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Das Afrikabild in Erdkunde- und Geschichtslehrbüchern der Zwischenkriegszeit Österreichs.
eine ideologiekritische Analyse zur Vermittlung des "fremden Kontinents" in der Pflichtschule zwischen 1918 und 1938
Sigrid Neustifter
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Englisch UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg.
Betreuer*in
Sauer Walter
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.59761
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19653.01392.912771-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit macht das vermittelte Afrikabild an der Pflichtschule der Zwischenkriegszeit Österreichs zum Gegenstand der Analyse. Ausführungen zu Schulbuchforschung und post-kolonialen Begriffen sowie der Schulorganisation der Ersten Republik und des Austrofaschismus bilden den theoretischen Rahmen der Arbeit. Als Primärquellen dienen Lehrbücher für Erdkunde und Geschichte für die Pflichtschule von 1919 bis 1938. Anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring werden relevante Textstellen mit Hilfe eines Kategorienrasters herausgefiltert und analysiert, wodurch grundlegende Ideologien aufgedeckt werden sollen. Die Untersuchungen zeigen eine Manifestation der Rassismusthesen „Modernitätsnarrativ“, „Antithetische Konstruktion der Anderen“, „Afrikas Geschichtslosigkeit“ und „Hierarchie der Rassen“ in den Schulbüchern basierend auf einer eurozentrischen Darstellungsweise. Die Kolonialansprüche durch die europäischen Mächte und des Deutschen Reiches werden durch die Ausführungen unterstützt und legitimiert. Es kann konkludiert werden, dass die Verneinung aktiver bzw. vorkolonialer Geschichte Afrikas und die Charakterisierung der afrikanischen, indigenen Gemeinschaften aufgrund pseudowissenschaftlicher, biologisch-rassistischer Merkmale den Autoren helfen, ein untergeordnetes Bild Afrikas zu präsentieren und Herrschaftsansprüche zu rechtfertigen. Die Bildanalyse kommt zu dem Schluss, dass die Darstellungen die schriftlichen Behauptungen unterstützen und kolonialistische und rassistische Absichten verstärken. Die politische bzw. ideologische Ausrichtung der Autoren spielgelt sich durch Unterschiede in der Darstellung bzw. der Betonung einzelner Themengebiete teilweise in den Inhalten der Lehrbücher wider, kann aber nur bedingt für die Interpretation der Inhalte zu Afrika herangezogen werden. Grundsätzlich kann eine starke Orientierung an der Kolonialgeschichte des Deutschen Reiches identifiziert werden, die sich durch deutschnationale Einstellungen der Gesellschaft der Zwischenkriegszeit erklären lässt. Kritik gegenüber europäischen Kolonialmächten und Konkurrenten des Deutschen Reiches ergänzen dieses Bild.
Abstract
(Englisch)
This thesis deals with the image of Africa portrayed at Austrian compulsory schools during the interwar period. Post-colonial terms as well as school organization during the First Republic and Austrofascism form the theoretical background. The primary sources are schoolbooks for geography and history for compulsory schools from 1919 to 1938. Applying Mayer’s qualitative content analysis, relevant text passages are identified and analyzed. Thereby, basic ideologies can be revealed. The analysis shows manifestation of the racism theses “Modernist Narrative”, “Antithetic Construction of the Others”, “Africa’s Lack of History” and “Hierarchy of Races” in the schoolbooks based on a Eurocentric presentation. Colonial demands of European states and the German Empire are supported and legitimized by the books’ content. It can be concluded that the denial of active and pre-colonial African history as well as the characterization of African indigenous communities based on pseudoscientific and biological-racist characteristics help the authors present a subordinate image of Africa and legitimize claims to power. Image analysis shows that the pictures in the schoolbooks help support the claims and reinforce colonial and racist intentions. The authors’ political and ideological attitudes can be examined by the difference in presentation of topics. However, they can only be partially used for the interpretation of the content about Africa. In general, a heavy orientation towards the colonial history of the German Empire can be identified, which can be explained by German Nationalism prevalent in Austrian society during the interwar period. Criticism of European colonial powers and competitors of the German Reich add to this picture.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Schulbuchanalyse Afrikabild Zwischenkriegszeit Österreichs Rassismusthesen
Autor*innen
Sigrid Neustifter
Haupttitel (Deutsch)
Das Afrikabild in Erdkunde- und Geschichtslehrbüchern der Zwischenkriegszeit Österreichs.
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine ideologiekritische Analyse zur Vermittlung des "fremden Kontinents" in der Pflichtschule zwischen 1918 und 1938
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
IV, 223 Seiten : Illustrationen, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sauer Walter
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich ,
15 Geschichte > 15.90 Afrika: Allgemeines ,
81 Bildungswesen > 81.66 Schulbuch
AC Nummer
AC15508821
Utheses ID
52790
Studienkennzahl
UA | 190 | 344 | 313 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1