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Zur Konstruktion "weißer" und Schwarzer Frauen im "weißen" feministischen Diskurs
Barbara Metzler
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Magisterstudium Publizistik-u.Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Friedrich Hausjell
DOI
10.25365/thesis.59857
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25123.43364.191063-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ausgehend von der Annahme, dass es sich bei feministischen Öffentlichkeiten und ihren Medien keineswegs um machtfreie Räume handelt, findet in der vorliegenden Arbeit eine Auseinandersetzung mit Weißsein in weißen feministischen Diskursen statt. Dabei steht die Frage, wie weiße und Schwarze Frauen in diesen Diskursen konstruiert werden im Zentrum des Interesses. Als theoretischer Hintergrund dient, neben der feministischen Kommunikationswissenschaft, die den größeren Rahmen bildet und eine Blickrichtung vorgibt, die kritische Weißseinsforschung. Kritische Weißseinsforschung kann als dekonstruktive Form der Rassismuskritik verstanden werden, die die Blickachse umkehrt und danach fragt, wie Prozeduren des Othering dazu beitragen, das hegemoniale Selbst als Norm und Herrschaftsprinzip zu etablieren. Als methodische Herangehensweise wird die kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger herangezogen und um eine ausführliche Kontextanalyse sowie bildanalytische Elemente ergänzt. Das Untersuchungsmaterial bilden aktuellen Ausgaben (5/2018-4/2019) der deutschen feministischen Zeitschrift EMMA. Diese bietet nicht nur ein weites Themenspektrum, sondern aufgrund ihres langjährigen Bestehens und ihrer regelmäßigen Erscheinungsweise auch eine gewisse Bekanntheit und Kontinuität. Dass der Portraitierung einzelner Frauen in allen EMMA Nummern ein hoher Stellenwert zukommt, ist für das formulierte Forschungsinteresse zusätzlich von Vorteil. Mit dem gewählten Schwerpunkt, einer Weißseins-kritischen Analyse feministischer Zeitschriften werden gleich zwei Nischen der deutschsprachigen Kommunikationswissenschaft angesprochen: Denn die Perspektive der Kritischen Weißseinsforschung wurde hier bislang vorrangig auf das Medium Film angewandt und obwohl ein wachsendes Interesse an der reichen Geschichte feministischer Medienproduktion festgestellt werden kann, ist das Feld feministischer Zeitschriften, theoretisch als auch empirisch, noch weitgehend unerforscht.
An Ergebnissen kann festgehalten werden, dass sich Weißsein in aktuellen Ausgaben der feministischen Zeitschrift EMMA erstens über den Einsatz der Strategien der Ausblendung, der Entnennung, der Kontinuität, der Universalisierung, der Vereinnahmung sowie der Weißseinshierarchisierung äußert. Und zweitens darin sichtbar wird, dass die Auseinandersetzung mit Rassismus in der EMMA für die allgemeine Entwicklung des Feminismus nicht als förderlich begriffen und Kategorien, die mit rassistischer Diskriminierung in Verbindung stehen weitgehend ausgeblendet werden. Über die Konstruktion weißer und Schwarzer Frauen in der EMMA kann ausgesagt werden, dass weiße Frauen als Vorreiterinnen konstruiert werden, die sich selbstständig für eine größere Sache einsetzen und dabei können, was Männer auch können. Im Sinne von Vron Ware können sie somit als Zeichen der Zivilisation verstanden werden. Im Hinblick auf die Themen, innerhalb derer sie erwähnt werden zeigt sich zudem, dass weiße Frauen universell sind und somit die Norm darstellen. Das Konstrukt Schwarzer Frauen besagt demgegenüber, dass diese mit anderen zusammenarbeiten oder von außen unterstützt werden. Sie sind nicht die ersten, sondern folgen weißen Frauen nach. Insbesondere Schwarzen Frauen, die in Deutschland verortet werden, wird wenig Handlungsmacht zugeschrieben. Thematisch sind sie in Nischen vertreten und werden somit zum Sonderfall.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kritische Weißseinsforschung feministische Medien Diskursanalyse Intersektionalität qualitativ
Autor*innen
Barbara Metzler
Haupttitel (Deutsch)
Zur Konstruktion "weißer" und Schwarzer Frauen im "weißen" feministischen Diskurs
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
245 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friedrich Hausjell
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.99 Kommunikationswissenschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC15726532
Utheses ID
52877
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
