 17 Weibchen der promiskuitiven Frösche besendert und über Zeiträume zwischen 6 und 17 Tagen untertags jede Stunde lokalisiert. Die Tiere bewegten sich durchschnittlich 1 m pro Stunde, wobei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu ~ 24 m pro Stunde an Paarungstagen erreicht wurden. Die zurückgelegten Distanzen sowie das stündliche Aktivitätsmuster der Weibchen unterschieden sich erheblich zwischen Tagen mit Balz- bzw. Paarungsverhalten und Tagen ohne reproduktivem Verhalten. An kühleren und regenreichen Tagen bewegten sich die Frösche generell mehr, das Paarungsverhalten war mit maßgeblich erhöhten Wegstrecken assoziiert. Die Größe der Streifgebiete von A. femoralis Weibchen nach 14 Tagen variierte zwischen 24.8 m2 und 285.2 m2, wobei ca. 30% dieses Revieres auf Balz- und Paarungs-assoziierte Raumnutzung entfiel. Die Frösche verbrachten ~62% ihrer Zeit in ein bis drei kleineren Aktivitäts-Zentren mit einer Größe von 2.5 m2 bis 66 m2. Wir haben im Zuge des Trackings 21 Balzereignisse beobachtet, von denen 19 mit einer Eiablage endeten. Für sieben Weibchen konnten je 2 aufeinanderfolgende Eiablagen beobachtet werden. Die durchschnittliche Zeit von 8 Tagen zwischen 2 Eiablagen sowie die Gelegegröße von ~17.5 Eiern bestätigen erstmals Weygolds (1980) Beobachtungen von Tieren in Gefangenschaft in einer natürlichen Population. A. femoralis Weibchen passten weder ihre Raumnutzung noch ihr Zeitmanagement an die Dichte der Männchen in ihrer Umgebung an. Ebenso konnten wir kein weitläufiges exploratives Verhalten oder Überwachung alter Gelege beobachten. Unsere Studie zeigt beispielhaft wie die Wissenslücke über detaillierte Bewegungsmuster und Zeitaufteilung bei Pfeilgiftfröschen mit Hilfe von Telemetrie geschlossen werden kann.
Abstract
(Englisch)
While spectacular large-scale movements of anuran amphibians like mass migrations and habitat invasion received a lot of attention, fine-scale spatial behavior remains largely understudied. This gap is especially surprising for species showing long-term site fidelity and thus display their whole behavioral repertoire on small ranges. Neotropical poison frogs (Dendrobatidae) are well known for their complex behavior and versatile reproduction and parental care strategies. Studying fine-scale movement with conservative capture-mark-recapture approaches is difficult in unobtrusive amphibians: frogs are hard to find, repeated captures affect their behavior and the number of data points is too low to allow a detailed interpretation of individual space use and time management. In this study, we overcome those limitations by equipping inconspicuous poison frogs with a tag to monitor their location every hour. Although the ecology of the promiscuous aromobatid frog Allobates femoralis (BOULENGER 1883) is well studied, little is known about the spatio-temporal behavior of the non-territorial females who don’t engage in acoustic and visual displays. We tracked 17 female frogs for 6 to 17 days to provide the first precise analysis of spatio-temporal patterns of site fidelity in this promiscuous species. Females moved on average 1 m per hour, the fastest recorded movement of ~24 m per hour was related to a subsequent mating event. Traveled distances and activity patterns on days of courtship and mating differed considerably from days without reproduction. Frogs moved more on days with lower temperature and more precipitation, but mating seemed to be the main trigger for female movement. Estimated home ranges after 14 days varied from 24.8 m2 to 285.2 m2 and courtship and mating associated space use made up for ~ 30% of the home range. A. femoralis females spend ~ 62% of their time in mostly one, sometimes two or three smaller centers of use ranging from 2.5 to 66 m2. During the tracking, we observed 21 courtship events and 19 ovipositions involving 12 tagged females. For seven females, we observed two consecutive mating events. The average time between two successive clutch depositions was eight days and the average clutch size was 17.4 eggs, confirming Weygolds’ (1980) observations for captive A. femoralis for the first time in a natural habitat. Females did not adapt their time or space management to the mean density of males in their surroundings, didn’t show wide-ranging exploratory behavior and didn’t monitor their previous clutches. Our study demonstrates how tracking can be used to fill the knowledge gap about patterns of fine-scale spatial behavior in poison frogs.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
poison frogs fine-scale spatial behavior tracking
Schlagwörter
(Deutsch)
Pfeilgiftfrösche Raumnutzung Tracking
Autor*innen
Marie-Therese Fischer
Haupttitel (Englisch)
Fine-scale spatial behavior in female poison frogs
Paralleltitel (Deutsch)
Raumnutzung weiblicher Goldschenkel-Baumsteiger Frösche
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
68 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Walter Hödl
Klassifikation
42 Biologie > 42.82 Amphibia, Reptilia
AC Nummer
AC15504936
Utheses ID
52579
Studienkennzahl
UA | 066 | 878 | |
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