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Die Praxis der österreichischen Tierbewegung als neue soziale Bewegung in den 1980er und 90er Jahren am Beispiel des Kampfes gegen die Jagd
Estella Kubek
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Geschichte
Betreuer*in
Monika Bernold
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25097.37384.900368-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die bisher von der Geschichtswissenschaft rudimentär betrachtete österreichische Tierbewegung als neue soziale Bewegung. Gefragt wird danach, wie diese Bewegung ihre Praxis gegen die Jagd in den 1980er und 90er Jahren gestaltete. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Fragen gelegt, wie sich der Methodenpluralismus der Bewegung zusammensetzte, welche Zielsetzungen mit dem angewandten Protest verfolgt wurden, an welche Instanzen und Personengruppen sich dieser Aktionismus wandte sowie, wer die handelnden Akteur*innen waren. Die Eingrenzung des Analysezeitraums begründet sich auf erwartete bewegungsinterne Dynamisierungsprozesse und Verschiebungen zwischen den beiden Bewegungssträngen „Tierschutz“ und „Tierrecht“ gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Erwartet wird, dass die Tierbewegung im Zeitraum von 1980 bis 1999 zivilgesellschaftlich an Bedeutung zunahm, indem sie sich im Bezug auf ihre Agitation radikalisierte und zunehmend abolitionistische Ziele verfolgte, die mit einem aktionistisch immer breiteren Spektrum durchgesetzt werden wollten. Methodisch stützt sich die Bearbeitung auf eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, mit der Bewegungszeitschriften, Flugblätter, mediale Berichterstattung sowie staatliche Dokumente befragt werden. Die Untersuchung gliedert sich in die Bereiche „Methodenpluralismus“, „Protest“ und „Akteur*innen“, wobei der „Protest“ durch die Unterkategorien „Protestausrichtung“, „Zielsetzung“, „Hauptadressat*innen“ und „Protestinhalt“ genauere Betrachtung findet. Ergebnisse dieser Bearbeitung bestätigen eine methodische Ausdifferenzierung innerhalb des Analysezeitraums, wobei strafrechtliches Verhalten erst in den letzten fünf Jahren einsetzte. Während normative Veränderung schon ab 1980 angestrebt wurde, trat wirtschaftlich schadend wollender Aktionismus erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts auf. Die Adressierung politischer Instanzen wich zunehmend Protestmaßnahmen, die Jäger*innen ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellten und wurde zu größten Teilen von Vereinen durchgeführt, während handelnde Einzelgruppen erst am Ende des Analysezeitraums gefunden wurden. Es lässt sich somit festmachen, dass der Protest der Bewegung von 1980 bis 1999 eine methodische und inhaltliche Ausdifferenzierung und Radikalisierung durchmachte. Die vorliegende Arbeit trägt damit einen Teil zur Bearbeitung der historisch bisher kaum bekannten österreichischen Tierbewegung bei.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Tierschutzbewegung Tierrechtsbewegung Tierbewegung Neue soziale Bewegung Soziale Bewegung Praxis Aktivismus Jagd Mayring Qualitative Inhaltsanalyse Tierschutz Tierrechte
Autor*innen
Estella Kubek
Haupttitel (Deutsch)
Die Praxis der österreichischen Tierbewegung als neue soziale Bewegung in den 1980er und 90er Jahren am Beispiel des Kampfes gegen die Jagd
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
190 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Monika Bernold
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich ,
15 Geschichte > 15.99 Geschichte: Sonstiges
AC Nummer
AC15520249
Utheses ID
53034
Studienkennzahl
UA | 066 | 803 | |
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